Joachim – Papyros Ebers. Das älteste Buch über Heilkunde, aus dem Aegyptischen … übersetzt (Berlin: Georg Reimer, 1890) — OCR (Apple Vision)

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Attribution: Joachim – Papyros Ebers. Das älteste Buch über Heilkunde, aus dem Aegyptischen … übersetzt (Berlin: Georg Reimer, 1890); public domain in Canada (published 1890 (≥125 years ago) — author death year not verified: title page corpus/incoming/middle-egyptian-texts/joachim_papyros-ebers_1890.pdf pdf p. 7 ("… übersetzt von Dr. med. H. Joachim, pract. Arzt in Berlin … Berlin … Georg Reimer. 1890"); preface p. 12 signed "Heinrich Joachim", Berlin Sept. 1890, and says additions by Prof. Lieblein are marked "L."; PDF Author field "Heinrich Joachim" (no dates); no in-folder authority record for Joachim or Lieblein · note (PROPOSED-scan_copyright-E-2.csv): corpus/incoming/middle-egyptian-texts/README.md §3 states "Heinrich Joachim (tr.) died 1930" with no source — not counted (E-2 volume ebers-joachim-1890) · Lead D authority lookup 2026-09-29 (outputs/REPORT-DEATH-YEARS-2.md, DEATH_YEARS_EVIDENCE.tsv): Joachim d. 1933, IdRef 060259957 (folder README "died 1930" is wrong)); OCR text by the Kemetic project, Yousef Hanna 2026.

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p. 468
1664868
16649fertem Schädel und wild zerraußlem Haar. Das Weller aber zog
16650unschädlich vorüber; nur bie und da fiel ein elisesworin ein
16651Hexenhaar steckte. -
16652Einstens stand ein Gewilter lange, lange über der Linzer-
16653sladi; es wollte gar nicht weiter, trotzdem dass in sämmtlichen
16654Kirchen und Klöstern mit allen Glocken geläutet wurde. Verstän-
16655dige Leute erklärten sich die Sache damit, das Wetler sei z wi-
16656schen die vielen geweihten Glocken gekommen und habe nieht
16657mehr ausgekonnt; es musste_sich völlig entladen und von selbst
16658wieder enden ') (Unteres Mühlvierli.) - Sonderbar genug gieng
16659unter dem Volke auch die Meinung, es gäbe Glocken. deren Ge-
16660läute die Welter berbeizöge. (Traunviertl.) -
1666111) Wetterschiessen• In Voitsdorf wurden einst,
16662alte Leute denken es noch, Pöller losgebrannk, um das Wetter
16663zu »zerschiessen.• Anderswo ward erzählt: »Es ist noch nicht
16664so lange her, dass die Bauern mit geweibtem Pulver in die Welter
16665schossen, um die Hexen zu freffen, welche, getrotlén, lodf aus den
16666Wolken herabstürzten. Nach einer anderen Version verloren sie
16667nicht das Leben, sondern nur ibre Zauberkraft -
16668Namentlich bediente man sich der in 1. erwähnten Stein-
16669kugeln, um in "gemachte Weltere und die in diesen schwebenden
16670Hexen mit Erfolg zu schiessen. 2)-
166711) Von dem Sturmliede, und als dessen Abbild erschien mir das Wetler-
16672läuten, heisst es im Liede von der Gudrun, dass Würme und Fische
16673ihre Fäbrte liessen, nieht im Grase giengen, nicht im Wasser flossen. —
16674*) Jedenfalls eines im Verhältnis spüleren Ursprungs. Doch ist es leicht
16675begreiflich, dass. das Schiessen aus Feuergewehren vor allem leicht als
16676irdische Wiederholung des im Gewitter am Himmel stallfindenden Vor-
16677ganges erscheinen konnte. Damals erschien es noch dem ganzen Volke
1667880 ; heut zu Tage sagt höchstens ein Diebler, Hebel: •Es donnert überall,
16679erst heimlich, müblich laut, wie dazumal, als anno 66 der Fransos so
16680graus geschossen bat.• Die Steinkugel schien somit eine aus bimmli-
16681schem Geschütze abgeschossene Kugel. In Körner lesen wir •von einer
16682schwarzen Wolkenschanze, aus deren dunklens Schooss Feuerkugeln
16683sprühn.• -
p. 469
1668468
1668512) • Weltersegen,a oder Segen gegen Ungewitter.
16686Auf cinem gedruckten, dem Schreiber vorliegenden Zettel befinden
16687sich zuhüchst 4 kleine Holzschnitte, die vier Evangelisten darstel-
16688lend; sie schliessen einen kleineren des hl. Donalus 1) ein. Dar-
16689unter steht: •0 ihr 4 heiligen Evangelisten und heiliger Donate
16690bittel für uns zur Zeit des Ungewitters und beschützet uns für
16691Blitz, Donner und Hagel. Jesus von Nazareth, ein König der Ju-
16692den, bewahre uns vor allem Uebel des Leibes und der Seele.
16693Amen. — Darauf folgt das Gebet dder der Segen selbst, dessen
16694Mittheilung nieht erwähnenswerth ist, und den Beschluss macht
16695ein Berielıt über den Ursprung dieses Segens. — Der Zeltel ist
16696gedruckt: Steyer, bei Gregori Menhardt. —
16697Auch, wo der »Kolomanni-Briefe 2) aufbewahrt wird,
16698schlägt das swild Feure nicht ein. -
1669913) «Wellergsegnen• Ein Schulmeister in Wolfseck
16700konnte die Wetter •gsegnen;* er •gsegnete• sie meist nach
16701•Schvaná: Er ging nänlich mit einem alten, hölzernen Kruzifix
16702vor die Hausthür und machte damit, indem er einen gewissen
16703Spruch hersagte, Kreuze in die Lußt. Die »Schwanáe führten öfler
16704als cinmal über ilın darob Klage.
1670514) «Wetterbannens Nur wenige (oberes Müblviertel)
16706wissen noch von der Kunst des Wellerbannens; die Anwendung
16707geschiell gar nicht mehr. Der Bauer begab sich nämlich, war
16708ein Weller im Anzug, auf seinen Grund, schlug daselbst einen
167091) Schon der Name Donalus, Douát mahnle das Ohr des Volks an Donner.
16710") Ich weiss aunoch nichts auderes, den b, Kolomanu betrefiend, mitzu-
16711theilenn, als dass in cinem necrolog. antiquum unseres Stifles, das wabr-
16712scheinlich um d. J. 1950 angefaugem wurdc, am 12. Oktober nur Ko-
16713lomann olne Maxiunilian als Tagesheiliger eingelrageu ist. Züge aus
16714seiner Legende, welche mir nicht unbedeulsam acboinen, sind, dass der
16715Heilige Enten zülipt, und dass ein dürrer Baum, woran er gebunden
16716wird, grünt und blüht. —
p. 470
16717Pflock fest in die Ecde und ging, eine Bannformel hersagend,
16718dreimal um iln im Kreise herum 1).
1671910) •Weller wenden.« Gerichtsakten, Scharnstein 1684.
16720Der Zauberer nahm, so oft er ein Welter wendete, jedesmal sei-
16721non balben Pergamentbogen, der mit gewissen Zeichen und Cha-
16722rakteren beschrieben war, und zeigte ihn dem Ungewitler, •alsdann
16723es sich in die 4 Theile der Welt zerschlagen und zu Wasser hat
16724werden müssen.• Er sagte zugleich aus, dass es auf solche •ge-
16725wondeter Gewilter jederzeit 3 oder 4 Tagè regne. -
1672616) Redensarten. Dös sánd laulá Wassástroah ?). — Dös
16727is nur & gmachts Wödá. —
16728E. Thiere.
16729Voraus gehe die Bemerkung, dass in den Abschnitten E, F
16730und G das in die volksmässige Heilkunde 9) Einschlägige unter
16731einem angeführt wird.
16732a) •Weisende Thiere.• Als solche kommen unter den lau-
16733fenden in Sage und Legende vorzüglich Ochs und Hirsch ror.
16734Als ein Bauer, der eben so fromm als reich war, im
16735Sterben lag, trug er es aus, dass ein Tbeil seiner Hinterlassen-
16736schaft zum Bau einer Kirche verwendet werde. Die Stelle, wo
16737der Bau sollte aufgeführt werden, bestimmte er selbst. Er befall
16738nämlich, wenn er lodt wäre, seinen Leichnam auf einen mit
16739Ochsen bespannten Wagen zu legen; wo die Thiere von selbst
16740*) Wol ein uralter Brauch, ebenfalls einen vermeintlich bimmlischen Vor-
16741gang nachabmend. —
16742") Siehe 3; daraus erklärt sich diese bildliche Redeweise. -
167439) Was insbesondere die Pflanzen betriffl, habe ich aus •Höfers etymolo-
16744gischem Wörterbuch der in Oberdeulschland, vorzüglich aber in Oester-
16745reich herrschenden Mundart, a Linz, 1815, was für meinen Zweck passend
16746erschien, mit Angabe der Quelle entrommen. ..
p. 471
1674771
16748stille hielten, da sollle die Kirche erbaut werden. Es gescbah,
16749und an der Stelle erhob sich die Kirche «Allerbeiligen• (unteres
16750Mühlviertl). -
16751Den von der Ens_ausgeschwemmlen Leichnam des heiligen
16752Florian ') liess die hl. Valeria, um ihn an sicherer Stätte beizu-
16753selzen, von einem Gespann Ochsen weiter führen, indem sie
16754die Thiere in der Richtung gehen liess, welche sie selbst ein-
16755schlugen. An der Stelle, wo das Gespann, trolz der bereits zum
16756drittenmal wunderbar erhaltenen Tränkung, nicht mehr vom Flecke
16757zu bringen war, da wurde der beilige Märiyrer bestattel.
16758Es wilr cinmal ein grosser Sünder, der schon lange nicht
16759ınehır gebeichtet halte; endlich ging er in sich und beichtete. Doch
16760ein Priesler nach dem andern verweigerle ihm die Lossprechung;
16761endlich fand sich einer, der ihn lossprach, doch unter der Be-
16762so nach Rom fabren lasse. Es geschah; aber auf dem Wege dingung. dass er sich lebendig in eine Kuhbaut einnäben und
16763starb_er, und die Würmer frassen soinen Leichnam. Als der
16764Wagen in der heiligen Stadt einfuhr, fingen alle Glocken von marnorann.
16765selbst zu läuten an, weil er cin Heiliger war. (Mühlviertl ?).
16766In der Sage von der Gründung Kremsmünsters weist ein
16767Hirsch mit brennenden Lichtern auf den Geweihen dem Bayern-
16768herzog Thassilo die Sielle, wo er den Leichnam seines Sohnes
16769bestatten soll. : Er weicht nicht von dem Flecke, bis Thassilo eben
16770sie erwählt hat. —
16771Die Entstehung der Kirche •Maria Falsbache bei Gunskirchen
16772schreibl, wie die Legende erzäble, sich davon her, dass ein un-
16773gewühnlich grosser llirsch, der ein Multergoltesbidd in den Ge-
16774weihen trug, den Falsbach herabschwamın. Wo or das heilige
16775Bild ain Ufer abselzič, wärd eino Kapelle erbaut, welche sich, da
167761) Die Legeude erzäbll, dass diess trolz des umgebänglen Müblsteines ge-
16777schah. Der Leichnam des Heiligen sollte also in der uassen Tiefe rer-
16778senkt bleibeu _
167794) Die Suele, der Lußbauch, enlochwebt iu. der Kubbeit, der Walko, nach
16780Rom, in den Wolkenhunmel -
p. 472
1678172
16782immer melır andächtige Beler und fromme Spenden zuströmlen,
16783bald in eine Kirche verwandelle.
16784Die Steinbacher Kirche (am Attersee) ist eine der ältesten
16785im Lando. Sie sollte etwa eine halbe Vierlelstunde bergaufwärts
16786erbaut werden. Alles war dort schon zum Bau hergerichtet, das
16787Bauholz ausgehackt u. 8. W. Nachts aber kamen Vößel, einigo
16788nennen Krähen, andere Schwalben, und trugen die «Hack-
16789schaiten" an die Stelle, wo die Kirche noch sleht.
16790Zugleich erzählt sich das Volk, dass die Kirche ursprüng-
16791lich ein Heidentempel gewesen ist 1). -
16792Auch der Ameise muss hier eine Stelle vergünnt werden.
16793Das Gnadenbild von Adelwang hiess einst auclı: •Unsere I. Frau
16794am Ameishaufen,• Es wurde nämlich im 17. Jahrhunderte, in
16795der Erde vergraben, in einem •Schwarzameishaufen, • von ncuem
16796aufgefunden." Die Ämeisen liessen sich auchi, nachdem man die
16797Statue auf ein Postament ron Siein gesetzi lalte, nicht vertreiben,
16798sondern führten darum, jedoch ohne_die Statue selbsl zu berülı-
16799ren, einen neuen Bau auf. Sie verloren sich erst dann, als das
16800Gnadenbild wieder an seine alte Stelle auf dem Hochallar kam.
16801In einer eigenthümlichen Beziebung zu Kirchenbaulen sleht
16802der Wolf. Der hl.. Wolfgang 2) sandte nämlich dem Teufel, der
16803ibm ein Kirchlein gebaul und sichı dafür die Seele des ersten
168041) Ueberhaupt scheinen die Gegenden um den Gmundner- und Allersee
16805reich an solchen Erinnerungen, und delaillırle Mittheilungen wären sehr
16806wünschenswerth. -
16807.*) Der bl. Wolfgang und seine Legende enthäll auch sonst vieles Beach-
16808tungswerthe. Er drückt dem Berge, gegen den er sich skemmi, die
16809Spuren von Kopf, Rücken und Armen ein; hie und da im Lande gibt
16810es Wolfgangsgleiue, denen der Belende seine Kuieespuren cinprügle. Der
16811Slein, auf dem . er Rast hält, wirdweich wie Wachs ebc. — Mittelst
16812eines Beilwurfes bestimmt er die Stelle, wo er eine Kirelic bauen will. —
16813Wie es wol an sich klar ist, kommt hier die fromne Sage nur in so-
16814fern, als Thiere etc. damit in Bezug slehen, zur Vertretung, und auch
16815da nur in den weseutlichsten Zügen. -
p. 473
1681673
16817Wallfabrers ausbedungen hatte, slatt eines Menschen einen Wolf,
16818als ersten Besucher. -
16819Aehnlich lautet folgende Sage. Die Waldburger Pfarrkirche
16820(unteres Mühlviertl) hat 2 Seitenaltäre. Auf cinem befindet sich
16821(oder befand sich doeh) ein altes Gemälde, welches dic Einweihung
16822der Kirche vorstellle. Der Bischof, von dem Maurermeister und
16823dem Grundbesitzer begleilct, Beht ciner schwarzen Figur, dem
16824Teufel, entgegen; vor ihnen läuf ein •Hauswalfn (eine Art Wolfs-
16825hund) der cinen Brief (die Verschreibung-an den Teufel) um den
16826Hals gehängt trägt; darüber fliegt ein Hahn. Links neben dem
16827Altar ist unten eine rergitterte Oeffnung, durch welche der Sage
16828nachı der. Icufel ausfulr, und die sich durchaus nicht zumauern
16829lässt. Der Teufel halte sich nämlich dem Maurermeister anheischig
16830gemachl, die Kirche zu bauen, unter der Bedingung, dass der
16831ersle, welcher die Schwelle des fertigen Baus übertrele, sein ge-
16832löre. Als nun die Kirche ausgebaut war und die Weihe sollte
16833rorgenommen werden, nalım man, um den Bösen um scine Beute
16834zu betrügen, sinen Hahn mis, der aber, als bätte er die Gefahr
16835ihin den Hund preis, welchen der Teufel auch wirklich zerriss geahnt, in die Hölle flog und so das Leben reltete. Da gab man aoa"ii"fs az..o a
16836und sodann durch jenes Loch ausfuhr '). -
16837") In der Waldburger Gegend ist vor allen Zeiten auch eine Burg geslan-
16838den ; sie versank aber nachher spurlos in die Tiefe. Ein Hirtenknahe
16839gerieth einmal auf einen Slein, und als er ihn wegwälzle, auf ein Loch,
16840in welehes er, um die Tiefe zu ergründen, einen kleinen Slein hinab-
16841rollen liess. Vernelimlich und lange hörte er ihn von Staffel zu Staffel
16842anschlagen, bis er endlich wieder Grund fand. An dieser Stelle, man
16843hat jedoch das Lorh seit dem nie wieder mehr aufgefunden, geht es
16844zur versunkenen Burg linab. Nach Schwartz ist die Kirche die Wolken-
16845Lurg, welehe sich im Winter, aber auch in jedem Ungewiller, aulhürmt.
16846Der Teulel im Gewitter baul alsa die Kirche. Her Bau wird nie ganz
16847vollendel, daher das Loch in der Kirclie. Der Gewitterslurm rerhindert
16848oder slört die Vollendung, der Teufel fülrt durch jenes Loch mit dem
16849Hauswolf aus. In unserer Sago fiegt selbst noch ein Hahn, ein Natur-
16850bild des l'euers, urspringi. Blizfeuers, in die Höhe. Sich auch Strudel-
16851und Wirbelsage, b. Wasser, B. -
p. 474
16852b) Als Tenfolsthiere treten besonders Bock, Hase
16853Hund, Katze, Pferd, Schwein und Rabo auf.
16854Bock und Pferd, dem •Bösen• leiht bekanntlich der
16855Volksglaube einen Bocks- oder Pferdefuss, treten am auffallend-
16856sten als solcho auf. Ein Bauer ging einst Nachts (Innvierti) etwas
16857angetrunken vom Wirlbshause beim. Da sagte er: •Wenn nur
16858jetzt ein Geisbock da wäre, auf dem iclı heimreiten könnte!• Und
16859sieh, schon slund der Bock vor ihm, und er, trunkenen Muties,
16860selzle sich, ohne Ansland zu nehmen, auf seinen Rücken, zum
16861Glücke verkehrt. Denn fort ging es, geschwinder als der Wind,
16862und er hälle erslicken müssen, wäre er nicht rücklings gesessen.
16863Als beim «Taganläulen• das Thier verschwand und er wieder auf
16864die eigenen Beine kam, fand er sich in einem wildfremden Lande,
16865mo ibn niemand versiand; selbst von der Wienersladi, d. l. der
16866blossen Namen wusste niemand. 3 dahre brachle er auf dem
16867Heimweg zu ). -
16868Ein junger Bursche, welcher « fenslerln• oder •gásseln• ging,
16869traf auf ein junges Pferd, welches vor ihm stille stand, als
16870wollto es ihn zum Aufsitzen einladen. Er that's; doch nun flog
16871es nur dahin, so dass er schier ersticken musste. In einigen
16872Minuten war er so weit gekomninen, dass er eine gute Tagreise
16873heim batle ?). —
16874Von 3 Hunden, einem grösseren und 2 klcinern, ist der
16875Teufel begleitct, wenn er in stürmischen Nächten jagi. Es •nimmls
16876auch nicht selten die »schwarzen Hundee aus den Häusern •mit•
16877zu dieser Jagd, selbst wennsie eingesperrt und angehängt sind 3).
168781) Dem Wagen, welcher in der Grünau (Kremsmünster Programm 1800)
16879am F'aschiugsdienslag das kleine Floss fübrt, dieut cin mannigfach her-
16880ausgepulzler Bock als Vorspann. — Pferd und Bock slanden in Be-
16881ziehung zu Wuolan und Donar, zu Slurm und Gewilter. -
16882") Die zwei lulzlen frzüblungen beruhen darauf, dass nacl allem Glauben
16883das wüthende Heer nicht sellen Menschen mit sich in die Luß entführt
16884hat. You demselben siud hier nur inehr Bock und Pferd übrig geblie-
16885bell. Der Bock ist ihm ursprünglich sogar fremd. —
16886") Der Hund ist, wie bereits gesagt, Naturbild des Windos oder Slurmes.
p. 475
16887In Hase1) und Kalze2) verwandeln sich Teufel und Hexe.
16888Sie treten auch in Beziehung zu der Sage von dem » Wechsel-
16889thaler», den sich einst so mancher mit der Hilfe des Büsen zu
16890verschaffen wusste.
16891Am Schlederbach (zwischen Kremsmünster und Hall) sprangen
16892cinst auf einen Mann, der zufällig Nachts dieses Weges ging, eine
16893Menge gräulicher Kalzen los. Da gelobte er, wenn er glücklich
16894heim gelangic, ein hl. Bild hicher zu opfern. Er erfüllte auch
16895sein Gelübde; noch jetzt sieht man das Bild an einem Baurne.
16896Ein Mann, der Nachts heim ging, stiess auf einen «Sa u-
16897Irejbere mik. 12 Sclweinen 3). Eine Zeit lang ging er arg-
16898los neben ihnen her; auf einmal bemerkte er aber zu seinem
16899grössten Schrecken, dass jener einen Pferdefuss habe, und in dem
16900nämlichen Augenblick waren auch Treiber und Thiere verschwunden.
16901Der Rabe 4) erscheint bäufig in Sagen von Teufelsbeschwö-
16902rungen. Wenn der Beschwürer die Zauberformel, wornit er den
16903Bösen herbeirief, nicht oder doch nicht schnell genug, rückwärts
16904lesen kann, oder mit anderen Worlen, wenn er das •Abdanken•
16905nicht oder zu wenig versteht, so stellen sich Raben ein, welehe
16906ihm hart zuselzen. —
16907•Verwunschener Menschen treten besonders in Ge-
16908stalt von Pferden auf, wobei die Farbe, weiss oder schwarz,
16909einen wesentlichen Unterschied machl. Jedoch heisst es hin und
16910wieder aucli ganz allgemein, die cin lasterhaftes Leben führen,
169111) Der Hase sleht mit dom Gewillergollo, sieh Thiere, llase, also mit Ge-
16912wilter und Blitz selbst in Verbindung. -
169133) Von der Kalze gilt es ebenfalls, dass sie ein Nalurbild des Gewitters
16914isf. Insbesondero Sährl Freyje auf einem mit Kalzen bespannten Wagen.
16915In Freyja ist aber dieselbe Göttin erkenullich wie in Frigg. So berührt
16916sich nun diese Göltin, von der der Freilng benannt ist, im Element
16917(sieh D, 3.) mnit Thorr. -
169183) Das Schweiu, besonders der Eber, ist ein Naturbild des Sturmes. -
169194) Auf Odhinns Schulloru silzen 2 Raben, Hlugin und Muuin, Gedanke und
16920Erinnerung. —
p. 476
1692176
16922viel betrogen haben u. s. w., werden nach dem Todo des Teufels
16923Rosse, mit welchen er fürchterlich reitel und fährt.
16924Auch in Hunds-, Kalzen- und Sehweins gestalt
16925•gehen• lasterhafte Menschen nach ihrem Tode •um.• -
16926c) Vierfüssige Thiere.
169271) Eichhörnchen, «Oahmándl.• Es ist ein guter An-
16928gang, wenn inan Geschäfe halber ausgeht, und es rennt einem
16929ein «Oaclikatzle oder •Oachmandl, über den Weg.
169302) Fuchs. Der Na m e des Fuchses wurde, Greise denken es
16931noch, nicht gerne ausgesprochen; man nannte ihn: •Jelzhansl, den
16932pfifigeo Hansi,a nach Höfer auch: »Belderer ), Hans), Holzhund,
16933Prechtel• ?) oft leisst er auch absichtlich ganz unbestimmi, das. •Laufád,
16934Rennád• Der l'uchs wurde gefüttert, wie man Wind und
16935Feuer cla. fülterle, indem man ihm z.Bankopfundbrebne einer
16936Henne auf einen Plalz 2 inaWalde legle. Eine Bäuerin in Hlof-
16937kirclıen (Hausruckvierll) ging von Zeit zu Zeit mil einem «Hefn,•
16938worin Futter für den Fuchs war, in den Wald, um es an cinem
16939passenden Platz hinzulegen; sie sagle dabei sogar einen Spruch her.
16940Wenn man unterwegs zufällig dem Puchs ih die Nähe bam,
16941pflegte man ihn gerne anzureden und zwar am liebsten mit dem
16942Namen •Hansl.• Man fürchtete nämlich, dass er, wenn man seinen
16943eigentlichen Namen nennte, ins Haus käme und sich über die
16944Hütner...ber mache. Doch wusste man auch verschiedene Mittel,
16945sie vor dem blutdürstigen Feinde zu schützen. Nan gab ihnen,
16946wenn sie, als Hühnchen, das erstemal ausgetrieben wurden, cine
16947Fuchsleber zu fressen, oder slutzle ihnen ans F'aschingsonnlag vor
16948Sonnenaufgang Flügel und Schweif. Auch gab man ibnen zu dem
16949Zwecke Haber zu fressen, der init dem Blut cines während der
16950Karfreitagpassion geslochenen, sclwarzen Lammes war besprengt
16951worden. - Halle er dennoch eine Henne gestohlen, sagle man:
16952•Gsögn Gol, gsögn Gol!e Er bekäme davon, so glaubte man,
16953) Belderer von belderen, bellen.
16954") Bei Prechtel dachle schon Höfer an den Anecht Ruprocbt, dessen Stelle
16955hier zu Lande am Niklalag der Nikolaberr vertribf. —
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1695677
16957cinen Grausen und bliebe forlan aus. Auch zeigle man ihm den
16958nacklen, damit er •abzeimte.e -
16959Zugleich war der Glaube verbreitet, dass manche Leute, be-
16960sonders die Jäger, den •Fuchs schickone könnten; nalür-
16961licher Weiso verstanden solche auch das Gegentheil. — Wenn
16962nachts in der Nähe des Hauses die •Fuclszöoa• ') (Allmünster)
16963schreit, stirbt bald jemand aus dem Hause, oder du hast sonst Unglück.
16964•Schau, dass dich der Holzfuehs nicht holl, • sagt man im
16965Innviertl zu jemanden, der dureh einen Wald muss. Auch den
16966Kindern drobl man mit dem Holzfuchs, wenn sie in den Wald
16967laufen wollen; dieser erwischt und frisst sie. —
16968«Fuchswild, fuchsteufelswild sein. D' Fuchswildbaubn ?) aufha-
16969ben, & sind gewöbnliche Redensarten. Schuhe von Fuchsleder bleiben
16970untertags zu Hause und gehen bei Nacht aus. Von einer Höhle
16971unweit Grünau, der •Gugálös -, Gugálulzkiráo leisst es geradezu,
16972der Teufel habe einige Zeit darin bei Tagesweile als Fuchs
16973gehaust. -
16974Redensarten. Dieweil man ön Fuchs nennt, dieweil
16975kimmt á grent. — Wọ dá Fuchs sá Gligá hat, da stilt á koan
16976Hen. — .Ich bin á ghöztá Fuchs. — Der Fuchsscliwanz hengt
16977eam auá. — Oessn neddá, ás wie wan dá Fuchs á Mukn facht. 3)
169783) Geiss. Sie zieht Krapkheiten-an sich.
16979Redensarten. A nedligü Goass. — Blángigö Goass,
16980Schlekgoass. — Sehneidágoass. Dreizöáh Schneidár babnt Virzüáh /
16981Plund, So ossnt a Goass ön d Halbn Virtlstund. — Sist kimt
16982eam s' Glik áf dá Goass gridn. -
169834) Hase. Scin Angang_ bedleutet Unglück. — Wenn wäh-
16984rend eines Begräbnisses ein Hase über den Gollesacker läun, er-
16985henkt sich bald jemand aus der Pfarre.
169861) Fuchsweibehen.
16987") Schon die Farbe des Fuchses erinnert an Thorr. Die eben vorgeführten
16988Redensarten aber mahnen noch mächliger an seinen Asenzorn, in wel-
16989chem er entbrennt, wenn er seine Gegner vor sich sieht.
169909) Man sagt dies von denen, welche beim Essen, z. B. als Gäste, gar zu
16991•gschámige Ihun. —
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1699278
16993Wenn man am Karfreilag vor der Sonne einen Hlasen sebieast,
16994Balg und Blut in einen neuen Hafen gibt und diesên in eincs ge-
16995heizten Backofen setit, bis alles verbranne nud zu Staub gewor-
16996den ist, so erbält man eine •Stuppe, welche eingenommen von
16997Sand und Stein befreit - Man scbiesst einenärzen hasen
16998und laucht in den Feisch einen Lappen ungebleichiec repfener
16999Leinwand, gibt biezu etwas Haar von den Läufen und räuchert
17000damit die Körperstellen... über welche sich der Rotblauf ver-
17001breitet hat. - Hasenzihne werden zabnenden Kindern aago-
17002hängh Scbon aus diesem Heilverfahren kann man mit einigem
17003Grund darauf schliessen, dass der Haee mit Thorr in Verbialung
17004stand. -
17005Redensarten. Döreil ma ön Hasn neut, kimt á grent.
17006- À Ros und á Has Is án u gliksálögs As. — Da liegt der Bias
17007im Pfeffer. - Ein furchleamer Has. — «Koan heurigá Hase sein
17008! — dedn Hásl Wáchst seĩ Grásl. -
170095) Haselmaus. Das Thier, besonders der Schweif, ist
17010zu allerhand, vornebmlich auch zu Zauber nützlich.
170116) Hirsch. Der Hirsch erlangt ein ungemein bohes Alter
17012oder vielmehr, er würde gar nicht sterben, wenn es nicht ge-
17013waltsam geschähe. Er kennt nämlich das «Kräuflein• wider den
17014Tod. Als einst ein Hirsch Christum den Herrn auf seîhem Goweih
17015über ein Wasser trug. gab ihnen dieser zum Lohne die Kenntnis
17016dieses Kräutleins.
17017In der Sage von dem Tadtenritt, wovon sich auch in
17018der Heimat mehrere Versionen finden, kömmt der Todte, auf
17019einem Hirscbe reitend, zu Liebchens Kämmerlein.
17020Redensarten. Springen, wierá Hirschl. - Dumm, ás
17021wierá Hirsch.
170227) Hund. Wenn man eines Geschäfles, z. B. eines Han-
17023dels halber vom Hause fortgeht, und es bellt der Hund des nächsten
17024Hauses, so gilt dies als ein gutes Anzeichen 1). - In den Rauch-
170251) Odhinn, der Sturmesgolt, ist auch der des Wunschos. -
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1702679
17027nächten verkündet der Hund durch sein Gebell heirathslustigen
17028Dirnen, in welche Gegend hin sie heirathen werden.
17029Wenn der Hund aweinte, so geschieht bald ein Unglück,
17030oder es slirbt jemand aus dem Haus oder der Nachbarschafl. —
17031Frisst der Hund Gras, so kommt Regen. — Hunde können •ge-
17032banele werden.. sa dass sie, macht sa auch einen noch so
17033grossen Lärm, weder einen n melden,.noch einem elwas anthun.
17034Nicht bannen jedoch kann man die, welche von Natur aus einen
17035gostutzien Schweif haben. - Man banne sic, indem man ihnen
17036die Feige zeigt, dlen Mund schliesst und nicht athmet. Bann-
17037formeln sind: "Hund, du beiss mich nicht,, Christi Fleisch, das
17038zerreiss du nicht, das helf mir Gott der Vater etc.• Oder: • Hund,
17039mich hat Golt erschaffen, auf dich hat er nicht oder nur gedacht )!.
17040Will man einen Hund bannen, (Altmünster) so nehme man
17041elwas Brot oder Fleisch unter die «Uerxne und gebe ihm, wenn
17042es warm und •marbe geworden ist, davon zu fressen; er geht
17043einem dann nicht mehr von der Seite.
17044Wenn ein Hund gebanut ist, (Altmünster) und du willst ihn
17045erschiessen, so lade Schuhriemen ins Gerehr; sonst bringst du es
17046nicht zu Stande. -
17047Einem Kinde, das «Huedssprüngn. hat, Auswüchse am
17048Kopf, hilft man, indem man eincn schwarzen Hund ibm dreimal
17049über den Kopí springen lässt. Ein schwarzer Hund, an dem auch
17050nicht ein weisses Härlein ist, kostet viel Geld; denn er ist gut
17051gegen das •HinTällád.• Ein solcher Kranker_ schäumi gerne
17052aus dem Munde. Gibt man nun einem solchen Hunde ein Stück
17053Brot.ndas mit diesem Schaume benetzt ist, zum fressen, krepiert
17054leser und der branke wird gesund. — Ein frischgeworfenes
17055Hündchen e gleichen Geschlechtes mit dem Kindę, das die Freise
17056hat, wird in einem Backofen lebendig verbrannt und daraus ein
17057Pulver Bewonnen etc. etc. -
170581) Beides wird gehört. -
p. 480
1705980
17060Kinderspiel: a) Käufer; b) Verkäufer; c) Hundel -
17061a) «Mein Herr Schickt mich ber Ueber Distel und Dorn, Ueber
17062Waizen und Korn, Und lasst fragn, ob keine jungen Hundi
17063mehr da sánd zum verkaufen. b) Es sánd schon noch eine da,
17064aber noch zjung zum Laufen. a) Wans nur übern Hack-
17065slock springen können. b) Das mög'ns leicht verrichten. a) Ib
17066wird gö beimgehen und wir's mein Herrn sagn. b) Bleibt der
17067Herr nur da (repet.) Ih ha márs scho widá anders dacbt, der
17068Himmel ist.blau, die Erde ist grün Und der Sohmals-
17069kochlöffel liegt afn Heerd. a) Was essens gern? b) An
17070Schmalzkoh. .a) Und was trinkens gern? b) An gsotnen
17071Wein. a) Und wo schlafens gern? b) Im Federbett a) Wie
17072beisst er und wo muss man'n nehmen? b) Bei der klein
17073Zechen.» Und so fübrt der Käufer das benannte Hundel bei
17074der kleinen Zelıe fort. — Das Spiel. beisss das Hundelspiel und
17075es sei hier nur bemerkt, dass sein Name, dass Hackstock, Sclmalz-
17076koch, gesollner Wein, Federbelh, dass selbst die kleine Lehe
17077mythisch bedeutsam sind.
17078Redensarten. Um inich schaut sich kein Hund um. -
17079Damit lockt man koan Hund van Ofn fürá. — Von sehr schlecli-
17080tem Wetter heisst es, es stürme so arg, dass man keinen Hund
17081zur Thür hinausjagen möchte. — Mich friest wierán Hund. -
17082Oan Gwand ham, wie dá Hund oan Haut. — Warln, wie dá
17083Hund af d'Schleg. — Heiln wierá Ködnhund. — Afn Hund kemá,
17084- Dö ersten Hund trenkt má gen. — Liegn, lügen wierá Bumál,
17085gstuztá Hund, reotá Hund. — Umáschwoalln wierá Hund. — Abi-
17086beudin (elwas; z. B. eine Küge), wie dá Hund Flel. — Wie dá
17087Hund ön Flehn. - Da liegt der Hund begraben. - Hundshar áflögn.
17088- Dá greoss Hund is _sán Vödá. — Nöd in iedá Hund hoast
17089Brándl '). — Ein Leben haben, wie ein junger Hund. — Vil
17090Hund sánd s' Hasn Teod. — Sih vátragn, wie Hund und Kaz. -
170911) Unter verschiedenen Benennungen, in verschiedener Gestaltung tritt oft
17092derselbo Gegensland, nämlicho Fall auf. — Brándl ist ursprünglich ein
17093Name rother Hunde.
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1709481
17095Wan má ön Hund áf d'Sau wirfl, s0 beisst l's nimá '). -
17096Os schmekt iem, wier ön Hund s' Háchlleká. — Wán dá Bumál
17097mit'n Geld kimt 3)!
170988) Iltis, das «Öltás.• Wenn sich in einem Hause und
17099zwar in allen Räumen desselben plötzlich ein oigenthümlicher Ge-
17100stank verbreitel, wofür man keinen anderen Grund anzugeben
17101weiss, so sagt man: •Ös hat sö s' Ültás umdráht.« Daher auch
17102«Stingá, wier án Öltás.•
17103Es heisst auch, dass es (Höfer I. 180) das Welzen eines
17104Messers auf Stetnen nicht ertragen kann und hiedurch gereizt
17105wird, aus seinem Schlupfwinkel hervorzukommen.
171069) Katze. Geht die Kalze 9mal ums Haus, so wird es
17107brennen. — Das Haus, in welchem_oine ureifarbige Katze ish,
17108kann nicht abbrennen ).-
17109Wenn die Katze »weinta, stirbt bald jemand aus dem Hause
17110oder der Nachbarschaft. —- Wenn sich die Katze putzt, hat der,
17111welcher sio darnach zuerst ansieht, Ungluck, - Wenn sich die Katze wauszwáhi, & d. h. die Pfoten leckt und
17112um das Maul sich streichelt, •kommt bald wer schöner.• — Wenn
17113sich die Katze »wascht, « kommt den Tag über wer schöner ins
17114Haus, oder auch wer seltsamer. — Ein Mädchen, das die Katzen
17115nicht mag, bekömmt cinen räudigen Mann; - hat es die Kalzen
17116gerne, kriegt es einen guten Mann.
17117Man scheut sich. eine Katze umzubringen; wer
17118es thut, verfälle einer auszehrenden Krankheit oder wird sonst
17119unglücklich. Man trägt daher auch die neugeworfenen Jungen,
17120kann man sie im Hause nicht brauchen, heimlich in tremde Häu-
17121ser.. häufig sogar über ein fliessendes Wasser. Auch soll man
171221) Zu arges Hetzen (eines Menschen auf einen andern) verfehlt der beab-
17123sichliglen Wirkung.
17124*) Scherzhaßlo Abweisung.
171259) Sie ist das Abbildl der Blitzwolke selbst. Die drei Parbon sind schwarz,
17126rolh und weiss.-
171276
p. 482
1712882
17129eine Katze nicht innerhalb des Hauses verenden lassen; sonst
17130müssen noch zwei Hausthiere daran.™
17131Eine Katze hat 9 Leben. — Die Katzen•belena, wenn
17132sie gul gelaunt, ein bebagliches Schnurren bören lassen: «Nuss-
17133bám, Ke'schbam, rau - rau - rau, Nussbám elc. etc.« ').
17134Redensarten und Räthsel. Kaznaugn har. — Kazn-
17135freindlih seï. — Kaznbugln. — Schmeichládá Kalz. — Dös bringt
17136á Kaz um. — Sih wüern wierá Kaz. — Streidn um dá Kaz sán
17137Schwoal. - Düs macht dá Kaz koan Bugl. — Springl d'Kaz auf
17138dö altn Füess ?). — Eam lauft d'Kaz mil dár Eln dava 9). -
17139Drum herumgehen, »wie d'Kalz um & Brer.=— Brumá, wieran
17140aldá Kadá. — Án Grant ham, wierá tragádö Kaz. — Váliebdá
17141Kadá. — Die Katze kriegt Heu 4). — Áfn Kazntischl sizn. — Wer,
17142nachdem er bereits zu essen aufgebört, hal. wieder anfängi, der
17143muss »der Kalz« cinen Pfenning geben.« — Von einein recht
17144zerlumpten Gewand sagt man, es hat so vil •Lukárn,« dass neun
17145Katzen darin keine Maus fahen könnten. — Die Kalze heisst auch
17146•Mule oder »Mulz, Mutzál • Mulzál wird als Sehmeichelwort auch
17147auf Menschen angewendel. »Mu'lsaubá,« — «Oan s' Mu'l detn.e -
17148Geht um und um ums Haus Und hal án Bindgartn in A'sch. -
17149Die hatze und ihr Schweif. - Oben schwarz, unten rauch.
17150•O weh, sagt das Rauch, Het ih das Schwarz in mei Bauch!«
17151Die Katze, welche im Rauchfang "schwarzes», d. I. Selchfleisch
17152ersieht. -
1715310) Maulwurf. eScher.• Die »Schern• haben ein sehr
17154zähes Leben, so dass nicht leicht jemand im Stande ist, einen
17155zwischen Zeigefinger und Daumen zu erdrücken. —
171561) Wenn die Gewitterkalze, die Gewitlerwolke, gelödtet würde, müsste das
17157Weltall selbst auszebren. — Rau, rau etc. geht auf den Donner. Nuss-
17158und Kerschbaum, von diesem heisst es in Kinderliedern of, dass er
17159•brinnad » wird, auf die blitzflammende Wolke. -
17160") Es ist die Sache trotzdem wieder die alte, dieselbe. —
171619) Es fehlt ihm das Mass zu seinem Thun; es ist daber völlig rerfehlt.
17162") Mit diesen Worten heisst man hie und da Kinder sich enlernen, wenn
17163Unschickliches geredet wird. -
p. 483
1716483
17165Wenn daher jemand mit der Hand einen lebendigen Maul-
17166wurf erdrückt, so kann er mit ihr auch den •Beiser, e oder das
17167«Beisádo 1) erdrücken. Oder: wenn man einen Maulwurf so lange
17168in der rechten Hand hält, bis er abstirbt, erhält man die Gabe
17169den « Wurmx zulödten. -
17170Wenn einem auf dem Weg ein »Scher• unterkomml, so
17171löse man das Strumpfband und lass ibn darüber laufen. -
17172(Handscbriftlich.) Wenn ein Scher aufmirh,.so breit ein
17173neu gewaschenes Tüchl auf, dass derselbig das Kott-derauf wühlk.
17174Nimb alsdann solches Koth. Wenn du Kugeln giessen willst,
17175nimb unter jedweder ein wenig dieses Kothes; so schiesst du mit
17176solcher Eugel hin, wo du. a. ro a. nrs e willt. -
17177Blutungen stillt man, indem man sich ein Säckchen um-
17178hàngh, worn sich die Vörderpfole eines zwischen den Frauentagen
17179gefangenen Maulwurfes befindet; doch muss der, welcher dies
17180Mittel anwendet, dem Thierchen die Pfote abgebissen haben. 11) Maus und Rafte."Die Weibsperson, welche eine esda aou vanom co
17181Maus tödtet, bat beim Brodbacken Unglück. -
17182Am Nikosilag?) kann man, indem man gewisse Zeichen
17183an die Thüre schreibt, alle Mäuse und Ralten aus dem Hause
17184treiben. --
17185In Freistadi gab es einst so viel Mäuse und Rallen, dass
17186man sich gar nicht mehr aus wusste. Da trug sich ein •Haltere
17187an, das Geschmeiss zu vertreiben. Er stand auf den Marktplatz
17188und blies in sein Horn. Je länger er blies, desto mehr Mäuse
17189und Ratten krochen aus Mauerlöchern, Kellerfenstern u. s. w. her-
17190vor. Endlich zog er blasend aus der Stadt, das Ungeziefer ihm
17191nach, bis er an einen Teich gelangte. Da watele er hinein, so
17192weit er konnte; sie schwammen ihm nach. Endlich hörte er zu
17193blasen auf, und dic Schwimmer versanken. -
171941) Den sogenaonten • Wurmr im Fioger. Der im Innern der Erde wüh-
17195lende Maulwurf gilt als ein Abbild des im Finger wühlenden, beissenden
17196Wurmes. -
17197*) Wahrscheinlich für Nikasias. —
p. 484
1719884
17199Rälhsel. Is nüt z'greoss, is nöt zbloan Und hal Augn
17200wierá Funkelstoan. Die Balle '). -
1720112) Schwein. Der Angang desselben verheisst Glück. -
17202Dagegen heisst es aber auch: wenn man eines Besuches halber
17203vOn Hause geht, und es begegnen einem zuerst Schweine, so ist
17204das ein schlechtes Zeichen; begegnen aber einem Schafe, so wird
17205man freundlich aufgenommien. So man von Schweinen träumt,
17206bedeulet es Streit. "-
17207Im Schädel des Thieres finden sich die 2 »Froas-• oder
17208auch •Wirfboal,, welche die Freisund den Wird verhindern.
17209Sie heissen auch • Wögweisárle, weil derjenige, der sie bei
17210sich trägt, niemals den rechien. Weg verliert. →
17211Redensarten und Räthsel. A Sau machn, Sau
17212habn. — Gehnt eanö neunö ön Balı waschn...(ader.auch) durih's
17213Wasser, Und wird nur oäs davá nass. Das Arächlige Schwein.
17214') Ratte oder Maus, sie darf hier wol idenlisch mit ihm genommen wer-
17215den, ist mitunler als Bild des Blilz =: Licht = Lebenfunkens zu fassen.
17216Darum beisst ein Mäuslein am St. Gertrudstage der Heiligen den F'aden
17217am Rocken ab, und diese fingt zu gárteln an. Dalıer soll man, wie
17218Rochholz miftheilt, einem Kinde, das mit offenem Munde schläft, diesen
17219schliessen, damit nicht die Seele in Gestalt einer weissen Maus ent-
17220schlüpfe; daher bekreuzt sich auch bei uns so mancher, der gähnt, den
17221geöffueten Mund; gebraucht man, basonders kleinen Kindern gegenüber,
17222so häufig liebkosend dns Wort Maus, wie man elwa sonst sagte: • Mein
17223Lebenla Darum hat die Magd, welche um die Zeit des Störibackens
17224:eine Maus umbringt, beim Backen Unglück. — Ein Kinderreim sagt
17225•Kriecht á Mausúrl Übúrs Hausárl, Wo thucts rastn? In Kindel sein Herz-
17226kasten.• Der Herzkasten ist als Silz des Lebens angeseben. — Oder:
17227• Der Nann auf der Leitn Hat Kraxn auf der Seilen, Da kommt der Sturm
17228und der Wind, Dass er über d'Leiln binabspringt. Da kommt die Maus
17229und Lebt ihn auf. Dank dir, meine liebe Maus, Komim heut in mein
17230• n% Haus, In der Kuchl auf dem Brett sleht án Kandl voller Meth. Mul,
17231Mu'l, Mul, musst aussi.« — Der Halter, der durch sein Blasen Mäuse und
17232Ratten in den Teich verlockl, ist Wödan, der Sturmgolt, der die Seelen
17233aller Alter in seiron Zug aufrimmt. -
p. 485
1723485
1723513) Wiesel. »Meamel.. Es »spürzet und pfuchzet, e wenn
17236man ihin nahe komml. Das Volk nennt dies sanblasn.• Wen
17237•'s Mcamel anblast, • dem schwillt der Kopf auf, oder er bekommt
17238die krätze. — demand frat unterwegs zufällig auf eine «Meamel-
17239lukne; da schwoll ihm der Fuss so schnell an, dass er kaum
17240mehr nach Hause konnte. Man vermochte ihm sogar den Stiefel
17241nicht melır vom Fusse zu zieben; er musste vom Fusse geschnit-
17242ten werden. — Ja es heisst selbsl, dass der Angeblasene oft so
17243anschwillt, dass er sterben muss. — Auch dass einer das Wisárl
17244»anschaut», reicht schon hin, um geschädigt zu werden 1). -
17245Wenn man mit Haaren von einein Wiesel, das zwisclien den
17246Frauenlagen gefangen wurde, das Vieh räuchert, schadet ihm keine
17247Zauberei. —
17248Das Wiesel kämpft rnit Schlangen. Ein Mann, der in
17249die Arbeit ging, musste über einen Steg. Da er aber milten auf
17250ihm eine zusammengeringelle Natter erblickle, traute er sich nicht
17251hinüber und schickle sich an, durch deri Bach zu walen. Da
17252sprang von jenseils ein Wiesel heran, kehrte jedoch, als es die
17253Naster ersalı, im Flug wieder um und verschwand. Aber eben so
17254schnell war es wieder zur Stelle, mit einem grünen •Kräutl oder
17255Sträussl• im Maul und liess dieses auf die Nalter fallen, worauf
17256siclı diese entrollle und in 3 Stücke absprang *).
17257Das Wiesel hört sich ungemein gerne loben; man
17258kann es biemit sogar aus seinem "Schlupfwinkel locken ; so ofl es
17259auch fortspringt, es hüpfl doch wieder herzu und treibt hunder-
17260terlei »Sclínáxn.e -
17261:
172621) Alles dieses mahut an elbische Wolkenwesen.
172633) Dürfle man etwa in dem Wiesel mil dem grünen Kräull im Maul oin
17264Naturbild der Früblingswinde, Stürme erblicken, welche die zusammen-
17265geringelle Schlange, die annoch rerschlossene Gewitterwolke sich ent-
17266rollen machen? Das Abspringen in 5 Slücke doule ich auf den Blitz.
17267Ich halle auch Höfers Erklärungen des Worles «Meámel• hicher: Weib-
17268«lien, Nülberchen, italien. donnola, oder ein rauhcs, fürchterliches Thier,
17269von mummen, vermummen.
p. 486
1727086
17271Es ist überhaupt sehr gescheit und versteht nicht selten
17272sogar, was die Leute reden. = Einst *stiessen Mähder auf ein
17273•Wieselnest;: sie nahmen die Jungen aus und spielten eben da-
17274mit, als die Alten dahersprangen. Es seben und zu dem Wasser-
17275krug laufen, welcher in der Nähe stand, und hineinblasen war
17276eins. Nach einer Weile setzten die Mähder die Jungen wieder
17277unversehrlins.Nest, und nun sprang eings yon den Allen so lang
17278an und auf dein Kruge herum, bis.cc.umfiel und in Scherben
17279zerbrach. (Windischgarsten.)
17280-Je weisser das ,Wisl. im Auswärts ist, desto mehr Schnee
17281gibt es noch.-
17282Redensarten. Wierá Wisl. Meamelgschwind. — Hat
17283dich was aublasn? -
1728414) Wolf. Wer vor Sonnenaufgang über eine Wolfsfährle
17285geht, der bekomml einon Wolfshunger. — Auch meinte man, der
17286Wolf habe nur einen einzigen Darm, welcher von dein Ausgang
17287des Rachens_bis zu den After reiche.
17288Redensarten. ePrössn, Hungár, oder auch ein Gebiss
17289haben, wie ein Wolf. — Dá Wolf frisst Schefl und olls. — Wer
17290vom «Bram - und Heidl - oder Schwarzberössn• slark geschwärzle
17291Lippen und Zähne hat, der hat sön Wolfn zrissn.e —
1729215) Gemeinschaftliches. In der Mitternachtsslunde,
17293welche dem Tage der Geburt des Herrn vorangebt, wird das Vieh
17294in den Ställen unruhig, erhebt sich vom Lager, um die Freude
17295über die Geburt_des 3. Herrn auszudrücken; Ochsen und Pferue
17296reden und weissagen sogar. — Auch das Stampfen der Pferde gilt
17297in dieser Nacht als vorbedeutsam. -
17298Wenn jemand schon krank liegt, und es läuft an dem Hause
17299in der Nachl ein fuchs, Hase oder Wolf rorbei,so stirbt der
17300Kranke. —
1730116) Fabelhafte Thiere. Das goldene Heinsl. Am
17302Vorabend vor Weihnachten sehen Kinder, bis 10 Jahre alt, wenn sie
17303bis 11 Uhr. Mittags gefastet laben, das goldene Heinsl) welclies
173041) Das Pferd ist ein Naturbild der Sonnenbewogung. -
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1730587
17306von einem Dache zum andern springl. — Es bringt den Kindern
17307Aeptel und Nüsse, —
17308Dio Habergeiss. ') Man hört sie, besonders im Aus-
17309wärts, nachts aus den Haberfeldern; sie plärrt wie eine Geiss. Sie
17310war auch im Gefolge des •Niklae und kommt als Schreckgestalt,
17311welche muthwillig nachgebildet wird, noch vor. Man nimmt dazu
17312eine Plache über sich und unter dieselbe 2 Stäbe. womit man
17313bald vor -, bald rückwärls, bald in der Richtung nach oben, bald
17314wieder zurück schiebl, so dass das im Mondschein oder nächt-
17315lichem Dunkel wandelndo Ungethüm den Begegnenden Hörner,
17316Kopt und Hals bald zu verlängern, bald einzuziehen und selbst
17317den Hinterleib mannigfaltig zu verändern scheint. -
17318Das Märzenkalb. Es geht im Märzen früh morgens
17319herum und fängt die Kinder zusammen; anderswo: es geht auf
17320sic los und stösst sie nieder. — (Rossbacl). Um den Kindern im
17321Auswärls das ersehnte Barfussgehen zu verleiden, 3agt man ihnen:
17322Der •Märzenkadá• habe sich sehen lassen; der die barfuss
17323gehenden Kinslcr alsleche. Stirbl ein Kind in dieser Zeit, so heisst
17324es: »Seht, der oder dic ist neulich barhaupt oder barfuss gegan-
17325gen; jelzt hil ihn oder sie der Märzenkadá abgestochen.• —
17326Die Mooskul. 2) Sie häll sich in «Wälderne und »Nö-
17327serna auf, bülle nachts, d. h. sie stösst ein dumpfes Gebrüll aus.
17328Einst hiess sie auch Mostkuh. und wenn sie zeitig im Frül-
17329jahır sich büren liess, hoffte man auf ein gutes Nostjabr. In Win-
17330disclıgarsten sagt man von einem •Moosbock,r einem gespen-
17331sligen Thier vou ungeheuerer Grösse, mit langem Bart und mit
17332feurigen Augen, das nachts sein. Brüllen hören lässt, besonders
17333an suinpfigen Waldplätzen. Wer siclı erfrecht, scin Gebrüll naci-
17334zumachen, dem kommi es nach und nach näher und glolzt ihn
17335mit den feurigen Augen schauerlich an, verschwindet aber, wenn
17336man sich 3mal mit dem hl. Kreuz bezeichnel. —
17337") Sie ist ein Abbild der Sturmwolke. -
17338*) Die Rohrdommel, ardea stellar. Lin. Ist wol als Naturbild der Früblings-
17339gewilter aufzufassen. • F'rüher Donner, spüler Hunger.• — •Früher Dorr-
17340ner, späler Durst, • könnte man bienach scherzond anfügen. -
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17341Der Viehschölm. Er brüllt bei Tag oft schreckhafh,
17342wie ein Stier. Die Leute haben da einst gesagt, es komme bald
17343eine Krankheit über das Vieh. -
17344d) Vögel.
173451) Bachstelze. Wer Bachstelzen beunruhigt oder ilınen
17346die Jungen ausnimmt, der wird »zitternd;« eben so, wer ihrem Rufe nacbspottek In Altmünsier ällgemeiner: wer Bachstelzen be-
17347unruhigt, den trifft ein Unglück. — Und wieder : Zerstört man das
17348Nest einer Bachstelze, hat man Unglük durch Wasser zu befabren.
17349- Wenn man diesen Vogel beunrubigt oder tödfet, tritt Bach
17350oder Flüsschen etc._aus. — Wenn die Bachstelze ibr Noaf-hoch
17351am Ufer baut, ist eine «Güss« zu befürchten. —
17352Räthsel. Gebl um und um áfn Dah, Und hat án Bind-
17353gártn ön Loh.
173542) Elster, Alsta, Alstavogl. Silzt eine Elster aufs
17355Haus oder in dessen Nähe und schreit viel, so kommt wer »mil-
17356nöoa• ') ins Haus, d. h. ein noch gar nie dagewesener, ganz Frem-
17357der. Anderswo heisst es, es komme da ein «Schörö, • Scherge,
17358Gerichtsdiener. -
17359Wenn die Elster kräht und man ist unterwegs, so kommt
17360man nicht weit vorwärts, hat ilen Tag über auf dem Wege noch
17361Unglück. Man spuckt darum zur Abwehr aus oder scheucht sie
17362wo müglich aus dem Wege. (Sehr häufig.) Zur Elster, wenn się
17363schreit, sollst du sagen : »Alstákádárl, ih dank dár.• Nachher schadí's
17364dir nicht! Wenn die Elstern viel schreien, so wissen sie ein Un-
17365glück voraus und »kágüzn und lachn• vor Freuden. -
17366Wenn sich die Elstern auf die Mahd selzen, wird schönes
17367Wetter. -
17368Die Elstern gehören dem Teufel an; er hat einmal wie
17369Golt Schwalben schaffen wollen, ist aber so widerlich krächzendes
17370Gevögel daraus worden. Anderswo heissen sie geradezu I eu-
173711) •Mita ist hier das ültero •il,« zurück, abermals, gleichsam zweimal, .
17372also ganz, völlig neu. — In unserm Dialekt laulel es auch wie nie, ir;=
17373daher sirdrukn, • d. b. wiedorkiiuen, —
p. 489
1737489
17375felsvögel; sie haben auch unter der Kopfhaut Hörnlein, wie
17376der Böse selbst. -
17377Wenn man in cinen Baum, wo die Elster nistel, 3 Kreuze
17378schneidet, verlässt sie ihu alsogleich. selbst wenn die Brut noch
17379nicht. flügge ist. Sogar aus der Nähe des Hauses kann man sie
17380auf diese Weise vertreibeu. ') -
17381Wer ein Elsternest zerstört, den trifft bald ein Unglück. -
17382Wenn man den Büchsenlauf mit Elsternbluk wäscht, bekommi
17383sie einen guten Brand. — Die Elster lache : Cha - ka - ha-la-ka;
17384cha - ka- ka.e Sic ruft auclı: •Kommt wer schöner.•
173853) Emerling, d'Amerin. Sie singl: •Sim Bauárn kál
17386ih um koan Fist nüt.• Oder: Zi-zi-zi - z' Suhnid.• In Früh-
17387jalr, wenn der Sehnee geschmolzen ist, bittet sie den Bauern:
17388•Zi -zi-zi-zi; Mássl Hawárn bis áfn Schnid hi.«
173894) Eule, «Aul, Eifl. Wo der Auf jauchzt, (Innviertl)
17390da ist der Teufel nicht weit. —
17391Der »Aufe (Attersee) schreit besonders im Frühling und
17392Hlerbst; hört unan aber seinen Ruf im Sommer, so hat dies nichls
17393gutes zu bedeuten. — S' Eifl ist (Steinerkirchen) ein kleiner
17394Vogel, so kilein als der Zaunkönig, der zu Häusern und Fenstern
17395fliegt und schreit: •Zöoh wök, züoh wök, zöoh wük!e Sein Ge-
17396schrei kündet einen Todfall an. Identisch mit ihın ist vielleicht
17397das •Schafwigál• (Altersee und Buchkirchen). Aus dem Hause
17398(Allersee), in dessen Nähe es schreit, stirbt jemand, oder es ge-
17399schiell darin sonst ein Unglück. -
17400Wenn das •Wichtle (Mühlviertl), strit passer. Lin., sein anmaood
17401widriges Geschrei hören lässt, stirbt bald jemand aus der Nach-
17402barschaft, oder es geschieht sonst ein Unglück. -
17403Der "Stockaufe oder Todtenrogel, strie aluc. Lin,
17404lässt seinen stöhnenden Ruf hören, wenn jemand aus der Nähe in
17405kurzer Zeit sterben soll. Hürt man iln also, soll man fleissig beten
17406") Die Waldweibchen finden (Mannhardt) vor dem wilden Jäger auf Baum-
17407stümpfen Schutz, die mit 3 Kreuzen bezeichnet sind. Die Elster stellt
17408sich biemit in Verbindung mit dem Sturmeegotte. -
p. 490
1740990
17410urid sich zum Tode vorbereiten; denn einer von denen, welche
17411ihn hören, stirbt gewies. -
17412Wenn der Auf im Auswärts jauchzt, dürfen auch die Tag-
17413werker jauchzen; denn es gibt ein gules Jahr, besonders viel Nost. —
17414Der Auf jauchzt: "Juhu, " oder auch: "Juhu, wo bist denn?.
17415Und die Aeufin antwortet: •Da bin ichı,« oder: «Da kim be'!e
174165) Fink. Es ruft, wenns kalt wird: •Stink, stink, stink!e
17417Sonst singt er auch: «Zi-zi-zi-zi; da reit he' zuchá!" Der Berg-
17418fink oder Nikowitz heisst auch •Pienk,e, weil er singt:
17419•Pienk, pienk..
17420Redensart: Blindfink. •Siegsl,o hat dá Fink gsagt Und
17421hat ön Spazn d' Augng ausghacki.. So erwiedert, wer eine ab-
17422schnappende Rede hören mussle, im Gespräch •atrumpfle wor-
17423den ist.-
174246) Gans. Am Martinitag Vormitlags sind die Gänse
17425•frei;• jerler darf sie, wenn sie auf dem Feldi sind, wegnehmen.
17426- Die Wildgänse (unteres Müllvierll) mehmen die Jause
17427mit und bringen sie wieder.-
17428Redensart. Rödn, wan d Gens brunzen. ') - Kinder-
17429reim. •Was tragt die Gans auf ihrem Sclnabl, Vetter Hans?.
17430•Nesser und Gabl tragt die Gans auf ihrem Schnabl Velter Hans,
17431Velter Hans!• • Was tragt die Gans auf ihrem Hirn? etc.• »Ein
17432Schneiderknecht mit Nadl und Zwirn etc.« • Was tragt die Gans•
17433auf ihrein Kragi elc.? »Ein Fuhrmann mit Ros und Wagn elc.e
17434Was tragt die Gans auf ibren Flign, etc.? oIn Federbelt
17435wárs gut liegn ele.• Was tragl die Gans auf ihren Füssn, elc.?
17436• Wer viel sündigt, unuss viel büssn elc.• Was fragt die Gans auf
17437ibren Zehn, etc.? «Wer nicht fahren kann, der muss gehn etc.e
174387) Gimpel. Wenn er zeitig im Herbste schreit, wird es
17439früh Winter. --
17440Der Gimpel zieht den Ruthlauf. an sich. Dieses gilt auch
17441ron dem Krumuischnabel. —
174421) Gar nicht, nie redon, oder zu reden haben. -
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1744381
17444Als der Herr desus gekreuziget wurdan, trauerten alle Vögel.
17445Auch Gimpel und Krummschnabel legten ihr Leid an den Tag.
17446Sic selzten sich auf das • Kreuz und versuchten mit den Sehnäbe-
17447lein die Nägel herauszuzichen. Im Eifer aber bogen die einen sich
17448hiebei den Schnabet krumm, während die Gimpel sich ihn slumpf
17449hieben; zugleich bespritzten sich diese Brust und Leib mit ro-
17450them Blut.-
17451Redensarten. An Gimpel fangn, auf der Nase sitzn
17452halın. — Dummer Gimpel. -
174539) Habicht, Habich. Man findet sie bäufig an Thoren
17454angenagell. Der Bauer sagt, es geschehe, um andere aus der
17455Näbo der Häuser zu scheuchen. Auch mit Eulen geschietit häufig
17456dasselbe. ") -
17457Der Name des Habichts wird nicht gerne genannt; man hürt
17458meist nur den Ausdruck das Flüogád..-
17459Bedensarlen. Sein gen einen, wie der Habich, wie der
17460•Stessle auf d' Taubn, darauf sein wie ein Habich, d. I. auf elwas
17461fabren, losstürzen, voll Begierde darauf aus sein. —
174629) Hahn und Honne. Wenn Jie Hennen abends lange
17463lıerumn •basteln, « nicht heimkommen wollen, bleibt den folgenden
17464Tag schönes Wetler. Wenn der Hahn ausserhalb der Slube
17465kräbt, wird oder bleibt es schön; lbut er es innerhalb derselben,
17466ist das Gegentheil der Fall. Wenn der Hahr Nachmittags kräht,
17467wird schlechtes Welter. —
17468Wenn die Hühner_sich.emoldeln,e.d. b schülteln,. dass
17469»d Nolun• heruintliegt, wird es grob. ") -
17470Wenn die Hüener sich »segnen, « ko mmt eine ehrenwerthe
17471то а а-
17472Person ins Haus; •breiten• sie sich aber, ist's ein lästiger Gast
17473(wird auch auf schönes und schleclites Welter gerleulel.) Wenn
17474") tis ist dieses ursprünglich zur Abwehr des Blitzes, des Einschlagens ge-
17475schehen. Die Eule ist ein Nalurbild des Blitzes.
17476") Diese Wetferpropliezeiungen fliessen daraus, dass Hahn und llenne ein
17477Naturbild der Wolke, insbesondere der Gewillerwolke sind. Der Donner-
17478golt ist aber auch Lebonsgoll, Heilgoll, segnot Peld and Stall und Ebe.
p. 492
17479д2
17480sie sich pulzen und Celbst beschnäbeln, wird man zu Gast oder
17481Gevatler geladen. (Auch auf schönes Welter gedentet.) -
17482Wenn die Hühner »schnibbern,• d. I. den Schnabel mit
17483denı Fusse kratzen, so kommt bald jemand F'remder. Dasselbe ist
17484der Fall, wenn die Henne mit dem Schnabel zwischen die Spros-
17485sen der Steige anschligt, besonders wenn sie es abends thut —
17486Wenn die Henne einen Strohhalm unter dem Schweife bat,
17487so slirbt noch in derselben Woche jemand in der Nachbar-
17488schafl. - In der Thomnasnacht fängt man im finsiern Hennen aus
17489der Steige um zu erforschen, ob man im nächısten Jalr sterben
17490wird oder nicht. Wenn der Habn am Fastweianachtolag. auf einem
17491Wagen bräht, fübrt man bald daraul einen Todlen. Wenn jemand
17492nicht slerben konnte, stach man yor seiuen Augen-cinem Hahn
17493den Hals durch. -
17494Wenn die Hübner weit ron den Häusern weg Fulter suchen,
17495konımt Hunger ins Land. -
17496Auch mittels des Eies erforseht man die Zukunft, und
17497eine Zeit lang in der Achsellöhe getragen, befähigt es zum Schalz-
17498graben. Jedoch, setzen einige hinzu, muss ein solches Ei, das
17499zum Schatzgraben lauglich sein soll, von einem Halın gelegl sein.
17500Krähende Hennen sind Unglücksvögel; sie krähen um
17501Feuer oder schreien nach einem andern Unglück, weleles bereits
17502sehr nahe ist. Man soll ihnen daher auf der Stelle den Kopf ab-
17503hacken. Darum auch der Reim: •Wan d' Hen mehr schilt als
17504dá Hlan, Uñd s' Weï' mehr gilt, als dá Man, da isi's nimá guet.« —
17505Doch auch als Hochzeilsvogel galt der Iahn. Darun
17506gieng einst der Hochzeitlader mit einem Hahne daher, welcher mit
17507den Füssen an einen Stecken gebunden war. Um so leichter be-
17508greiflich erscheint es auch, dass das Alter der Hühner, welche man
17509in der F'astnacht im finstern aus der Steige fing, das Alter des
17510Zukünftigen bestimmte. -
17511Hin und wieder erzäblt sich das Volk ron dem »Hühner-
17512geiskr Zur Nachtszeit, wenn die Hühner in der Steige sind,
17513wirft es sie ofl, besonders die schwarzen, aus dieser heraus, wenn
17514aie auch noch so fest zugemacht ish. Dies thut der Hühnergeist,
p. 493
1751593
17516der nicht früher Ruhe gibt, bis kein schwarzes Huhn mehr dar-
17517innen ist. (Innvierll.) — Der Hübnergeist wirft die Hühner in der
17518Steige so herum, dass sie auf das kläglichste sebreien und am
17519Ende gar wie lodt daliegen. Wenn die Hübner naelts in der
17520Steige ein »Geblödá• machen, ist der Hübnergeist unter sie ge-
17521fahren ; man vertreibt ihn mit • Weihbrun.• —
17522Eine schwarze Henne muss auch der, welcher kreissteht,
17523wenn der Teufel erscheint, ihm vorwerfen. -
17524Gegen das •llinfallende• wallfabrte man noch im vorigen
17525Jahrhundert nach Wallern und opferte daselbst einen scbwarzen
17526Halın. Er ward, während man in der Kirche beletr, an das Freit-
17527bofgitter angebunden. -
17528Die Hühner rufen, der •Giggál oder Ha: •Gi-ka-ri-bi-i-i;•
17529die Hleane, wenn sie ein Ei gelegt hat: «Dà - dà - dà - dà - làts.«
17530Oft auch •greinen• sic einander aus und sagen : •Geh, geh, geh,
17531gel, geh, gelı.• Die Küchlein rufen : •Dieb - Dieb - Dieb !e
17532Redensarten und Rälhsel. Nah eam krát koan -.
17533Hã. — Mei Hendl! (Kosend) — So brav wierá Hendl. — Drein-
17534schaun, als wenn einem »d' Hená s' Breod gnumá bedn.. " -
17535Hã sá ön Korib, ál sán Misk — Biha. — Lolhen. -
17536Hearmandl ( man schilt kleine Buben so.) — Schäldn, sleigo wierá
17537Ha. — Wierá Há in dá Balz. — Ausschaun, wie d' Hen hintárn
17538Schwoaf. -
17539Veor wierá Rifl, llint wierá Sichl, Bá dá Milt wierá Fass,
17540Ral, was is das? — Hint wierá Sichl, bá dá Mitt wierá Burláfassl,
17541veor wierá F'enstáslock. — Veor wierá Kampl, bá dá Mitt wierá
17542Wämpl, Hint wierá Sichl, Rat mei liebá Miehl!e — Dor König
17543aus dem Wálischland, Schwarz und weiss is all sein Gewand, cin
17544hürnás Maul und ein fleischárn Bart: Wers nicht weiss, erratb's
17545går harl. — Es ist ein Mann von Riggengiggen, Hat ein Kleid aus
17546lausend Stücken, Hat ein beiners Angesicht, Seinen Namen sag
17547ich nicht. — Es ist ein Mann von Duk, Duk, Duk, der hat ein
17548Kleid von hundert Stuck, Einen beinernen Kopf, einen federnen
17549') Sich gar nicht zu helfen wissea, ganz unbebolfon sein. —
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1755094
17551Bart, Es ist ein Mann von allerlei Art. - Gelit um und um ums
17552Haus Und hat á Stoanl ön A'sch._— Eitragende Henne. -
17553Wer Sind die ersten Vorbothen Gottes? Der Hahn, weil er
17554kräht: •Christ ist geboren.. Der Tauber, weil er ruft! Wo?e
17555Und der Ziegenbock, weil er schreit: Z' Bethleher!« —
17556Ein Müllner muss 3 Dinge haben: einen Haushahn, einen
17557Haushund und eine Mühle. »Der Hahn sagt: Ös is, is, is, is à
17558Diek in Haus!a Der Hund fragt: •Wo, wo, wo?« Und die Mühle
17559antrortet: •Dá Milná, dá Milná!. -
1756010) Kibitz. Es leisst von ihnen, dass sic »verwunschene
17561Jungfern• seien.
1756211) Kirschpirol, «Vogel Fiaus.')• In Buchkirchen
17563nennt man ihn auch: •Guglvachaus.& Er gilt als der späteste Som-
17564merrogel; schreit e r einmal, so bleibt es warm. - Mit dem Gelb
17565oder Gold seines Gefieders hängt es wol auch zusammen, dass
17566man, fiegt er gegen Häuser und Scheunen, Einschlagen und Schauer
17567besorgt; man selzt ihm daher auch, lässt er sich in der Nähe
17568cines Hauses sehen, auf alle mügliche Weise zu, um ihn wieder
17569daraus_zu xertreiben. — Um Altmüinster heisst er geradezu der
17570»Schauervogel;» wenn er schreil, setzt es Schauer ab. -
17571Er schreit: • Vogel Fiaus, Treibt's d' Kölpá und Küeh aus!• 2
17572Oder auch: •ls dá Bach g'a töof.• Nach Regen schreit er, wenn
17573er sagt: «Giglgaglöo, Bugl ablöo,• oder: •Giglgaglá - Blöo dár
17574ön Bugl a.e
1757512) Kräle. «Kra.« Wenn man auf dem Wege ist und
17576hört in der Nähe den Ruf einer Kran, so sage man: •Dank dir,
17577Kran, Wan's mich geht an; Gehts mich nöd an, So flieg davan!e
17578Oder auch : "Dank_ dár Krá, Wan's d' á Glik woash, sa schreist,
17579Wan & Unglik, sa schweigst!« Auch so ruft man entgegen: •Dank
17580dir Golt, Kran; Wenn es mich angeht, kräh mich noclunal an !«
17581Thut sie es, so hat man gewis Glück zu erwarten. Man 3agt auch :
17582•Kral, Kral, grát dir dein Speis, Grát mir das ewige Himmel-
175831) Wol aus dem nicht mehr verstandenen • Gu golfinuse entstell. -
17584") Daber vom Votke als • Viohause godoutet —
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1758585
17586reich.. Der Ruf der Krähe bedeutet darum Glück, weil er laulet:
17587• Grát, grát,« d. D. es geräth, geräth. — Eine Krähe, wenn sie
17588sich auf das Hausdaclı selzi, verkündet einen angenehmen, glück-
17589bringenden Besuch.-
17590Wenn die Krähen im Herbste sich sammeln, so leisst es,
17591sie sbalten Hochzeit;* je grösser die Zabl, je höher der Flug,
17592desto glücklicher das dahr. —
17593Wenn sich die Kräbe auf die Malid selzt, zeigt sie schlech-
17594tes Wetter an. -
17595•Kra"wafn• bringen dem Jäger Glück. Mancher trug sie da-
17596her besländig bei sich. -
17597Wird ein Schwein geschlachtet (Sleinerkirchen), so thut
17598man ein gewisses Slück Fleisch auf die Seile und hängt es an
17599einen Baum auf. Die Leute nennen es daher auch •Krafleisc h.e
17600Man nimmt eine Märzenkra, d. h. eine im März ge-
17601schossene Krähe, dörrt die Leber und gibl sie ilen jüngen Hühn-
17602chen und Gänschen zu fressen, damit sie enichtse fangen kann. —
17603Die Todtenkrá, corv. corn. Lin. Wenn sie ibr «Wehe
17604rull, stirbt bald jemand aus der Näbe; schreit sie 3mal, gelt es
17605einen Maun, wenn nur 2mal, ein Weib an. Man bekreuzte sich
17606daber einst und betele, dass man in keine Todsünde falle und
17607auch um Abwendung anderen Unheils. In Altmünsler spielt neben
17608der grauen hrähe auch die Mandelkrähe diese Rolle. -
17609Der Ruf der Todtenkrähe lautet und zwar traurig und ge-
17610zogen: •Weh, weh, weh!« Oder: "Auweb, auweh! -
17611Redensarten. Wan d' Krá an bössárn sizt, aft floigts
17612dava. — «Oan Kra lakt dár anárn d'Augng nöd aus.« —
1761313) Kukuk, •Gugu, Gugá, Gugilzer• Er schreit.-
17614nicht eher, als bis der Haber grün wird. Insbesondere wird Georgi
17615als der Tag genannt, an welchem er zu rufen anfängt. — Eine
17616Blume, lychn. flos, Lin., welche um die Zeit, als er ankommt, zu
17617blühen pflegt, heisst daher auch Gugitzer Blüemel. -
17618Auf hört er, wenn er den Wiesbaum fallen hört, oder das
17619erste Mandl auf dem Kornacker sieht. Hört man ibn das erstemal
17620im Auswärts schreien, so sol! moan auf einen grünen. Wasen ste-
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1762108
17622hen; man slirbt dann' das Jahr nichl. — So oft er auf die Frage:
17623•Gugölzár áf dár 0'm (Ebene), Wie lang last mih noh löbn?e
17624• Gugur schreit, so viele Jahre lebt man noch. — Mädchen er-
17625fahren auf dieselbe Weise auch die Anzahl Jahre, nach weleher
17626sie heirathen werden. —
17627Schreit er das erstemal und man hat eben kein Geld bei
17628sich, lat man das ganze Jahr keines und umgekehre. Man pllegt
17629daher auch, bat man Geld im Säcke, dasselbe zu schütteln, und
17630hofft, dass es sich sodann vermehre. —
17631Wenn man den Kukuk das erstemal rufen hört, soll man
17632darauf achten, ob er yor oder hinter einem rufk Schreit er
17633vor einem, so geht es mil einem das Jahr hindurch vorwärts und
176348. f. In dem Büchlein »Aufriehtiger Unterricht u. s. w.,e ist die
17635Rede, dass man damals, wenn man den Kukuk zum erslenmal
17636hörte, etwas uater dem Fusse suchte, Dies bringe, meinte man,
17637Glück. -
17638Wer dem Gugitzer nachspoltet, bekommt die •Gugl - oder
17639Gugáschekn.. -
17640Man glaubt auch von ihm, dass er Vogeleier raube und sie
17641austrinke, und sagt daher, er höre zu schreien auf, •wan d' Vögl
17642s' Lögn hengánt, e weil er da keine Eier mehr bekomme. —
17643Selbst das heissi es von ihm, dass er nur das erste Jabr
17644ein Gugilzer ist, sodann aber ein •Taubnstessl, Habichte wird. -
17645Der Gugu schreit: •Gugu, Gugur und das Kind antwortet:
17646»Tscha, Ischa; Ischa, tscha.• — Das Guguspiel der Kinder ist
17647allgemein bekannt. — Ein Reim lautet: •Hinlá (d. h. intá) da
17648Hollástauc sitzt dá Gugu; ih het dö ga'bal' nöd kennt, bistás
17649den du?. -
17650Bruchstück eines Kukukliedes.
176511) Der Kukuk silzt wol auf ein Ast,
17652Wenns regnel oder schneibl, so wird er nass,
17653Kukuk, Kukuk, Kukuk, Kukuk, Kukuk, Kukuk!
176542) Und er waiss schon, wanns gut wandern ist,
17655Im Sommer, wanns schön warm ist.
17656Kukuk, Kukuk, elc. elc.
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1765787
176583) Der Kukuk fahrt vors Goldschmidhaus,
17659Goldschmid, bist drin, komm selbst heraus !
17660Kukuk, Kukuk, etc. elc.
176614) Mach mir ein Ring, ein Ring von Gold, 1)
17662Steck ihn mir an, an die rechte Hand!
17663Kukuk, Kukuk, etc. etc.
1766414) Meise. Sie singi: «Zizibe" -zizibe" - zizibe" - zizibe"
17665zizibe".• — Oder auch: »Zi - zi - zi Muschgáblüeh, Muschgáblüeb,
17666Muschgáblüeh.• -
17667Die «Bemmoasn,s par. palusir. Lin. Sie singt und zwar
17668hastig: »Zi-zi-bé.« Die Kohlmeise, par. major, Lin.; der
17669lustige und wiederholte Pfff dieser Meisenart ward •Schmidmichel•
17670und ein anderer schleifender Gesang, der als noch vornehmer galt
17671•Sagfeiln• genannl. -
17672Redensarl. Eine rechte •Spermoasn•, d. I. recht mager
17673sein, scblecht aussehen. —
1767415) Der Moosschnepf, scolopax gallinag. Lin. Er gibt,
17675wenn sich das Weller verändern will, im Fluge einen Laut von
17676sich, der dem Geschrei der Ziege nicht unähnlich ist. —
1767716) Nachtigall. Ihr Nest verleiht dem, welcher es bei
17678sich trägt, die Gabe der Upsichtbarkeit. Jedoch es ist sehır schwer
17679zu bekomınen; denn es findet sich, wie die Nachligall überhaupt,
17680nur selten und ist selbst ynsichubar. Man kann nur in seinen
17681Besilz gelangen, indem man in einen Bach sçhaut, an dem Erlen
17682stehen, und das Nest erspäbt, wie sich's im Wasser spiegell, und
17683Ast und Zweig sich genau merkt, woran es sich befindet. -
17684Redensart. Singá wierá Nachtigal.
17685Bruchstück eines Liedes.
176861) S' silzt ein kleins Vögerl im Tannabauen,
17687Singt allweil, wispelt und pfeifl;
176881) Man hat hiebei an das Sonnengold zu denken, welches der ankommende
17689Kukuk mitbringt, oder an den von dem Gewitlerschmiedo verferligten
17690Goldring. Der Regenbogen heisst dem Volke noch Himmelsring. -
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1769188
17692Ei, was muess das für á Vögerl sein?
17693•Es muess ein Nachtigal sein.«
176942) •Eija, das ist ja kein Nachtigal,
17695Eija, das derfst ja nit glaubn;
17696D' Nachtigal sitzt auf kein Tannabaum,
17697Schlaft in eir Haselnussstaudn.•
1769817) Pfau. Die ›Pfabnfedern• (die des Schweifes) halten
17699•Schaben und Maucken• ab; man legt sie daber gerne zu Wol-
17700len - oder Pelzkleidern. -
1770118) "Rabe. Es wird hier gleich voraus bemerkt, dass höchst
17702wahrscheinlich unter diesem Namen nicht selten die Krähe, corv.
17703cornix, gemeint ist und somit unter verschiedenen Namen ein und
17704derselbe Vogel auftritt. -
17705So die Raben in den Wäldern stark schreien, so bedeutet
17706dies ein starkes Donherwetter. -
17707Wenn ein Rabe •krähl, e sagen die Schiffleute (Viechten-
17708stein) «Winsch dár án teodn Hund, weils gráb!e ") -
17709Wenn der •M ay ogle sich hören lässt, soll man sich be-
17710kreuzen und beten: «O Gott, gib uns das ewige Leben und dem
17711Raben einen todten Hund!e -
17712Der Rabe, Mahnvogel ruft: •Grab. Grabe und mahnt so an
17713die Kürze des Lebens und die Vorbereitung für die Ewigkeit. -
17714Der Mavog warnt auch: •Gib -acht-gib-acht! Man
17715nehme aus einem Rabennest das mittlere Ei beraus und lege
17716an dessen Stelle (was gab der Kriminalakt aus dem Kremsmünster ".d "'aap"a tsesars
17717Archiv nicht an). — Dann fliegt der Rabe fort und bringt einen
17718Stein her, den er in das Nest legi. Dieser Stein, unter der
17719Zunge im Munde getragen, macht unsichtbar.-
17720(Kremsmünster Archiv. ) •Dass man dich nit sieht. So
17721nimb ein Ei von eines Raben Nest und seud es den nächsten Tag
17722vor Karfreitag ag und leg es wieder in das Nest. Und darnach, so
17723" Odbinn verleiht auch den Schiffen den günstigen Wind. Weil Rabe und
17724Kräbe vom Volke bäufig nicht unterschieden werden, erklärt sich auch
17725das obon von der Kriibe, als Glüokarogel überhaupt, Mitgetheilto. —
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17726die Vögel _rauh werden, so kumb hin wieder zu dem Nest, so
17727findtu ein rötlin. Stein, und wenn du denselben Stein in den
17728Mund nimbst, so mag dich niemand sehen. Ist bewälre. —
17729Redensarten. Ram = as, brátl, vieh. Gausrap. Die
17730mythische Bedeutung des Raben spricht sich auch in dem folgen-
17731den Liede (Buchkirchen) aus, dessen Text so vollständig herge-
17732stellt wurde, als möglich war !).
177331) Es hat eine Frau drei liebiste Söhn,
17734Sie weiss nit, wo sie schlafen seind hin,
17735In'n Himmel oder auf Erden, ja Erden!
177362) Sie ging wol in den Wald hinein
17737Und suchet' dort ihre drei Söhnelein;
17738•O weh, wo mag ich sie finden, ja finden!•
177393) Da flogen drei schwarze Rabelein herein :
17740•O Rabelein, liebste Rabelein mein,
17741Leicht wol gar ihr meine Kindelein seid, ja Kindelein seid?«
177424) •O Rabelein, liebste Rabelein mein,
17743Was habt denn ihr verschuldet heint,
17744Dass ihr so schwarze Rabelein seid worden, ja worden ?.
177455) «O Mutter, liebste Mutter betrachi,
17746Haben wir gespielt 3 Samstagsnacht,
17747Im Sonntag sind wir nicht in d'Kirchen kemmen, ja kemmen!«
177486) «O Rabelein, liebiste Rabelein mein,
17749Flieget's mit mir in die Stadt hinein,
17750Ich will euch ein Jausen geben, ja geben!«
177517) ,O Multer, wir müssen noch über den Rein,
17752Dort drinnat, dort liegt ein' todte Schwein,
17753Das wird unsere Jausen werden, ja werden!«
177548) •O Rabelein, liebiste Rabelein mein,
17755Was mag das für eine Busse wol sein,
17756Damit ich euch kann erlösen, ja erlösen!e
177571) Das Lied ist eine Variante des Mährchens von den 7 Raben und der treuen
17758Schwester, welches von Mor. v. Schwind s0 geistreich ist komponirt morden.
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177609 .O Mutter, wir wollen die Buss dir wol nennen,
17761Ein ganzes Jahr musst du auf dich nehmen,
17762Musst alle Freitag fasten, ja fasten!
1776310) Und als das Jahr herum schier kam,
17764Und ihr nur ein einziger Freitag abgang,
17765Vor lauter Leid ist sie gestorben, ja gestorben!
1776611) Da kamen ibre drei Söhnlein daher,
17767Sie hoben ihre Mutter von der Erd,
17768Zu Grab haben sie's getragen, ja getragen.
1776919) Rebhuhn. Es ruft: «Gröa" Röck, Gröa Röck, Gröa
17770Röck). --
1777120) Rothschweifchen. «Reotschwoaferl (mola-
17772cil. phoenicur.) und •Wischpál, (motacil. erithac. Lin.) -
17773Das Rolhschweiferl ist ein Glücksvogel. Es heisst auch der
17774Vogel unserer I. Frau, und wo es nistel, da schlägt es nicht ein ?).
17775Wer ibnen etwas zu Leide thul, beleidigt u. I. Frau. Das
17776Nest dieses Vögleins wird daber auf alle mögliche Weise geschont.
17777Das Haus, in welchem es zerstört oder beschädigt würde, müsste
17778abbrennen. -
17779Es lobpreist morgens unter allen Vöglein den Schöpfer zu-
17780erst; wenn ein heiterer Sommermorgen ist, singt "ë es schon in aller
17781Gottesfrübe, um 3 Uhr, vom Dachfirst herab oder vom Hofraum
17782her den Bauern an: •Herr Jesu Christ, Schlafts den noh?.
17783Das •Wischpále oder Schwarzwisperl (das Roth-
17784schweiferl heisst auch Rothwisperl) ist ebenfalls u.I. Frau heilig
17785und rufl, jedoch nur das Männchen, gemeinschaftlich mit dem
17786Rothschweifcben, vom Dache herab : •Herr Jesu Christ, ligts den
17787noh ön Nest?«
17788Auch singt es: •Zieziezie Muschgáblüeh, Geht á schens
17789Diendl für', Hat á weiss Haubárl af Und gröanö Bándl dráf.e
17790Wenn man sein Nest beunruhigt, ruft es: •Halt Dieb - halt
177914) Es ist damit der Jäger gemeint. —
17792.") Stobt, seiner Farbe halber, mit dem Donnergotte in Verbindung. -
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17794Dieb — halt Dieb, • oder auch nur: •Dieb - Dieb — Dieb -
17795Dieb — Dieb!• Wenn Regen bevorstebt, ruft es: •Halt Dieb —
17796halt — halt — halt — halt!« —
1779721) Schwalbe. Sie heisst häufig der •Herrgotts-
17798vogele Die Schwalben sind dem Herrgott seine Vögel ; in das
17799Haus, wö sia züchten, kehrt Glück und Segen ein, Unglück trifft
17800den, welcher sie vertreibt, quält oder gar tödtel, ihre Eier oder
17801Jungen ausniinmt, — Wenn sie »kirren und lustig schwátzen• ist
17802Fried und gute Gesinnung im Haus. Wem sie am Kopf vorbei-
17803streichen, indem sie Töne von sich geben, als wenn sie bös
17804wären, der hat kein gutes Gewissen oder den bösen Blick. -
17805Werfen sie die Eier aus dem Neste, so sind die Frauen
17806(im Hause) nicht bei guler Gesundheit. -
17807So lange Schwalben im Haus im Nest bleiben , stirbt kein
17808Kranker ; erst wenn sie das Nest verlassen, droht Gefahr. — Sieht
17809man die erste Schwalbe, soll man auf grünen Wasen stehen;
17810sonst stirbt man das Jahr. — Wenn die Schwatben am früben
17811Morgen in grösserer Anzahl, vor den Fenstern des Hauses sich ver-
17812sammeln, stirbt bald jemand aus dem Hause. — So die Schwal-
17813ben während der Messe immer beim Altar herumfliegen, kommt
17814eine Theuerung. -
17815Wenn die Schwalben hoch fliegen, bedeutel es schönes
17816Wetter, grobes aber, wenn sie niedrig oder um den Menschen
17817herumfliegen. — Wer die erste, neuangekommene Schwalbe
17818sieht, der heirathet noch in demselben Jahr. — Auch so:
17819wer die erslen Schwalben im Frühling paarweise sieht, bei-
17820rathet bald. —
17821Wenn man die erste Schwalbe erblickt, soll man mit
17822der grossen Zebe Erde aufnehmen und ins Belt geben; dies ver-
17823scheucht die töhe. -
17824Die Schwalbe singt: Fert, wie má fort sán, Sánd d'sul
17825vol gwön; Höor, wie má kemá sán, sánds widá lár gwön!• Oder:
17826•Ön Höröst, wie má fort san, Sánd d' Stál vol gwön; Ön Aus-
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17827102
17828wärts, wie má kemá sán, Hamt's ös ols váfilt und vádele ')..
17829Oder: •Ön Höröst, wie má fort san, Sánd d' Stál rol gwön; Ön
17830Auswärts, wie má kemá san, ls ols vádiglt und vádáglt und vádelt
17831wa'n!« Oder: • D' Kidlfikerin, d' Kidlflikerin Hat lioan Flök nöt,
17832hat koan Flök nöd, Is dá Schneidá dagwön, is dá Schneidá da-
17833gwön, Hat má d'Flök allö wökgöbn!e -
17834Wenn man sie im Neste stört oder cine Kalze in ihre Nähe
17835kommt, schreit sie: •Geh weg, gch weg, geh weg!e -
17836Redensart. Oan Schwalm macht koa Sumá. —
1783722) Seidenschwanz. •Zuserle, auch •Pest- oder
17838Todtenvogel.. Er stell sich ( Höfer, III, 135) nach der
17839Meinung des Volkes alle 7 Jahre_in unseren Gegenden ein und
17840bringt Pest oder anderes Unheil. Im Jahre 1800 nannte man ihn
17841den Franzosenvogel, weil gleich darauf der Franzoseneinfall stall-
17842fand. Im Fliegen ist sein Laut: »Zi — zi — ri.*
1784323) Specht. •Göosvogel• (picus virid. Lin.) Sein Buf
17844verkündet Regen. Daher sagt auch mancher, der ihn rufen hört,
17845der Grünspecbt sei schon wieder durstig. Der Ruf lautet: •Göos,
17846göos, göos, göos, göose und bedeutet auch holien Wassersland.
17847Eine Schnepfenart, (scolopax phacop. Lin.) ist ehenfalls ein
17848Wellervogel und führt nach Höfer den Namen •Güssvogel.e
17849Fliegt er nämlich (an der Traun) abwärts, so bedeutet es schönes
17850Welter; wenn er aber aufwärts fliegt, folgt bald eine Ueber-
17851schwemmung, Güss ?).
17852Ein frischgeschossener Rothspechl (Bámhacká), wenn
17853man ihn, da er noch warm ist, zusammenhackt und auflegt, bis
17854das •Geháck• zu faulen beginnt, hilft für den ›Scherwurm.« -
17855Wenn der Schwarzspecht (Holzha) schreit• •döll —
17856döll — döll• oder auch •grüll — grüll — grüll• (das erste döll
17857") Verthan. • Vádel6• halte ich von einem Subst. •Dan, e wovon auch Tand
17858slammt, gebildet. •Dan• selbst leilet sich von din, dan, dânen, gedonen
17859her, wozu auch •dehnen• gehörig ist. —
17860*) Die Wörter Göoss- und Güssvogel, würden rein deulsch Giess- und
17861Güss - (Güsse) Vogel lauten. —
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17863klingt lang gezogen, das zweite rascher), so kommt ganz sicher
17864Kegen. —
1786524) Sperling, Spalz. Wer sie quält, tödtet, ihre
17866Eier ausnimml, den triffi ein Unglück. — Er singt, wenn der
17867Bauer einführt, ihn an: •Vödá drisch, Vödá drisch;» wird aber
17868ausgedroschen rufl er: •Dieb, Dieb!« Wenn mehrere Spatzen
17869beisammen sind, sagen sie: •Spalz hat Habárn gössn, Katz hat !
17870Spatz gsegng, Schnaps hat Katz Spatz ghat.« -
1787125) Taube. Wenn die Tauben, nachdem sie gebadet
17872baben, a u f das Dach fliegen, so bleibt es schön; wenn unters
17873Dach, so wird es grob. -
17874Arme Seelen, welche erlöst werden, fliegen nicht selten in
17875Gestalt einer weissen Taube zum Himmel auf.
17876Turteltaubenkoth ist als •Rauckár gen das «Leagföore gut.
17877Der Tauber gurrt: "Au - ba — ruggu - ruggu - ruggu..
17878Die Holz- oder Wildtauben sprechen zu einander: • Wieg
17879du's Kind, wieg's ich, sánd netá ih und Du!e Oder: •wieg Du -.
17880wieg Du — wieg Du - Du - Du - Du!e
17881Redensarten. Dahe' gehn, wierá rauchfuessátá Daubá.
17882— As wan's d' Daubn zsamtragng bedn.
1788326) Wachtel. So oft sie aus dem Saatfeld ihren Ruf
17884hören lässt, so viele Gulden kostet das davon geernlete Gelreide.
17885Anderswo : Die Anzahl der Schläge zeigt dem Bauern die Höhe
17886des Getreidepreises vor Weihnachten an. — Sie ruft: •Bimpáling
17887- bimpálim•, oder auch: •Bimpálin — bimpálin — bimpálin -
17888wau — wau - wau — wau.&
1788927) Wiedehopf •Wudrogel, Wudwude Wer
17890mit der Galle des Wiedhopfes die Kugel salbe, der trifli mit ihr,
17891auf was er nur immer schiessl. -
17892Er ruft: •Wudwudwud — Wud — Wudwudwude; oder
17893auch: Hup - Hup - Hup.
17894Redensart Stinken wie ein Wiedhopf. —
1789528) Zaunkönig. Das •Kinigle Wenn der Zaunkönig
17896im Winter nabe an die Häuser kommt, so erfolgt bald Schnee
17897oder grosse Kälte. Man bestrich Kindern, welche die Freise bat-
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17899ten, den Bauch mit den Flügelchen dieses Vogcls. — ( Scharn-
17900stein, Kriminalakten 1648.)
1790129) Zeisig, «Zeisl.• Der Zeisig zieht Krankheiten
17902an sich.-
17903Wer ein Zeisignest bei sich trägt, ist unsichlbar. Es
17904liegt nämlich in ihm .der Stein, der unsichtbar macht. Natürlicher
17905Weise wird dadurch auch das Nest selbst unsichtbar. Dennoch
17906kann man es ausfindig machen, indem man an einen Bach geht,
17907an dessen Ufer Schwarzerlen stehen, worauf der Zeisig gerne
17908nistet, und ins Wasser sieht. Darin spiegell sich nămlich das
17909Nest dennoch ab, und man kann, hat man sich die Lage gul ge-
17910merkl, desselben habhaft werden; doch soll man es nicht mit
17911blosser Hand angreifen. -
17912Ein Schlossbesitzer (Traunvierll) halte einst ein •redendes
17913Zeiserl•, das, wenn die Herrenleute von einem Ausflug oder einer
17914längeren Reise heimkamen, stels die vom Gesinde verklagte, welche
17915faul gewesen waren. Als dic Herrschaft wieder einmal aus war,
17916übte das nichtsnulzige Volk Rache und nälıte dem Vöglein den
17917Steiss zu. Bei ihrer Rückkehr sprach der Voge): *Herr und Frau,
17918Knecht und Dirn, Na'l und Zwirn, s'Loch zuegnáht!e -
17919Der Meerzeisig (fringill. linar. Lin.) Man glaubt, dass
17920er alle 3 Jahre her kommnt, und dlass sein_Erscheinen Unheil
17921bedeutet. - .
1792230) Zinkzankvogel (molacill salicar. Lin.) Er ruft:
17923»Zink, zank», oder auch stuit, luit.• Wenn er sich hören lässt,
17924ist es Zeit, Haber zu bauen, indem dic Saat nicht leicht mehr
17925etwas von der Külte zu befürchten hat.
17926Er singl: «Sibn Bird bind zsam, bind zsam, bind d'Bird
17927i zsam, sibn Bird bind zsam, bind d'Bird zsam.. Oder auch nur:
17928•Bind zsam, bind zsam, bind zsam.« Die Wiedhacker, welche
17929im Frühling die Aeste der im Winter gefällten Bäume zu Wied
17930hacken, beziehen diesen Ruf auf sich und ihre Bürde Wied.
1793131) Liedlein:
17932Kommt ein Vogel geflogen,
17933Setzt sich nieder auf mein Fuss,
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17934105
17935Hat ein Zettel im Schnabel
17936Mit einem freundlichen Gruss.
179372) Hab so lang mich vertröstet
17938Auf die schön Sommerszeit •
17939Und der Sommer ist kommen,
17940Und ich bin noch so weit.
179413) Ach gar fcrn ist die Heimath.
17942In der Fremd bin ich hier
17943Und es fragt halt kein Hundel
17944Und Katzelnach mir.
179454) Liebs Vogerl, flieg weiter.
17946Nimm mit ein schön Gruss,
17947Ich kann dich nicht begleiten,
17948Weil ich hier bleiben muss.
17949Kinderreim.
17950Auf, Auf, sagt der Auf.
17951Is denn schon Tag, sagt der Rab.
17952Wird schon grau, sagt der Pfau.
17953Was denn sagt die Henn.
17954So wolln wir reisn, sagt d'Mcisn.
17955Mir is recht, sagl der Specht.
17956Wir wer'n uns gwandtn, sagt d'Antn.
17957Nur fein gschwind, sagt der Fings.
17958Jetzt voran, sagt der Fasan.
17959Ih bleib á nit z'Haus, sagt die Fledermaus.
17960Ih führ den Zug, sagt der Gugu.
17961Ih flieg voraus, sagt Vogl Fiaus.
17962Ich bin der Man, sagt der Han. —
1796332) Antheil der Vöglein an der Feier der Geburt
17964des Herrn.
17965Dass Ochs und Eselein, nachdem der Welcheiland geboren
17966ist, im Stalle zu Bethlehem sich einfinden, daran erinneru noch
17967mehr als die wolbekannten Reime, worin diese Thiere gemahnt
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17969werden, den Schlummer des göttlichen Kindes nicht zu stören,
17970die Gemälde so vieler Meister und die davon nicht spärlich ver-
17971vielfältigten Kopien, erinnert selbst im einsamen Dorf die in der
17972Kirche aufgestellte Weihnachtskrippe. Diese erzählt auch, obschon
17973nicht mit Worten, von Schäfchen und Lämmlein, die von den
17974Hirten dem neugebornen Gottessohn zum Opfer gebracht werden.
17975Weniger aber ist es bekannl, dass nach zahlreichen, einst auch
17976in der Heimath gesungenen Weihnachtsliedern, in volks-epischer
17977Wiederholung, die freien, frohen Sänger der Lüfte, die Vöglein,
17978an der gnadenreichen Geburt des Herru ebenfalls ihr Theil neh-
17979men. Dieser Antheil ist zweifach.
17980a) Die Vöglein, aus dem Schlummer froh aufgeschreckl, er-
17981wachen alle, jubeln hell aul, obwol es Milternacht ist, und begleiten
17982mil ihren melodischen Stimmen den Hymnus der Engel.
17983An Ruschárl muess's tan babn,
17984Hat d' Vögl dáschröckt,
17985Habn alsand áfgjubelt,
17986Hats alsand áfgwökt.-
17987So wárs gen bal' dnettá,
17988Wan's Sehrein koaná hengt,
17989S' wari's ös alsand
17990Aus'n Nest hätn gsprengt. -
17991Ilı moanet gen bal,
17992Ös wárn d' Vögldieb da. —
17993Denk ih mei Tag nie koan Zeit,
17994Dass 's um Mitternacht gibt solche Freid,
17995Es singen gar d' Vögel in Wald. —
17996D' Vögel, die singen frei,
17997D' Engel sánd á dabei. -
17998Noch mehr, aus nalı und fern haben sich die Vöglein ver-
17999sammell, um die Geburt des Herrn milzufeiern.
18000Lassen sich die Vöglein hören
18001Aus den Wäldern gross und klein,
18002Die zu der Geburt abreisen.
p. 507
18003107
18004Neben den Sängern, wie Meise und Nachtigall, werden be-
18005sonders der •Gugur und der •Aufe genannt. Der •Gugue gill
18006in der Heimath als der eigentliche Herold der schönen Jabreszeit,
18007deren sicherer Sieg sein Ruf verkündigt. Gejauchze des Aufs ver-
18008kündet ein gutes, glückliches Jahr, selbst den Aermsten.
18009Ja gar á Kolmoasen her ih,
18010Wie klar singt sie nicht Zi — beri,
18011Ja, ja, gar dú Gugá stimmt ei,
18012Ás wan halt dá Sumá wurd gleib. —
18013Dá Gugu dá gugázt,
18014Dass 's gugelt und klingt,
18015Und schau, dár Auf jucházt,
18016Und d' Nachtigall singt. -
18017Vor Zeiten hat fraling 1)
18018Dár Auf icbál gjucházt,
18019Um dü Zeit hat abá
18020Der Gugu nie fugázt. -
18021b) Vögel werden dem gütlichen Kinde zuin Opfer gebracht,
18022theils um ihm und den Seinen, was auch Gemälde und Krippe
18023nicht selten andeuten, zur Nalırung zu dienen, theils um ihm
18024Vergnügen zu machen durch ibre Bewegungen und Stimme. So
18025bringen die llirten neben Schaf und Lamm, auch Hahn und
18026Henne, besonders wird die •Bulterhenne• genannt, so wie Tauben,
18027als fromme Gaben in den Stall von Bethlehem.
18028Oder es schenkt ein Hirte dem Christkinde seinen »wun-
18029derschönen Finken, der alleweil ezi — zi — zi, reit herzu•
18030singt; oder eine Meise, welche gar so lieb •Flitschel und Tschá•
18031pfeift, oder eine Kohlmeise, welche ihr •fitscherl, flitscherl,
18032Zinsenberg• recht stattlich abzutrillern versteht.
18033') In der alten, gulen Zeit hat freilich der Auf öflers schon in dieser Jah-
18034reszeit, vor dem Auswärts, wol in den •Náchtn• gejauchzt; aber davon,
18035dass der Kukuk um diese Zeit rief, hat man selbst damals nicht, gehört.
18036Es naht elso die boste, die glücklichale Zeit. —
p. 508
18037108
18038Wie der Fink •reit herzu• pfeift, kommen die heil. drei
18039Könige angeritten.
18040Meise und Kohlmeise ergölzen das Jesukind durch die luslig-
18041sten Sprünge, singen es, indem die Mutter die Wiege schaukelt,
18042in Schlaf ein, und wird das Kindlein wach, so muss es lachen,
18043wenn die Kohlmeise •Schmid — Schmid — Michl, Pfing -
18044pfing - ischá• pfeift. -
18045e) Andere Thiero.
180461) Ameise. Christus trug einmal dem Petrus auf, Ameisen
18047und Wespen zu schaffen, indem er die Worte •z' Mitlag, i'
18048Millag: ausspreche. Petrus aber verstand unrecht und sprach:
18049»z' Nill ab,• und so wurden diese Thierchen, wie dieselben noch
18050sind. -
18051In Ameisenhaufen_ werden gewisse Krankheiten, z. B. die
18052Auszebrung, vergraben, jedoch nur in die der grossen schwarzen
18053Ameisen. -
18054Die Haufen der kleinen sehwarzen und die der rolhen Amei-
18055sen, wie solche sich häufig in Wiesgärten finden, schlägt man,
18056um ihrer auf immer los zu werden, im April, bei abnehmendem
18057Monde, mittelst eines Schlägels in die Erde. -
180582) Biene, Beĩ. Die Bienen hat der Herr Jesus erschaf-
18059fen. Er schuf sie, indem er Hölzlein in einen Korb warf. Petrus
18060wollte es ihm nachmachen und that eben so. Doch sieh, da ent-
18061standen die Wespen. -
18062Wenn's am Josephitage schön hell und klar ist, so werden
18063die Bienenstöcke schwer. — Die Stöcke, welche am Pfingstsonn-
18064tag abgehen, werden lauter Raubstöcke. — Bevor der Stock ein-
18065getrieben wird, besprengt man den Korb mit Weihwasser. -
18066Die Bienen wollen in ihrem Thun und Treiben nicht näher
18067beobachtet werden. Ein Bauer, welcher mehr darüber zu erfahren
18068wünschte, liess sich zu dem Ende cinen Glaskorh machen; aber
18069es nahm mit den Bienen_darin kein Gedeihen. Daher weiss man
18070auch von diesen Tbierchen nur wenig. -
18071Niemals sieht man Bienen auf roth blübendem Klee. -
p. 509
18072108
18073Die Bienen mögen keinen Brannlweinsäufer leiden; auch der,
18074welcber eben, wenn auch nur elwas Branntwein getrunken hat,
18075vermag sie nicbt einzutreiben. —
18076Die Bienen können so wenig, als Wespen, Hummeln und
18077Hornisse,_das Welzen son_Messern oder Sensen • leiden. Wenn
18078man es in ihrer Näbe thul, so fahren sie auf einen hin und sle-
18079chen, was sie können. Vor mehren Jahren flog in der du (Krems-
18080münster) ein Stock über die Wiese. Ein Mähder_schlug.an die
18081Sense, und der ganze. Schwarm liess sich auf ihn nieder. -
18082Auch wird den Bienen, wenn der Hausvater stirbt, dessen
18083Tod gemeldet,.-
18084Wenn die nabgehenden Bein• hoch fliegen oder sich hoch
18085ansetzen, alse gleichsam von der Erde und aus ihrer Näbe flüch-
18086ten, kommen Krankheilen ins Land. -
18087Beïweri, d. h. die Nester der Bienen und der ibr ähn-
18088lichen Thiere, wie Wespen elc., besonders die Waben, gebraucht
18089man als »Raucker• gegen Geschwulsten. — Wenn die apis suc-
18090cincla, Lin. im Frühling aus der Erde hervorkriecht und man die
18091kleinen Häufchen der dabei von ihr aufgeworfenen Erde sieht, so
18092sagt man: Die Erddämpfe gehen.e -
18093Räthsel. Es fliegt was über hohe Berg und Zäun, Es bat!
18094kein Fleisch und hat kein Bein. Es hat kein' Federn und hat kein
18095Blut, Und ist doch für alle Kaufleut' gut. - Viel hundert viel
18096Vieh, Gehnt oft zu eim Scherben; Schau fleissig dazu, Lass's nicht
18097verderbn. -
180983) Eidechse, ,Örexl,1 Erexl, Eröchsl.o Das Er-
18099öchsl ist dem Menschon boldi besonders gerne weckt es ibn auf,
181001) Dürfte man •Öre auf abd. •erch, ire zurückfübren, der Dienstag beisst
18101noch Örlá, ergäbe sich Beziehung auf den Kriegsgott Ziu, Er. — Es
18102sei hier nur noch kurz erwähnt, dass in der Näbe von Altmünster
18103mebre Häuser im »Erá• heissen und an derselben Stelle einst der Tem-
18104pel eines Abgolles •Erá oder Erere gestanden sein soll. Der nächste
18105Bauernhof an diesen Häusern heisst •beim Hain• und ein Theil des an-
18106stossenden Horn- oder Grasberges der Erersberg. Auch ein •Siegesbache
18107findet sich in der Umgebung.-
p. 510
18108110
18109wenn er, wie dies bei Bauersleuten nicht selten geschiebt, im
18110Grase schläft und ihm von der grossen Nattere Gefabr
18111droht. — Ein Bauer schlief einst im Schalten eines Baumes. Da
18112kam eine Natter herangekrochen und liess auf das Herz des Schla-
18113feuden ein grünes Blatt fallen, um die Stelle genau.zu merken,
18114wo sie ihm durch den Leil schiessen wollle. Hierauf slieg sie
18115auf den Baum, um von da herabzuschiessen. Indes war aber ein
18116•Üröchsl• herbeigekommen und kilzelte den Mana, indem es ihm
18117auf dem Gesichte herum lief, so lange, bis er erwachte und auf-
18118sass. Kaum aber hatte er sich etwas in die Höhe gerichtet, schoss
18119die Naller hart hinter seinem Kopfe herab und sprang vor Wuth
18120in drei Stücke 1). -
18121Wer einer Eidechse etwas antbut, verfehlt sich sehr und
18122hat irgend ein Unglück.-
181234) Fledermaus. Dies Thier ist sehr gefürchtet; man
18124meint, dass es in die Haare_fährt und darein sich so verwickelt
18125und verbeissi, dass man es, ohne das Haar abzuschneiden, nicht
18126mehr los wird.-
18127Wenn man einer Fledermaus (auch von der Eule gilt das
18128nämliche) das Herz aus dem Leibe schneidet und unter dem Hemd-
18129ärmel, am Arme angebunden, trägt, gewinnt man im Kegelspiel ?).
18130Wer mit ihrem Blut sich die Augen besclımiert, sieht Nachts
18131so gut, als bei Tag. "-
18132Kinderspruch. D' Flödämaus gukt allö Háfál aus. -
181335) Fische. Unter den zahlreichen Tümpeln des Bösenba-
18134ches (St. Martin, Mühlviertl) ist besonders einer gefürchtet, die
18135• Teufelsbottich. • Niemand getraut sich . darin zu baden oder
18136Krebse zu fangen; der Teufel würde unfelılbar jeden in die Tiefe
18137ziehen. Bisweilen erblickt man in ihm einen Fisch von der
18138") Nachdem Ziu ursprünglich Himmels-, also auch Luftgott war, ergäbe sich
18139wieder ein Kampf zwischen der verderblichen Gewitlergewalt und dem
18140Luf - Element. —
181419) Wie die Eule, wol also auch die Fledermaus, so hat auch das Kegelspiel
18142das Gewitler als Hintergrund. -
p. 511
18143111
18144Grösse eines Kalbes, der schon so alt ist, dass auf seinem Rücken
18145Moos wächsl. -
18146Der Hecht hat die Leidenswerkzeuge des Heilandes in sei-
18147nem Kopfe : Kreuz, Leiter, Hammer, Nägel, Zange, Geissel, Schwamm.
18148DieJuden zogen namlich den Herrn Jesum,als er das schwere
18149Kreuz trug, durch einen Bach, und da bildeten sich die Leidens-
18150werkzeuge in dem Kopf dieses Fisches nach.
18151Kinderlieder. 1; 2, 3, bicke, backenei, bicke, backe
18152Haberstroh, liegen 14 Fischl da. Eins liegt unterm Tisch,
18153Kommt das Kalzl, frisst den Fisch. Kommt der Jäger mit der
18154Taschn, Schlägt das Katzl auf die Goschn, s' Katzl schreit Miau,
18155s' Brátl is schu brau._
18156Genüge an der Mittheilung dieses einzigen Liedes und an
18157der Bemerkung, dass (Schwartz) das mythische Fisch - Element
18158aus dem im himmlisehen Wasser hin und her schiessenden Blitz
18159vor sich gebt, und das Treiben des Gewitters sich als Fang dieses
18160Fisches darstellt.• Der eine Fisch ist also der Blitz, der unter
18161dem Tisch, _im himmlischen Wasser sich befindet. Die Katze ist
18162die Gewitterwolke, der schlagende Jäger der Gewittergolt, das
18163Miau der Donner elc., das Brátl der Gewittersegen ). — •Ingerle,
18164Bangerle schlag mih nöt, Kraut und Rueben die mag ih nöt. B a-
18165chene Fischl hätt ich gern; Mein Herr wird's schon inná
18166wer'n. Kikri Hahn! Sitz áfs Pferd und reit dava. -
181676) Fliege. Wenn an schönen Sommertagen Fliegen und
18168•Bremelne das Vieh viel belästigen, wird es bald grob. — Wenn
18169die •Muggne besonders abends recht •lölze sind, wirds bald
18170grob. — Wenn die an der Wand sitzenden Fliegen den Kopf
18171nach unten gekehrt haben, wird es grob. — Wenn gegen Abend
18172hin die •Muggn Heu beitln, « 2) wird's den anderen Tag schön. -
18173Höfer theilt II., 271, einen Spruch mit, den, wie er binzu-
181741) Gesetzt, dass diese und ähnliche Deutungen zulässig sind, so erscheinen
18175manche dieser Lieder und Reime, ich möchte sagen, als eine Art Rithsel,
18176welche spielend, aber doch an althergebrachten Naturbildern festhaltend,
18177den Gewillervorgang zum Gegenstande haben. —
18178*) Wie es die Mädber oder Heuer thun; sonst wenn die Mücken lanzen. -
p. 512
18179112
18180setzt, die Leule in einer gewissen Gegend jenseits der Donau vor
18181dem Essen hetbeten: •Golt segne uns die Suppn, Vor Fliegen
18182! und vor Muckn, Und , vor den grossen Bremen, damit sie es uns
18183nicht mebr nehmen!" -
181847) Floh. Wenn die Flöhe viel beissen, wird es grob. -
18185Wenn dir ein Floh auf die Hand sitzt, erhältst du einen
18186Besuclı. - Floh auf der Iland, Brief aus fernein Land. ') -
18187Redensarten und Räthsel. Jemanden einen Floh
18188ins Ohr setzen. — Wie komint der Floh über die Donau? Alsá
18189brauná. — Was ist das beste am Floh? Dass er nicht beschlagen
18190ist. — Wer trinkt das theuerste Getränk? Der Flol, weil er Blut
18191trinkt. — Es giengen 5 naclı Spanien, brachten einen Gefange-
18192nen, brachten ihn nachı Wulzelbach, Von da nach Nagelbacb, Dort
18193ward' er umgebracht. -
181948) Frosch. Wenn die «Jágfrösch • (rana escul. Lin.) schreien,
18195bleibt es seliön. — Schreien sie nach cinem Gewitter, so wird es
18196schön. Sic schreien : «Jágl - Jágl - Jágl, hast ün Stöffl (oder dafür
18197auch: •mán Bruadárn•) nia gösehá? Jo - jo - jo, náchtn, náchtn,
18198náchtn.• -
18199Der Laubfrosch ist als Welterprophet hinlänglich bekannt.
18200Zwischen den Frauenlagen gefangen, ohne jedoch mit blosser
18201Hand berührt zu werden, dient er, in ein Päckelein gebunden und wo.aso.-soml r..
18202am Leibe getragen, gegen Schwindel. -
18203Redensart. Wierá zmáhdá Frosch. -
182049) Horniss, «Hurnaus.• Drei bringen ein Kind, sechs
18205einen Mann, neun ein Pferd um. — Manche Leute verstehen die
18206Kunst, die Hornisse, so wie Bienen und »Wössne zu bannen. —
1820710) Kafer.
18208a) Frauen- oder Marienkäferl. Man setzt es auf
18209die äussere Handfläche, und indem man es frei lässt, sagt man
182103mal : »Frauenkäferl, flieg über den Rhein, Und frag unsere liebe
18211Frau, obs heut und morgen schön wird sein.e Fliegt es, wenig-
18212stens auf das drittemal, auf, so wird schöncs Welter. -
182131) Der Floh auf der Hand erscheint mir als ein Bild des Siegels auf dem
18214Briefe. -
p. 513
18215113
18216Der Spruch, womit man das aJungfraukäferleine be-
18217fragt, lautet in Steinerkirchen und Umgegend. »Jungfraukefál
18218flöog übárn Rei, Frag insá liebö Frau, wo's heut und maring
18219sche kan sei.• In Buchkirchen: »Jungfraukiuál, Sitz áfs Stiulál,
18220Flöog übarn Rei, Frag insá liebö Frau, wo's heut und maring
18221sche kan seï; in Gunzkirchen: •Jungfraukuál, Sitz áfs Stuolál,
18222Flöog übárn Rei, Frag dei Muedá, wo's maring sche kan seí!•
18223Unter dem Stuhl oder Stühlchen versteht man in Buch- und Guns-
18224kirchen den Zeigefinger, auf dessen Spitze man das Thierchen von
18225der Handfläche aus hinanlaufen lässt. —
18226Wer ein Jungfraukäferl umbringl, auf den ist u. 1. Ecau 9
18227Tage lang sharb..
18228฿) Hirscbkäfer. Kirnilkäfer. Ob Popowitsch (Höfer,
18229Ill. 102) in Oberösterreich ihn »Berner oder Börner• nennen
18230hörte, weil er mit seinen Zangen glühende Kohlen auf die Stroh-
18231dächer bringe und sie so anzünde, bleibt noch dabingestellt. In
18232Salzburg hiess er oder heisst er noch der zschmickäler.s -
18233y) Rosskäfer. Wenn dieser Käfer an schönen Sommer-
18234• tagen nach Sonnenuntergang summend herumfliegt, su sagt man,
18235ser gehe Tagwerker biften.• Man hoffl da nămlich, es werde der
18236andere Tag auch wieder schön sein. -
182370) Schwabenkäfer. Wenn sich in den Sommermonaten
18238in den Stuben die »weissen Käfere sehen lassen, d. i. Schwaben-
18239käfer, welche die braune Haut abgestreift haben, befürchtet man
18240• Risl.« —
1824111) Kellerwurm, •Nassel, Assel, Astele Sie
18242ist für den Rothlauf gut, wenn man sie auf die kranken Stellen
18243überlegt. Eben so werden sie gegen ein Geschwür, •Nassel» ge-
18244nannt, angewendet. -.
182451) Als im bimmlischen Gewässer bei der Götlin Halda wohnend, über den
18246Wolkenbrunnen zu seiner Herrin binauf fliegend, wird er so angespro-
18247chen. Mannhardt, 1. 283. —
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18248114
1824912) Krebs. •Kroiss ').. Wenn ein Krebs aus dem
18250Wasser, Bach, Fluss u. 8. W., ans Ufer geworfen wird, so be-
18251kommt der, auf welchen eine Fliege, die auf dem Krebs geses-
18252sen ist, aufsitzt und saugt, den•Krebs..-
18253Dem Georg Khaperger, einem Spiessgesellen des berüchtiglen
18254Zauberers •Jagle, dessen Name fast sprichwörtlich geworden ist,
18255haben 8 Krebse ein volles, grosses Weinfass über den Kirch-
18256hamer Berg (Kirchbam bei Vorobdorf) hinaufgezogen ?).-
18257Gegen den Krebs, das •Beissád.• Man gibt einen Krebs in
18258einen Hafen, den man mit ungebleichter Leinwand zubindet, und
18259lässt ihn verenden und verfaulen etc. —
18260Räthsel. Wer schämt' 'sich noch nach dem Tode? Der
18261Krebs, weil er gesolten roth wird. - Geht dunkel ins Bad und
18262roth beraus. -
1826313) Kröte, «Krodn.e Auch •Hepping, Höppin, Nöding,
18264Nödin, Broatling" genannt. Sie spritzt, wenn sie beunrubigt wird,
18265so meint das Volk, einen giftigen Saft von sich, »soacht• einen
18266»an.e Auch unter dem Namen •Luadá• tritt sie häufig auf. Dies
18267Wort ist aber auch ein Name des. Teufels und dient als
18268Schelte auf Mensch und Thier, Personen und Sachen. Er wird
18269von der Kröte vorzüglich gebraucht, um sie nicht bei ihrem eigent-
18270lichen_Namen nennen zu dürfen. —
18271Die Feuerkröte, rana bombin. Lin., heisst von den Lauten,
18272welche sie hören lässt, häufig •Mugilzár, in Buchkirchen »Muh-
18273stirle, nach Höfer auch »Ruckerl.• — Um ihr lästiges Schreien
18274zu verhüten, wirft man gleich nach der Palmweihe, bevor man
18275noch mit dem Besen unter Dach und Fach gekommen ist, drei
182761) Diese Wortform erklärt sich aus der Verwandtschafl des e mit w und
18277des w mit »u.• reur ist in Oberösterreich hin und wieder • oi.e —
18278") Wäre eine solche Deutung nicht zu gewagt, möchte man (dass und wie
18279der Krebs mit dem Gewiller sich berührt, sehen wir Feuer 5), auch
18280hier das Weinfass als den himmlischen Wein, das himmlische Nass an-
18281sehen, das aus der Tiefe, in dor es 8 Monate versenkt lag, zum Him-
18282mel goftart wird.
p. 515
18283115
18284Palmen in die Hauslache. Sie zielien dann fort und schreien sel-
18285biges Jahr niclit melır.
18286Die Art, rrelche dus Volk •Schncidere nennt, rana lem-
18287porar. Lin., - sie hält sich meist in Gehägen und Wäldern auf,
18288- zeigt, wenn das Thier nass ist, schönes Welter an und um-
18289gekehrt.-
18290Kommt einem unlerwegs eine Kröte unter, soll man sie auf-
18291spiessen und sagen: ›Heit is á heiligá Sun- oder Mala' elc. elc.e
18292Andere selzen hinzu, und dies gilt auch von •Blindschleiehn. und
18293Nattern, man solle sie mit einer Haselgerte ersclilagen oder dooh
18294wenigstens an eine solche spiessen und sagen: •Geh heim,
18295mach's deiner Frau auch so!« Manche stecken ihnen noch über-
18296dies einen Strohhalm in den Rachen und benken sie so auf. -
18297Hie und da ward einst auclencinc so gespiessle Kröle am
18298Dachfirst aufyehenkt und erst im Frühjahr wieder beseitigs. Man
18299meinte, in dem Hause, wo dieser Brauch von Jabr zu dabr geübe
18300werde, lasse sich kein Dieb sehen. — Nicht wenige aber be-
18301hauplen fest, ciner Kröle solle man ja nichts zu leide tbun. -
18302Die Erklärung dieses Widerspruclies liegt in folgendem. Die
18303Kröle steht eincrseits im Diensie"der Hoxen, speit diesen iusbo-
18304sondere Schmalz in den Kübel. Aber dieselben Thiere sind auch
18305arme Seelen, welche erst crlöst werden müssen. -
18306Eine Bäuerin (Innviertl) hatle imıner eine Menge des schön-
18307sten Schmalzes. Die Leule konnlen es sich gar nicht erklären,
18308woher sie das viele und gule Schmalz nehme. Doch es erklärte
18309sich, als einst jemand imn Grunde ibres Schmalzkübels eine grosse
18310Kröte erblicklt. -
18311Jemaud war gestorben, und da er der Seligkeit nicht würdig
18312war, so wurde er in eine Kröte verwunschen. In dieser Gestalt
18313suchle nun die arme Seele nach Aftölting zu kommen, wurde
18314jedoch auf der Brücke über den Inn von einem Vorübergehenden
18315in das Wasser gestossen und so die Erlösung vereitelt. —
18316Wenn jemand eine Wallfabrt versprochen hal, sie aber zu
18317Lebzeiten. nicht verrichlete, noch auch ein Freund seine Stelle
18318vertrat, so muas er sie nach dem Tode machen und zwar in Ge-
p. 516
18319116
18320stalt von Thieren,_meist einer Kröte. So erging es einem, der
18321starb, ehe er die geloble Wallfahrt nach Mariazell gemacht balte.
18322Unausprechlich ist es, was das arme Thierlein auf dem Wege hin
18323erdulden musste. Bald zerquetschte man ihm ein Füsslein, bald
18324rollte man es, hatte es mit aller Mühe einen Berg •erkratschls,
18325wieder hinab, oder schleuderte.ea.in.einen steilen Graben, in
18326Lachen und Bäche. Endlich kam sie doch nach Mariazell, wo es
18327ihr aber nicht besser ging. Es brauchte gar viel, bis sie bei der
18328Kirchenthür hinein kam. Am Gnadenaltar angelangt, erhob sie
18329sich nun, die • Vorderbrázl• faltend, wie es ein betender Mensch
18330thut. Nun erst ward sie erlöss, und man kannte sich aus, dass
18331es eine arme Seele gewesen 1).
1833214) Laus. Wenn jemand auf einmal viel Läuse bat, so ist's
18333ihm »angethan.• Doch kann solche Läuse niemand erben. Ein
18334wolhabendes Weib schlug einst einem fahrenden Handwerksbur-
18335schen die gewöhnliche kleine Gabe ab. — »Du wirst auf mich
18336denken, • drohte dieser und zog ab. Bald darauf ward sie voller
18337Läuse, so dass sie sich völlig nicht aus wusste. Durch 9 Tage
18338dauerte dieser Zustand; darnach erst verloren sie sich von selbst
18339wieder. — Von einem der recht •schuflige ist, heisst es: •Er
18340ziechát dá Laus ön Bölz á.• Er fürchtet, sagt man - scherzend
18341von einem, der Hut oder Mütze nicht lüpfen will, •dass d' Läus
18342n' Katarrh kriegn.«
1834315) Maulwurfsgrille •Werne_Eine jede Wern frisst
183447 Laib Brot. — Der Reiter soll yom Ross steigen, um eine Wern
18345zul zertreten. — Dem, welcher eine Wern ertritt, soll dex Bauer,
18346dem der Grund gehörl, mif einem Laib Brot nachgehen. — Wer
18347eine Wern umbringt, dem werden 9. Sünden verziehen. — Wer
18348eine Wern laufen lässt, ladet eine Todsünde auf sich. - Eine
18349Wern muss man umbringen, sonst ist's unserer 1. Frau drei Tage
18350lange leid.-
183514) Die Kröte bängt mit dem Blitze zusammen. Das Schmalzspeien des Thie-
18352res sowol als die Auffassung desselben als arme Seele erklärt sich aus
18353der Vorstollung des Blitz-Lichtfunkens als Gold- und Lebonsfunkens. —
p. 517
18354117
1835516) Motte. Es sind darunter phalaen, lucern., tinea sarcilell.
18356und pellionell. Lin. u. s. w. gemeint. Das Volk heisst sie »Schoei-
18357derseelen, Zauberinnen, Zinslere und bringt sie mit
18358den Hexen in Verbindung, von denen sie ausgeschickt werden.
1835917) Natter. In einem Hause der Pfarre Aspach hatten sie
18360eine •Hausnatter.e Die Besitzerin erzählte, dass die Natter
18361schon ganz weis aussebe, und wenn sie állein im Zimmer sei
18362und spinne oder nähe, gern aus ihrem Loch"hervorkomme und
18363bis in die Mitte des Zimmers krjeche. Ucberhaupt, fügte sie hinzu,
18364ist ein solches Thier dem Menschen sebr anhänglich, siedle manch-
18365mal sogar mit ihm um, und in den Häusern, wo sich eines be-
18366findet, sei es gesund wohnen. -
18367Die Hausnaltern_sall man nicht umbringen; sie ziehen alles
18368Gift im Hayse an. (Steinerkirchen.)
18369In jedem Haus_fast (oberes Mühlviertl) ist eine Hausnatter,
18370man nennt sie auch die •Kránzlnaller.• Sie hält sich gewöhnlich
18371unter dem Stein vor der Hausthüre auf und ist dem Hause sehr
18372zugethan. Zur Zeit der 3 Mahlzeiten_finden sie sich gerne im
18373Stall ein, wo ibnen die Stallmagd Milch aufgiesst. Hat sie dies
18374eine geraume Zeit hindurch gethan, und breitet sie dann einmal
18375ein weisses Tuch auf dem Boden aus, so leghdie Natter ihre Krone,
18376das Kránzl, darauf nieder, lässt sich aber dann nicht mehr sehen.
18377Legt man die Krone zum Geld oder ins Getreide, so nimmt beides
18378nicht ab. -
18379Wer sich das Krönlein der Hausnalter zu verschaffen weiss
18380und es in seinen Geldbeutel thut, dem gehl, und wäre auch nur
18381cin einziger Kreuzer darin gewesen, das Geld nicht mehr aus. —
18382Die Kránlnatter brägt eine Krone, welche das halbe König»
18383reich Burgund werth ist. (Müblviertl). - Jedes 3 gekcänte Haupt
18384(Steinerkirchen) soll eine Natternkrone haben. — Man bemächtigt
18385sich des •Kránis», indem man der Natter ein Tuch, das aus
18386•Moadlgarn• gewebt ist, in den Weg legt. -
18387(Windischgarsten). Will man beständig Geld haben, sorge
18388man für ein leinen Tüchlein, das ein Mädchen yon Z Jahren ge-
18389sponnen und ein Knabe von 7 Jabren sewebt hal, und gebe an
p. 518
18390118
18391einen Ort hin, wo es viele Nallern gibr. Nieht lange, so kommt
18392die •Natternkönigine (in Kremsmünster heissl es auch der
18393•Natternkönig.) mit dem Krönlein auf dem Kopf und legt
18394es in das Tuch. Nun schlägt man dieses schnell zusammen und
18395Jäuft, was man kann, daron. -
18396Die Natlernkünigin (Steinerkirchen) legt auf ein weises Tueh
18397ihr Krönlein ab; welches 9 Königreiche werth ist; aber wenn man
18398mit Tuch und Krönlein nicht schnell durch 9 Thüren kommt, so
18399ist man verloren. — Ein kind, das baden ging, (Innvierlel) salı
18400eine Kránlnatter: es legte ein weisses Tuch auf den Wasen, und
18401die Natler gab ihre Krone Jarauf. Als aber das Kind init der
18402Krone forlging, schoss ihr die Natter durch 9 Thüren nach; erst
18403an der zehnten blieb sie todi. - Die Schussnattero (Inn-
18404viertel) schiesst, springt durch 9 eiserne Thüren, und selbst die
18405zehnte hekommt noch einen lüchtigen Bug.-
18406Hat man (Kremsmünster) das Krönlein in weissen Tuehe
18407weggenommen, so sehe man zu, dass man schleunigst durch neun
18408ciserne Thüren komme; denn das »Natternheero fährt also-
18409gletch naeh und schiesst durch 8 Thüren; durch die neunte jedoch
18410mag es nicht inehr.
18411Aber selbst bei der grössten Eile entkommt man nur schwer;
18412selbst den füchtigsten Reiter ereilen sic und schlingen.sich um
18413den Schweil des Hosses. Wirfl er ilnen aber ein Tuch hin, so
18414machen sie sich los und fallen über es her, in der Meinung, das
18415Krönlein darin zu linden. Nur so kann er dem Natternheer ent-
18416rinnen. —
18417Ernem Soldaten und zwar einem Reiter, legte die •Král-
18418nattere ihr Kleinod auf ein rothes Tuch und er sprengle sporn-
18419streichs davon. Doch er war noch nicht weit gekommen, da börte
18420er einen Pfiff, und eine Unzahl Nattern waren hinter ihm her.
18421So sehr er auch das Pferd antrieb und spornte, der Absland
18422wurde immer kleiner. Da warf er seine Patrontasche hinter sich,
18423über welche die Nattern sich insgesammt hermachten, in der Mei-
18424nung, darin die Krone zu finden. :"So gewann er einen Vorsprung
18425und rellete Krönlein und Leben. -
p. 519
18426119
18427In Lichtenau (Mühlviertel) arbeitete einst ein Bindergeselle,
18428welcher die Kunst versland, die Nattern, die Königin nicht ausge-
18429nommen, zu ebannen• Er stellte sich, wann's er tbat, immer
18430auf dem Platz auf, wo jetzt die »Natternsäuler steht. So begab
18431er sich auch wieder einmal bin und beschwor die Nattern aus
18432dem benachbarten, elwas weiter aufwärts gelegenen Wald, dem
18433sogenannten •Eckárlsberg.• Doch er machte diesmal beim
18434Beschwören einen Fehler. Da hörte er es immer näher und gräu-
18435licber zischen, in schnellen Windungen schoss die Natternkönigin
18436heran und umschlang ihn, die andern Nattern fuhren ihr nach, und
18437so endete der Unglückliche auf die schrecklichste Weise. -
18438Ein Haus (Müblviertel) war so voll. Nattern, dass sich die
18439Bewobner nicht mebr zu helfen wussten. Ein fahrender Hand-
18440werksbursche, weleher zufillig im Haus zugesprochen hafte, ver-
18441hiess Hilfe, wenn anders unter den Nattern keine rothe sich
18442befinde. Die Hausleute, welche nie einer rothen Natter waren an-
18443sichlig geworden... betheierlen es, und er ging ans Werk. Er
18444legte um einen »Kriechnbaum• dürres Holz und Reisig im Kreise
18445herum, so dass ein freier Plaiz blieb. In diesen stellte er sich,
18446zündete das Holzwerk an und sprach die Beschwörung. Da kam
18447das ganze Natternvolk herangezischl, steckte den Kopf ins Feuer
18448und kam um. Schon meinte er, alles sei glücklich zu Ende, als die
18449rotle Natter in wilden Sälzen daher und ihm durch den Leib schoss 1).
18450") Die Schlange ist Abbild der Himmelsschilange, des Blitzes. Die Mileh,
18451welche sie so gerne frinken sollen, ist nach Schwartz, die Milch des weiss-
18452lich bezogenen Wolkenhimmels. Die himmlischen Blitzschlangen wurden
18453in die heiligen Hausschlangen übertragen. Das Schlangen - Natternheer
18454ist das Gewitler, das Zischen der Donner; der feurige Glanz des Gewil-
18455ters das »Kránl.• Das Gewitler bring' auch Fruchtbarkeit und Gesund-
18456heit. — Unter dem Reiter ist wol der Sturm gemeint, der dem Gewitter
18457voraneilt. — Die um den Kriechenbaum (prunus insitilia) angezündeto
18458Flamme ist als Abbild des den bimmlisclien Gewitterbaum umlohenden
18459Blilzfeuers aufzufassen, woraus sich auch die Hoffnung auf Abwehr er-
18460klärt. Die gefährlichsten, schreckliehsten Blitze nennt das Volk noch
18461heutzulage feuer- oder blutroth. -
p. 520
18462mi', norn krnem densen sehar
18463foll des Vaters ele. ele Amen..
18464rechten F'uss und sprich diese V
18465lass das Gift da von dir hindan. -
18466Bergstutzen. Auf der Hi
18467sáule steht, zieht sich rechts eine 1
18468tete ein Holzknecht. Plötzlich kan
18469lief, so schnell er konnte, warf Ste
18470sie blieb nicht zurück und kam
18471Zum Glücke war ein »Scheiterzau
18472schwang er sicl hinauf. Selbst da
18473anzufallen. Es war eine ron den
18474und_ Bergstulzen heissén. Auch Be
18475das Wiesel ist ihr ärgster Feind. -
18476Der »Stutzn. (Grünau) lauf
18477Wer sich also vor ihm relten will
18478jener ab.e -
18479Auch das «Blindschleich•
18480hie und da auch • Haselwurme ger
18481Wer darauf steigt, dem sehneidet oder
18482Wenn Natter und Blindschileicl
18483in monacon Amsonhal s:-h --
p. 521
1848412
18485Redensarten. Vor Zorn aspringá. Von einer recht ar-
18486beitsamen, für das Wohl des Hauses unablässig besorglen Person
18487heisst es; •Sie ist ein rechter Hauswurm.• Auch hört man den
18488Spruch: •Dös is á rechtá Geldwurm.« Es ist eine Person ge-
18489meint, welche recht aufs Geld schaul, nicht leicht etwas Unnötbi-
18490ges ausgibt). -
1849118) Raupe. Eine Raupenart (Windischgarsten), welche
18492besonders in Wäldern häufig vorkommt unrl ungemein gefürchtet
18493wird, heisst: ön Teufl sein Ross!e
1849419) Regenwurm. Man legt sie zuweilen auf Schäden auf. -
18495Rälhsel. S' sagt dá Kurz xá den Langá: Wán má fúr
18496d' Her und d' Hanár, für d' Hund und d' Kalzn, moldmá scha
18497raschn.-
1849820j Salamander, «Saunadárn.• 2) Wer dieses Thier
18499mit blossen. Füsaen zertrill, bekommt daran eben so viele Wun-
18500den, als es gelbe Flecken am Leibe hal. —
18501Wer es scbreien hört, verliert das Gehör. —
18502Zwischen den Frauenlagen gefangen, ohne mit blosser Hland
18503berührt zu werden, ist es gut gegen allerlei Krankheilen. -
1850421) Schmetterling, •Beinfallern.e Wenn man
18505im Auswärts zuerst einen gelben Schmetterling sieht, stirbt man
18506in diesem Jahre aicht; ein brauner aber bedeuter das Gegen-
18507theil. - Lo.
18508Die Schmetterlinge bestimmen schon im Auswärts das Er-
18509gebnis, besonders die Qualitalt der Ernte. Sind die gelben
18510die zahlreichsten, wird ein aschmalziges• Brol; die weissen ver-
18511künden ein weissès, die brauñén ein schwarzes Brot vor. —
185121) Ohne Zweifel mit Beziehung auf die llausnalter.-
18513") Dieses Wort erscheint mir nur als einc Form, in welcher sich das Volk
18514das fremde, unversländliche .:Salamandere mundgerecbl, 80 zu sagen
18515deulsch gemacht hat. Auclı deutet es, so wie es auch die beiden zuerst
18516angeführten Glauben shun, darauf hin, dass das Thier als Abbild der
18517Gewitterwolke genommen wurde. -
185189) Mannbardi, I, 284, vermuthes, dass der weisse Schmetterling als ein
18519Seelenbringer gegolten habe. -
p. 522
185204922
18521Oder auch: Wer im Frühjahr als ersten Schmellerling eine
18522gelbe Beifaltern sieht, hat das Jalır über viel weisses Brot zu
18523essen; wer als ersten eine_ braune siebt, isst nur schwarzes.
18524(Wickenbrot). -
1852522) Die Schnecke, eder Sehnegg.•
18526Schwarzer Schnegg, limax aler, Lin. Wenn man mit
18527ibm die Hühneraugen •umreisste, d. h. cinen Kreis um sie
18528zielt, so vergehen sie. -
18529Klaubt man ein solches Thier mit dem Munde auf und be-
18530•..=Ar-maadera u
18531häll es cinige Zeit darin, so bekommt man durch so viele Jahre
18532kein Zahnweh,als man indess Schrilemacht.-
18533Auch gegen den •Schnogden im Augee bilft es, wenn
18534man ein Schreckenhäusl oder cinen schwaczen Schnecken. über-
18535bindel.-
18536Man nimmt einen schwarzen Wegschnecken, umfährt 3mal
18537im Kreis die Warze im Namen etc. elc., und legt hierauf den
18538Schnecken wieder auf den alten Platz in die vorige Lage. Wer
18539nun nach diesem den Schnecken zephrill eder zerschlägt ele., der
18540bekommt die Warze. -
18541Er darf jedoch bei keiner dieser Anwendungen mil blosser
18542Hand berührt werden. —
18543Redensarten und Räthsel. •Schueggn!• Abschnapp-
18544wort, womit man gütig oder scherzend auf eine Bitte erwiedert,
18545welche man nicht erfüllen kann oder will. - Gebn, als wenn
18546man Schnecken treiben thäl'. — Was ist das stärkste Landibier?
18547Der Schneck, weil er sein Haus mit sich trägt. —
1854823) Spinne, "Spinnerin.•
18549Wenn die Spinne ihr Nelz zerreisst, so steht Stuem zu
18550erwarten. ") -
18551) Schon früher ward darauf bingedeutel, dass Spinnen und Wind erregen
18552sich berühren. Das Spinnengewebe oder Netz ist wol als ein Abbild der
18553von der Luft, der Luftgöltin gesponnenen Wolke aufzufassen. Wird das
18554irdische Spinnennetz z errissen, so zerreisst auch bald darauf das himm-
18555lische. Ich slelle also die Spirne in Beziehung zu einer Luff - Wolken-
18556göllin, welche spinnt.-
p. 523
18557123
18558Wenn eine Spinne an einem hinaufläuft, bedeutet es Glück;
18559wenn hinab, Unglück.-
18560Als besonderes Glückszeichen wird es angesehen, wenn sie
18561einem gar auf den Kopf läuft. -
18562Ein häufg gebrauchter Sprach sagt dagegen: •Spinnerin
18563am Morgen, Kuminer nud Sorgen.. -
18564Es gibt vicle Leute, welche sich fürchten cine Spinne zu
18565ertreten, oder üiberhaupt irgendwie zu tödten. -
18566Unter den verschiedenen Arten trilt die Kreuzspinne
18567als in hühereın Grade glückbringend auf. Sie wird daher nicht
18568selten in ein Schächtelchen gesperrt und dazu 90 Papierfleck-
18569chen gegeben, welche man mit den 90 Ziffern des Lollo's be-
18570schreibl. Die Zahlen, welche sielı, öffnet man das Schächtelchen
18571in einigen Tagen wieder, unspowaen lunden, selzt man, weil sie
18572nächstens gezogen werden. --
18573Die Spinnen zielen das im Hause_befindliche Gift an;
18574sie sind auch selbst siftig und können die Menschen ver-
18575giften. So erzähılt man, (Steinerkirchen, Steinhaus) dass eine
18576Spinne absichtlich ein ganzes Hausgesinde, ein par Personen aus-
18577genommen, rergiftet habe. Sie hatte über dem Tisch an dler
18578Zimmerdecke ihren Sitz genommen, genau so, dass, wenn die
18579Suppenschüssel aufgeselzt wurde, diese unter ihr zu stehen kam.
18580Sie liess nun ilır Gift hineintrüpfeln, und so starb eine Person
18581nach der andern. Erst ein fremder Gast, der im Hause übernach-
18582lele, bemerkte den unglücklichen Leuten, diese Spinnerin sei es,
18583welche ilnen in die Suppenschüssel •gsnacht• habe. —
18584Gegen die hilzige Krankheit. Man thut in eine Nuss, welche
18585am Weihnachts-F'astlage in der 12. Slunde Mittags geöffnet wurde,
18586eine Kreuzspinne, versehliesse die Nuss und hängt sie um. Die
18587Spinne saugt die Krankheit ein. Doch muss man die Nuss, wenn
18588-gesund worden ist, in fliessendes Wasser werfen. Auch den
18589•All• rertreibl man auf diese Weise. —
18590Die •Spináwölne legt man über Wunden, um das slarke
18591bluten zu stillen. -
p. 524
18592124
18593Kranken Hühnern, überhaupt Yägeln, welche sich unwohl
18594zu befinden scheinen, gibt man gerne Spinnen zu fressen. -
1859524) Todtenuhr, Mauorhammerl, Trotskopf.e
18596Wenn es sich anmeldet, d. h. aus der Wand oder Mauer seinen
18597Sehlag vernehmen lässt, so stirbt bald jemand aus dem Hause
18598oder der Verwandtschaft. -
18599F) Pflanzen.
18600a) Der Beum in der frommen Sage und Legende.
18601Dass Wälder und Bäume bei unsern hcidnischen Vorfahren
18602in hohem Ansehen standen, ist allbekannt. Einzelne Haine, in
18603ihnen vermuthlich besondere Bäume, waren den Göltern geweiht,
18604welche in deren Zweigen wohnten; sie durften nicht umgehauen
18605werden u. s. W. -
18606Hieraus wird auch die Bedeulung klar, welche die Bäume
18607in der frommen Sage und Legende sich bewahrt haben. Hier
18608darüber nur einiges. —
18609Pillwein in seinem bekannlen Werke bringt die Notiz bei,
18610dass in Utzeneich einst in einer Eiche der Abgott Ulzius verehrt
18611wurde. Der Name Ulzius, Ulz, Ulrich fübrt auf den altdeutschen
18612Donnergolt zurück; ') auf ihn weist die Eiche hin. um so mehr,
18613da Wolf in den Beiträgen zur deutschen Mythologie, Il. 107, eines
18614Eichenstumpfes in Bayern erwälnt, auf welchem das Bild des Lan-
18615despatrons von Bayern, des bl. Ulrich stand. Trotz der Dürfligkeit
18616der von Pillwein beigebrachlen Notiz, bricht dennoch schon in
18617dem Namen des Abgottes Ulzius die Vorstellung durch, und sie
18618muss bei der ursprünglichen Namensgebung noch bestimmend
18619gewesen sein, dass Anlehnung des Donnergolles an St. Ulrich
18620staltfand. -
18621*) An •Donner• erinnert auch das schon angeführte, vom Yolke sich mund-
18622gerecht gemachle Wort • Duráslag.. -
p. 525
18623125
18624Wol allen Bewohnern der Stads Gmunden ist die hl Fichte
18625bekannt. Dem Eigenthümer wurde vor Zeiten aus dem Säckel
18626der Stad& jabraus, jabrein eine gewisse Summe bezabli, damit der
18627hl. Baum vor Axt und Beil verschont bleibe. —
18628An der Ostseite der Friedhofmauer in Steinerkirchen (Haus-
18629ruckviertl) stand vor Zeiten eine alte Linde, deren Stamm mehr
18630als eine halbe Klafter "im" Durchmesser hatte. Mehrmals wollte
18631man sie umbauen, liess aber nach jedem Versuche gleich wieder
18632davon ab; denn auf jedem Axthieb quoll Blut hervor. Man spürte
18633endlich dem Wunder nach, und es fand sich in einer Höblung
18634des Baumes ein Multergollesbild. Nun waglo es niemand mehr,
18635die Linde zu fällen; sie blieb stehen, bis sie ein Blitzstrahl traf
18636und bis in den Grund verzehrte. -
18637b) Baume und Pflanzen.
186381) Vorerst einige Rätlsel, den Baum und seine Theile
18639im allgemeinen betreffend. — Es hat viel Augen und sieht doch
18640nicht. ucht... Der Baum, — Es geht immer um den Baum und kann
18641doch nicht hinein. Die Rinde. — Geht mitten durchs Holz, auch
18642durch alle grünen und dürren Aestlein. Das Mark. — Wie viele
18643Blätter hat der Baum? So viel als er Süängel hak -
186442) Abraute. »A'rurna, arlemis. abrolan. Lin, wird, nach
18645Höfer I. 45, sin Gärten erzielt und bei Verstopfung und Beschwe-
18646rung der Mutter, als auch in Engbrüstigkeit und zäbem Auswurf
18647gebraucht,« —
186483) •Aflblätter,• nach Höfer I. 7, die Blätter avon sol-
18649chen Kräutern, welcle wider Entzündung auf Wunden aufgelegt
18650werden.• Dergleichen sind ajugo reptans, chelidonium maj. Lin, elc.—
186514) Allermannsharnisch, allium victorial. Lin, Wer
18652dieses Kraut bei sich trägt, dem kann nichts schaden, und wenn
18653er spielt, muss er allezeit gewinnen, und im Raufen überwindet
18654er alle seine Gegner. (Allmünster.) — In Kriminalakten, Scharn-
18655stein 1648, wird ausgesagt, dass der Allermannsharnisch sehr gut
18656sei gegen allerlei Gebrechen. -
186575) Alraun, A'rau'l,s nach Höfer I. 23, •die Wurzel
18658der alropa mandsagor. Lin, e oder aweil diese seltsam ist, ein
p. 526
18659126
18660aus der Zaumübe, bryonia, künstlich gestalletes Männeben, welches
18661rerborgene Dinge wissen und dem Besitzer Geld bringen soll.. -
186626) Andorn. Yon dem schwarzen oder stinkenden Andorn,
18663ballol. nigr. Lin., sagt Hüfer I. 25, dass er in unscren Gegenden
18664den Namen «das alte Weibo oder das »Feeweibel: führe. -
186657) Ankehrkraul, )) osmunda luncr. Lin. In unseren Ber-
18666gen glauben, Höfer I. 36, die Leule, dass es den Kühen gule
18667Milch verschaffe, wesswegen es auch, nach Arl altberühmler Kräu-
18668ier mil einem Spruche abgepflüeket wird: •Grüss Dich Goll, An-
18669kehrkraut, Ich brock Dieh ab und trag Dieh nach Haus, Wirf bei
18670meinem Kuhel fingerdick auf!e -
186718) Apfelbaum "Die Apfoller.o ?) Aeprel theill der
18672•Nikla• aus. .- In den Rauhnächten sind Acpfel vorbedeulend für
18673Leben oder Tod, Heirallı u. dgl. — In der Mitle dos Palobuschens
18674steckt nicht selten ein cigens auf diesen Tag gesparter Apfel. -
18675Alle Bäder eines männlichen Kindes schüflet man zu.ciawad.dem-
18676') Soust auch St. P'eters Schlüssel genannt. Dieser Name achon hilft die
18677Berülmtheit des Kraules erklären. Siehe G. Domnersteinl. -—
18678*) Unzsveifelhar ein Nalurbild des Gewilterbaumes, woraus sich die Bezie-
18679hungen zu Lehen, Tod, Heirall, Fruchtbarkeit ergeben baben. Ich bbeile
18680an dieser Stelle ein Kinderspiel inil; es leisst das Gerstenrolln. 2
18681Kinder hängen sich rücklings einander in dio Arme und sagon bunter be-
18682ständigem Hin- und Herschwenken des Körpers: a) leh roll, ich roll
18683cin Gersln. b) Für wen? a) Für meine Gäst. b) Wer sind denu deine
18684Gäst? a) S Birkenäst. b) Wann kommens denn? a) Iu Freitúnauhl (auch
18685i' Sainstagnachl, als Samslagnüchle gellen besonders die 3 ersten Sam-
18686slage nach Micheli, sie heissen auch die •goldenen..) b) Was bringen's
18687dá? a) Ein neus Par Schuli. I) Was ist in Schub? a) Ein Apfel.
18688b) Was ist in Apfel? a) Ein Kern. Î) "Was ist im Kern? a) Bin Kás.
18689b) Was ist im Kás? a) Ein Wasser. b) Was ist im Wasser? a) Ein
18690Fisch. a) und b) Jelzl setzen wir uns (sic selzen sich, ohne die Arme
18691auseinander zu thun auf den Boden) an den goldnen Tisch. Wäh-
18692rend sie so sitzen b) Wo ist dein Valer hin? a) Nach Rom1. a und b)
18693Stehn wir auf (sie thun es, noch die Arme verschränkt) in Golles
18694Nam.• —
p. 527
18695127
18696selben Apfelbaum; das Kind nennt ihn seinen Baum, und er wird
18697auch von andern nach dem Kinde benannt, z. B. as' Wolfn Bám.e
18698- Stirbe der"Baum," stirbi auch der bald, von dém er den Na-
18699men hat: — Wenn aus einem Hause jemand stirbt, lehnt man
18700an einen Apfelbaum die Siühle, über denen der Todte auf dem
18701Brelte lig. — Einen oder alle Aepfelbäume des Wiesgartens küsst
18702man, n, "dámit die Bäume recht viel •tragen•, am hl. Dreikönigabend,
18703indem man. sich den. Mund mit Koch oder Krapfen fülle und dabei
18704spricht, — man umarmt zugleich den Baum — •Bám ih, Bám
18705ih buss dih, Wir' sá voll ás wie má Maül!•
187069) Apolloniakraut •Aplanawurzn,o Sie ist ge-
18707gen Zahnweh gut. Man pilegt auch, weil die hl. Apollonia als
18708Fürbitterin gegen Zahnschmerzen angerufen wird, zur Abwehr der-
18709selben an dem Tage der Heiligen zu fasten. Nach Höfer 1. 177,
18710erhielt diese Pflanze, welche sonst Eisenhütel, aconil. napell. Lin.,
18711heisst, den Namen der genannten Heiligen von den Wurzenkrä-
18712mern, welche sie wider das Zahnweh anriethen. Dasselbe Kraut
18713heisst nach ihm in den Bergen auch •Fliegenkraute and im
18714Salzburgischen ablaue Gelster.e -
1871510) Attich, •Adö, Adáböre Am Abend vor Son-
18716nenwenden schneidet man Altichkraut und lässt den Thau darauf
18717fallen. Am Sonnenwendetag selbst wird es »vor der Sonnee ein-
18718gebracht und in der Luft gedörrl. Klein zusammengeschnitten
18719gibt man es unter das Viehbrot, backt es besonders zu Weih-
18720nachten unter die Viehstöri. ')
18721Aus dem »Nadö« 2) wird auch von den alten Weibern, welche
18722die Stelle der weisen, heilkundigen Frauen der deutschen • Vorzeit
18723vertreten, eine recht heilsame »Salssne bereitet, welche besonders
18724gegen die Wassersucht angebraucht wird. Die Anwendung ist am
18725wirksamsten, wenn die Trauben zwischen den Frauentagen gesam-
18726melt werden. -
18727") Stüri für die Rinder; die für die Rosse heisst gewöhnlich auch •Ros-
18728störi.• -
18729*) Schon der Namo •Nadö, Nadáböre konnle auf Natter, Gewitler, Fruchto
18730barkeit etc. leitcn. -
p. 528
18731128
1873211) Bannkraut In Weisskirchen stiegen einmal zwei
18733Diebe zur Nachtszeit in eincn Bauernbof ein. Der Bauer aber
18734war mit dem Bannkraut versehen, und so konnte das Paar niebt
18735mehr von der Stelle und wurde ohne Mübe gefangen. Das Bann-
18736kraut, scbloss der Erzäbler, wächst auch beulzulage nocb; aber
18737es kennt's leider niemand mehr. -
1873812) Beifuss, artemis. vulgar. Lin., nach Höfer I. 81,
18739von dem Volke auch •Sonnenwend- oder dohannesgür-
18740tela genannt, weil es, am Jobannestag und zwar vor Sonnen-
18741aufgang ausgegraben, für allerlei Krankheiten, wit auch für Zau-
18742bereien gut ist. -
1874313) Birke. Die alten Weiber lecken nicht nur die Bir-
18744kenstöcke ab, wovon eben der Stamm gehauen wurde, sondern
18745sie bohren im Mai die frischen Stämme selbst an und zapfen
18746ihnen in Röhrlęin den aufsteigenden Saft ab. Denn Birkensaft
18747ist, besonders für die Brust, sehr gesund. -
18748Kinder darf man (Steinerkirchen) nur mit Birkenruthen schla-
18749gen. Aus Birkenreisern macht der Bauer seine Besen. Die Haus-
18750frau nimmt zum Krapfenbacken am liebsten Birkenscheitlein. —
18751An einer Birke hat sich Judas der Verräther erhenkt. -
1875214) Birnbaum. Von weiblichen Kindern und diesem
18753Baume gilt das nämliche, was in 8) von Knaben und Apfelbaum
18754milgetheilt wurde. Nur in Bezug auf das Anlehnen der Stühle,
18755worüber der Todte auf den Brettern lag, wechseln Apfel - und
18756Birnbaum ohne Unterschied. -
18757An dem weissen Sonntag weist oder lragt man die kleinen
18758Kinder gern unter einen Birnbaum, damit sie gross und stattlich
18759werden.
1876015) Bilterklee. Als einst die Pest im Lande gewaltig
18761abbauste, kam auf die uralte riesige Linde, welche noch neben
18762der Weichstettner 1 Kirche steht, ein Vögelein gellogen
18763") Der Name • Weichstetten, • d. h. geweihte, heilige Stätte, die sagenhaße
18764Linde vor der Kirche, der nahe Wallfabrtsort Ruppishofen deuten auf
18765alle Heiligkeit hin. —
p. 529
18766129
18767und sang: •iss Bittorkloe und Enzia, So kimst dávar, s0 kimst
18768dáva!a _
1876918) Booksbart, tragopog. pratens. Lin. Wird neuge-
18770bornen Kindern, (Viechtwang) oft sogar in Silber gefasst, als ein
18771Amulet umgehängt. 1)-
1877217) Braunelle, pranella vulgar. Lin.. ist, Höfor I. 110,
18773•ein gutes Wundkraus, mildert die Schärfe u. s. w.e Unser Volk
18774nennt es •Mundfáulkraus, Zopfen, auch St. Antonikraut, vielleicht
18775weil es wider das St. Antoniusfeuer oder den Rothlauf gebrauobt
18776wird.e —
1877718) Braunmünze, mentho saliv. Lin. Sie wird, Höfer
187781. 110, »sammt der Krausmünze klein geschnitten und mit Zuokor
18779in Branntwein angosetzto, um den »Briminzn-Geist• zu bereiten. —
1878019) Brennessel. Ein wahrhafter Jüngling und eine
18781wahrhafte Jungfrau können sie angreifen, ohne sich su brennen. —
18782Um den Haarwuchs zu fördern und dem Erkahlen zu steuern,
18783wäscht man den Kopf mit Wasser, worin Brennesselwurzen ge-
18784sotten wurden. Uebrigens gesobieht dies auch mit den «Kleber-
18785staudenwurzen.e
18786Brennesselsamen dient als Baucker gegen die Gichs —
18787Impotente Männer sollen sich, um dieses Gebrechens lodig
18788zu werden, mit Brennesseln poitschen. ?) -
18789Redensarten und Räthsel. Wan d' Nössl brennt, so
18790brennt's bözeitn. — Rund ums Haus brennts, und brennt doch
18791nicht. —
1879220) Dauron, eriger. acre Lin.; man sleckt ibn gegen
18793den Donner an die Fenster, und in die Ställe, um das Vieh vor
18794•Beschreiunge zu schülzen. ") —
1879521) Donnerdistel, card. Lin., «Da"rdistl. Die
187961) Der Bock ist Thier des Donnergottes, der auch Lebens- und Heilgolt ist.
18797") Ist, (siehe Gewitter 9) eine dem Donnergott heilige Pflanze gewesen. Da
18798der Blitzfunke auch Lebensfunke, der Donnergolt auch Gott des Kinder-
18799segens ist, erklärt sich leicht diese Meinung. —
18800*) Der Name schon klingt an Donner an. -
188019
p. 530
18802$30
18803•Mu'le der im Waizfeld stehenden Dardistl ist, als Thee ge-
18804braucht, für die Wassersucht gut. " -
18805Auch gibt man am Georgitag •vor der Sonner den Kühen
18806. von Donnerdisteln zu fressen. -
1880722) Ehrenpreis. Siehe: Widerton.
1880823) Eichc. Die Eiche und besonders das Laub davon
18809kann der Teufel nicht leiden. Als er nämlich einst in Golt den
18810Herrn mit Fragen drang, wann er wieder selig würde, gab ihm
18811dieser zur Antwort: »Wann das Eichenlaub abfállt!. -
18812Der Teufel fragle einst Gott, wann er die Ackerer einmal be-
18813käme, welche viel Scheltens pflegten, und erhielt die Antwort: • Wann
18814•einmal alles alte Laub an sämmtlichen Bäumen vor dem Hervor-
18815spriessen des jungen abfallen würde.e Da nun die Eiche, wenn
18816auch das junge Laub bereits hervorsprosst, noch immer altes hat,
18817ist sie dem Teufel ein Aerger und Greuel. -
18818Eichenlaub schützt gegen den Bösen uud gegen alle
18819Zauberei. -
18820In den «Od'öpflne, d. h. Eich-Galläpfeln sitzt der Teufel
18821leibhaftig drinnen.
18822Eichenmistl (Kriminalakten, Scharnslein 1648) ist die
18823beste Sach für die Zauberei. -
18824In Eichen verbohrt und vernagelt man auch Krankheiten. -
18825Der an der Mundfäule leidet, stelle sich zwischen 2 oder 3
18826Lichen, nehme cinen »Zwail• davon, fabre damit dreimal an den
18827geschlossenen Zähnen hin und her und sage dabei: •Mundfäul,
18828geh hin und wieder, Geh aus alle meine Glieder, Und kim nim-
18829•mer wieder. Im Namen Gott etc. etc.e Wer an der Gicbt leidet,
18830geht zu was immer für einem Waldbaum und bindet um ihn
18831einen etwa 2 Pinger breiten Lappen von neuer, nicht gebrauchter
18832Leinwand. Dazu sprieht er: •Guten Morgen, ich komme zu dir
18833im Namen der allerheiligsten Dreifaltigkeit und verbinde in dir
1883477erlei Gicht ctc. etc.« -
188351) Siebe 10. Hier tritt die Beziehung des Donnergottes zür Wassersucht
18836noch nachdrücklicher hervor. -
p. 531
18837181
1883824) Eisenkraut oder Eisenwurzn. (Handschriftlich
18839Kremsmünster Archiv). Im Märzen am Sl. Gregoritag zu Morgen
18840um 1 Uhr musst du die Wurzen graben. Sie bat mancherlei
18841Tugend an sich. Wenn du die Wurzen bei dir hast, so werden
18842offenbar alle Schätz, die verborgen sind oder liegen; du siebest
18843durch alle Ding. Wenn du die Wurzen ins Maul nimmst, wenn
18844100 mit dir gingen, so giengst all bin, und wenn man's einem
18845Bos anhängt, in den Schweif bindet, wenn 100 Bos laufen, so
18846lauft das deine hin. Wer die Wurzen bei sich tragt, welche Frau
18847er damit anrührt oder küssel, oder umfahet; so muess ihn lieb
18848babn, geht ihm alles gleich hinaus, was er anfangt. —
1884925) Elexe, ") prunus pad. Lin. Ein Elexenreis wird im
18850Innviertel am Georgitag an die Fenster gesleckt, blübt oder knospt
18851es, ist es ein besonders gutes Zeichen. In den Häusern, wo sie
18852blüht ods knospt, kehrt der sdörgele zu. —
18853Das Elexenreis dient auch als Wünschelruthe. -
1885426) Enzian. Siehe Bitlerklee.
1885527) Erdbeere. Erdbeeren, welche am Sonnenwendetag
18856vor der Sonne gebrockt und in Branntwein angesetzt werdon, sind
18857gut für die «Mundfäul..?)-
18858Wenn Beeren, besonders Erdbeeren, aber auch die übrigen
18859•Söp - oder Hindelbörn etc.e auf die Erde fallen, soll man sie
18860nimmemehr aufheben und geniessen. Sie gehören schon dem
18861Teufel an. -
1886228) Esche. Öschá. 9) Dieser Baum oder vielmehr sein
18863Laub erzittert unausgesetzl, daher die Bedensart: »Ziedárn wierán
18864öschás Lauwá.e Es kommt daher, weil die Esche einst, als der
18865Heiland vorüberging, ihr Haupt stolz erhoben hielt und ihm nicht
18866neigte. Daher schlug sie der Herr mit ewigem Zittern. -
188677) Bedeutsam sind schon die anderwärts vorkommenden Namen: Alpkirsch-
18868baum und Drudenblüthe.
18869*) Gegen die Mundftul (siehe 17) scheinen insbesondere Pflanzen mit rother,
18870brauner oder wol auch blauer farbe heilsam.
188717) Höfer bemerkt, dass man an der Traun die Zitterpappel s0 nenne. —
p. 532
18872182
18873In die Esche werden auch Krankheiten gebohrt odor verna-
18874gell, und zwar gescbiebl das, wie auch bei den übrigen Bumen,
18875stets auf der Morgenseite. — Wenn ein Kind einea •Bruche bal,
18876spaltel man einen Eschenbaum und erweitert den Spall, bis es
18877durch ihn durchgezogen werden kann. Hierauf drückt man die
18878getrennten Theile wieder zusammen und bindet sie fest. Bes sie
18879wieder verwachsen sind, heilt auch der Bruch. " -
1888029) Farnkrauk •Im Gebirge, Höfer I. 193, zäblen
18881unsere Wurzenkrämer n e u n verachiedene •Fasen oder Faden.e?
18882Die Wurzel wird •Fünf-finger-Wurzele genanot,
18883weil man sie künsllich so zusammenschneidet, dass sie eine boble
18884Hand mit 5 hervorragenden krummen Gelenken darstellt. -
18885Kriminalakten, Scharnstein 1648. Ein Inquisit bekanole,
18886dass er den »farne unter Hersagung einer gowissen Formel ge-
18887pflückt und darunter elliche Himmelbrand-Blätter gelegt Des an-
18888deren Tages habe er einige Samenkörner davon erballen. In Linz
18889verkaufle er 7 Kerne je um 1 Reichsthaler. Sie hätten die Kraft,
18890dass dem, der sie bei sich trägt, auf der Reise nichts zustosse,
18891und dass die Hantirung glücklich fortgehe. Der Samenkern, der
18892sehr klein sei, laufe, wenn man ibn auf ein Papier gäbe, als ob
18893er lebendig wäre, gleich dem Quecksilber.
18894In der Misternachtslunde, wenn das Feuerspringen (Sonnen-
18895wendelag) zu Ende ist, blüht die »Toifelsfedá (Farnkraul)
18896und trägt in der nämlichen Stunde noch Samen. Wer daron su
18897seinem Gelde legt, dem nimmt es nicht ab. Einst wollte sich
18898jemand den Samen verschaffen und begab sich zu der bezeich-
18899neten Stunde in den Wald. Da fing es aber zu sausen und brau-
18900sen an, als wollten alle Bäume brechen, und erschrocken wandte
189011) Von der Bedeulung der Esche abgesehen, welche sicherlich mit von
18902Einluss ist, erklärt sich dies Verfabren auch daraus, dass der Brach als
18903• elwas Gebrochenes, a was enlwei ist, aufgefasst wird. —
189044) Das Farnkraut ist besonders als Abbild des bimmlischen Farnkrautes,
18905der Gewilterwolke zu fassen. — Federwolken (siebe Toifelsfodá) nennt
18906man noch heulzulage eine gewisse Wolkenbildung. -
p. 533
18907133
18908er sich zur scbleunigsten Flucht 1). — Die Toifelsfedá ist auch
18909gegen die Mauckn gut. Wenn daber das Hausgerögel daran leidet;
18910maeht man ihm die Streu aus Teufelsfedern. -
1891130) Fencb, panicum virid. Lin.; swird, Höf. I. 211, am Traun-
18912fluss, wo er auf Schütten angetroffen wird, Traun-oder Schütt
18913gries genannt und für Kranke, wie Reis in der Suppe, einge-
18914kocht etc.e
1891531) Fuhr- oder Furohtkraut, stachye rect. Lin.; es
18916heisst so, weil es wider das Fahren oder Reissen des Kopfes und
18917der Gieder gebraucht wird. Auch das Pfenningkraut, lysimach.
18918nasmular. Lin, wird Pubrkraut genannt (Höfer I, 252). - Das
18919Furchikraut ist gut gegen den •Furchtr, eine Kopfkrankheit, wobei
18920die Kopfplatte auseinander geht oder fáhrt. -
1892132) Der ›Gänskresse pastinac. sativ., wird bäufig als
18922Futter für die jungen Gänse klein gohackt. Man braucht ihn auch
18923wider das Nasenbluten; Blutspeien, die rothe Ruhr und starken
18924Blutgang der Frauen. Höfer, aus dem diese Mittheilung genommen
18925ist, selzt hinzu, dass er in einem Lexico MS. (wahrscheinlích der
18926Kremsmünster Bibliothek) Gensekresse, mit Sanguinaria übersetzt,
18927gefunden habe 2). -
1892833) «Gefrerbeerer, die Beere von viburn. opul. Lin.
18929•Man macht, Höfer I. 280, aus ihnen eine Salsse wider das Sticken
18930und keuchen, und wider die gemeine Husten wird die Milch, worin
18931diese Beeren gesotten wurden, laulicht getrunken.. -
1893234) •Geschwulstkraut.e Unter diesem Namen begreift
18933das Volk mehrere Pflanzen, welche es wider Geschwulsten ge-
18934brauclıt. Höfer I. 290 führt an: a) sedum tele hium. Lin.; die
18935Blätter davon werden auf geschwollene füsse gelegt, von der ge-
18936stossenen Wurzel aber auf der Glut ein Tuch geräuchert; b) che-
18937Lidon, maj., wird ebenfalls unter geschiwollene Füsse gelegt; c) solan.
189381) Der Samen ist das Gewitlergold. Die Vertrelung des Gewitlers zeigt sich
18939hier ganz unzweifelhaßl. —
18940*) Schon der Name •sanguinariar mochte zu den erwähnten Anwendungen
18941leiten. -
p. 534
18942134
18943dulcamar. wird den Pferden wider Verstopfung und Blähung in
18944einem Einguss gereicht. -
1894535) Gnadenkraut, gratiola officin. Lin. Kommi nach
18946Höfer Ill. 295 um Ens auf feuchten Wiesen vor und ist in der
18947Bleich - und Wassersucht, so wie in hartnäckigen Fiebern seht
18948heilsam. —
1894936) Gundelrebe, glecom. hederac. Lin., •mildert, Höfer I.
18950338, die scharfen Säfte des Körpers, löset das dicke Blut und
18951den Schleim auf ctc.. -
1895237) Halbáts Ros, rumex. crisp. Lin. Manche reissen die
18953Wurzeln dieser Ampferart aus. Wobin die Wurzel schaut, dortbin
18954kommen sie. —
1895538) Halm. In dem Büchlein: »Aufrichtiger Unterricht elc.e
18956wird es als verwerflicher Aberglaube angeführt, einen Halm (wahr-
18957scheinlich einen Getreidehalm) über eine geschwollene Hand zu
18958spalten. -
18959Für starkes Nasenblulen hilft es, wenn man 2 Halme, von
18960was imuner für einer Gelreideart, ins Kreuz 1) legt und darauf das
18961Blut tröpfeln lässt. -
18962Die 3 ersten Korn- oder Waizenstämme, die man
18963bei Beginn des Schnittes schneidet, bindet man sich um die Milte,
18964so bekommt man kein «Buglweh• mehr ?). -
18965Man nimut von cinem Waizenhalme, dort wo er den zweiten
18966Knolen angesetzt hat, 2 Blätler und legt sie kreuzweise überein-
18967ander; sodann biegt man den Theil des einen Blatles, welcher
18968den oberen Balken bildet, um und wickelt ilın mit dem unteren
18969zusammen, so dass ein kleines Päckchen entstcht. Macht man es
18970nun, nachdem man es etwa ein paar Minuten mit Daumen und
18971Zeigefinger zusammengedrückt gehalten, wieder auf, und es zeigt
18972sich das Blatt, welches vorher in dem andern war, ausserhalb des-
18973selben, so geht, was man vorhat, gut von slatten. — Im Scherze
18974wenigstens hat sich das »Hálmel- oder Hölzlziegne bis zur Slunde
18975") Die Farbe des Blutes und das Kreuz weisen wieder auf don Donnergoll hin.
18976") Thorr schnalli sich, wenn er kämpfen muss, den Stürkegürtel ura, —
p. 535
18977135
18978erbalien. Wer in einer Wahl unschlüssig ist, ziebt einen von
18979zwei Halmen ungleicher Länge, nachdem er vorher die Bedeutung
18980beider bestimmt hat. -
1898139) Háningwurze, bryon. alb. Lin., nach Höfer II. 27,
18982so genannt, weil sie von dem Volke gebraucht wird, awenn das
18983Rind die »•Háninger• hat, eine Krankheit, wobei die Haut dürre
18984wird und fest an die Beine klebet.e
1898540) Hasel '). Unter der Hasel ist u. I. Frau untergestan-
18986den während eines Gewitters, und darum schlägt es in eine Hasel
18987nie ein und eben so wenig in ein Haus, an dessen Fenstern
18988Haselzweige, besonders grüne mit Blältern, stecken. Wer ein
18989Haselzweiglein an der Brust trägt, den trifft der Blitz nicht. — In
18990das Palmbüschlein bindet man 3 Haselzweige im Dreieck ?) ein ;
18991überdies befindet sich in dem Bund oder Buschen zuweilen noch
18992ein kleineres Büschlein, das nur aus Haselzweiglein besleht, welche
18993man bheils klein zusammen geschnitlen dem Vieh zwischen 2 Broten
18994cingibt oder unter die Viehslöri bäckt, theils in Fenster und Saat-
18995felder steckt. — Von der Hasel nimmt man auch bäufig die
18996Scheitlein zum Weihbolz am Karsamstag. — In jedem Stalle sleckt
18997ein Haselzweig, damit Glück und Segen darin verbleibe. — Drei
18998Kreuze aus 6 Haselzweigen legl man, bevor das •Einführen• den
18999Anfang nimmi, auf den Grund jedes Barrn. — Mit 7 Haselzweigen
19000wird der •gezettelte und gestreute Hare angebunden, damit ihn
19001der Wind nicht wegfübre. — Zu einer grossen Anzahl Acker- und
19002Stallgeräthe verwendet man mit Vorliebe Holz von der Hasel 3). -
19003Der Grosstheil der nunmehr fast überall ausgerotteten Gehäge,
19004welche längs der Marken sich hinzogen oder diese selbst bildeten,
19005waren Haselstauden. — »s Haselnussbrocken• ist auf dem Lande
19006ein Kinderfest. Wenn die Haselnüssc, welche nach Pfunden ge-
19007") Sie ist ein Abbild des Gewitlers. --
19008*) Sielle Dreifuss u. s. w.
190099) Eben weil die irdische Hasel die am Himmel vertritt, der Donnergolt
19010Acker- und Stallgolt isl. Auch das F'olgende erklärt sich aus der Be-
19011ziehung zum Gewiller. -
p. 536
19012186
19013reehnet merden '), zeitigen, es ist um das Schutsengolfest herum,
19014so zieben die Kinder schaarenweise in die Haselgehäge, um Nüsse
19015su sammeln. — Schon am Sonnenwendlag hat es sich entschieden
19016ob viele und schöne Nüsse werden. «Um's Haselnussbrocken•
19017heissl es daher auch, als eine volksmässige Zeitbestimmung. -
19018Auch zu einer «Zoag - oder Wünsohlruda• ist die Hasel brauch-
19019bar, so wie beim Kreis- oder Kreuzstehen ?). — Nur mit einem
19020Hazelstecken kann man, versteht man anders überbaupt die Kunsi,
19021Abwesende, d. h. Ferne durchpeitschen, sübers Feld prügeln.e
19022u Der liebste Stock ist dem Bauern ein Haselstack; entfernt er
19023sich weiter vom Hause, oder geht er einen gefährlichen Weg, so
19024hat er ihn gewis zur Seite. — Die mit einem Haselstecken aus-
19025gotheillen Hiebe haben eine besondere Kraft; ja es heisst sogar,
19026dass, wer mit einer Hasel geschlagen wird, die Auszebrung. be-
19027kommt 9). - In der Mettennacht werden heirathshalber die Hasel-
19028slauden gebeutell. — Haselzweige, kreuzweis in den Weg gelegt,
19029nöthigen die Teufelsjagd zur Umkehr. - Nattern und Blindschlei-
19030chen, mit einer Hasel geschlagen, sind auf 3 Streiche lodt. — An
19031Hlaselspiesse steckt man die Kröten. -
19032Wenn die Haselnüsse geralhen, gibt es viele unebeliche
19033Kinder. -
1903441) Die Haselwurz, auch sScheibelkraute, asur.
19035europac. Lin., genannt, Höfer Ill. 74, hat eine stark öffnende und
19036purgirende Kraft. -
19037Die Kühe geben recht viele und gute Milch, wenn man
19038Trempel und Milchbäfen mit Haselwurz, oder auch Leberkraut
19039hopatic. Irilob. Lin., am besten mit beiden gemeinschaftlich aus-
19040siodet. Die Milch wirft dann viel und dick auf. -
1904142) •Hauswurzn.e Auch die »Hausrampfer, anders-
19042wo «Donnerbarte, ") semperviv. leclor. Lin. Von seiner Be-
190431) Ein Pfund hat 60 Böcke, ein Bock 4 Nüsse. -
19044*) Man denke an das Gewittergold.
190459 Gewis lag die Vorstellung des Haselsteckens als Blitzstabes zu Grundo.
19046Der Haselstock tritt selbst in persönlicher Benennung •Haslingere auf.
19047Ein Donnerkraut, wie sohon dor Name aussagt.
p. 537
19048137
19049ziebung zum Gewiller war bereits die Rede. •Der Sait ist küh-
19050lend, Höfer Ill 13, und kann wider Brandschädon, faule Ge-
19051sebwüre, Hübneraugen dienen.• —
19052Das Volk sagt, der Salt sei gut für die Gehörlosen. -
19053Auch für den »Zidáráe ist Hausrampfensaft gut. -
1905443) Beilkraut, chenopod, bon. Henric. Lin. Nach Höfer
19055Il. 42, dient es zur Heilung von Wunden und faulen Schäden.-
19056.44) Himmelbrand, verbasc. laps. Lin. Man putzt damit
19057am Sonnenwendelag vor der Sonne die Kühbarren aus. -
1905845) Hirsohwurzen. Sie werden von den Wurzen-
19059männern bäufig verkauft und den Kühen eingegeben, damit sie
19060"stieren.e a
1906146) Holer, ') Sambuc. nigra Lin. Vor der »Holástaudne
19062(Kremsmünster) soll man den Hut abnehmen, weil an ibr alles
19063gut ist svom Blalt bis zum Kás." Rücklings zu ihr hingehen,
19064hilft schon gegen eine Mengo Krankheiten. Man findot sie daher
19065auch häufg in der Nähe von Häusern, Scheunen und Ställen. Der
19066Stock steht meistens innerbalb der Traufe. - Der •Melchersöch-
19067tere und die •Schmalzkübele werden meist aus Holerholz gemacht,
19068sowie auch die •Trempel.. ?) -
19069Holerbast legl man auf für den Afel. Holerholz, besonders
19070•Schifern• braucht man zum Gicht- und Mundfåulwenden. Auch
19071zum Schwundwenden bedient man sich kleiner Hölzlein von der
19072Holerstaude. Holerschinda legt man für das Zahnwelı auf Genick
19073und Pulse. Wer mit einer »Schifere von der Holerwurzen sich
19074die Zähne »ausstrilte, bekommt, wenn er die Schifer wieder genau
19075an ibre Stelle legt, so dass sie sich wieder in die Schinde ver-
19076wächst, sein Leben lang kein Zahnweh mehr. •Holerblüh-
19077trauppán‹, am Sonnenwendetag vor der Sonne eingebracht
19078und in der Luft gedörrt, geben einen Thee, der für allerband
190791) Fast alles weist auf Gewitter und Gewiltergoft hin. -
190803) Trempel ist das •Rühr-Bullerfass.e Der Vorgang des Gewillors am
19081Himmel wurde, wie schon angedoutel ward, so zu sagen als ein Butter-
19082rübren und Schmalzaussieden gedacht, —
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19083138
19084Krankheilen, besonders Fieber gut isl. Aus den Beeren wird eine
19085belieble Speise gemacht, welche noch dazu für sebr gesund gilk,
19086der »Holerröster.. — Auch cinen Absud bereilet man aus
19087ibnen, der in mancherlei Krankheiten heilsam ist. — Es gibt wol
19088nur wenige Häuser, 'in welchen die Holersalsse nicht vor-
19089rällig wäre. Sie ist die im Volke bekannteste und berübmlesle
19090Arznei, und besonders die alten Weiber wissen sie echt und recht
19091zu bereiten. Sie brocken den Holer zwischen den Frauenlagen,
19092nicht nur von der Staude oder den Slauden, welche um das
19093Haus herum slehen, sondern auch in Leiten und Auen und sam-
19094meln oft ganze Körbe und. Säcke voll. Die von den Trauben ge-
19095streiften Beeren werden ausgesolten und ausgepresst und der Saft
19096s0 lange gesollen und gereinigt, bis er fast so dickflüssig wird
19097wie Latwerg.-
19098Kriminalakten, Scharnstein 1648. , Wenn man die 2 in-
19099wendigen Schälen abzieht und den Leuten, so im Kopf unrichtig,
19100auflegt, heilet es diese.e —
19101Austria 1856. Ein Müller in Steyer hat, damit ihm dlas
19102Malter besser von slatten gehe, ein Hollunder - Röhrlein, woran
19103ein Bienenstock zum ersten Mal gescliwärmt, ober der Thür in
19104der Mühle aufgesteckt. -
19105Es heisst auch überhaupi, dass der Holer zu allerlei Zauberei
19106gut sei. -
19107Räthsel. Weiss wie Schnee, grün wie Gras und schwarz
19108wie Kohln. - Kinderreime. Ringá, ringá, reihá, Sánd már
19109insá dreiá, Sözn mår ins áf d' Holerstau'n, Than má fleissi Berl klaubn.
19110— Ringá, ringá, reihá, Sánd má insá dreiá, Sitzn már áf d' Holerslau'n,
19111d' Holerstau'n brieht a, Liengng alle 3 in Bah. —
1911247) •Holzbockr, melampyr. prat. Lin.; wird, Höfer II. 62,
19113wider •die Mundsehre und andere Mundgeschwäre, in Essig ge-
19114sollen, und mit selbem die Zunge gerieben, mit dem Essig aber
19115die Gurgel ausgespült.. —
1911648) Irrwurzen. Manche verstehen darunter Tapnen-
19117oder Waldbäum - Wurzeln, andere cine Pflanze, für welche sie
19118keinen anderen Namen wissen. -
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19119138
19120Wer über eine Irrwurzen sleigt, kommt von dem rechten
19121Weg ab.-
19122Im Gmuilölzl ') (Steinerkirchen) stehen so viele Irrwurzen, dass
19123der, welcher hineingebl, nicht so schnell wieder herausfindet. -
19124Um sich, wenn mau über eine solcbe Wurzen gestiegen
19125ist, wieder zu »erkennene, kehrt man Hut oder Tüchel, kurz,
19126die Kopfbedeckung um und selzt sie in ›ábinge auf. Man räth
19127auch dagegen an, was für immer ein Kleidungsstück, z. B. •Schampl
19128oder Scheikále umzukehren und im »nábinge anzuziehen. —
19129Eine Steinhauser Bäuerin gieng einst von Wels heim und
19130war nur mehr eine Viertelslunde vom Hause entfernt; da trat sie
19131über eine solche Wurzel und gieng nun einen halben Tag in der
19132Irre berum. Endlich rastete sie einmal und kebrte die Kittelsäcke
19133um, und alsogleich erkannte sie, wo sie war, nämlich ganz nahe
19134an ihrem Hause. —
19135Am Pyrgas (Spital) ist ein Gehsteig nach Admont, häufig
19136von »Holzwegen• durchkreuzt und mannigfallig gewunden. Wer
19137darauf geht, und den Weg nicht recht gut weiss, verirrt sich ge-
19138wisser als nicht. Der Grund hievon sind die Irrwurzen, welche
19139von den »Bergmandelne gelegt werden. —
1914049) Jerichorose, anastalic. syriac. Lin.; Höfer II. 89,
19141erwähnt, dass sie •nach dem Glauben des Volkes in der Christ-
19142nacht sich selbst aufthue, und dass Hebammen die rauhe Wurzel
19143gebrauchen, um zu erfabren, ob die Geburt bald erfolgen werde.e —
1914450) Johannskraud, hyperic. perfor. Lin. Am Sonnen-
19145wendelag werden vor Sonnenaufgang Zweiglein dieses Krautes
19146kreuzweise an die Fenster gesteckt und acht Tage daselbst be-
19147lassen. -
19148Man gebraucht ferners dieses Kraut häufig als •Raucker..
19149Auch zum »Neidraucker• (sieh später) wird es genommen. -
19150Endlich ist es gegen allerlei Viehkrankheiten gul, besonders
19151wenn es an dem Tage, wovon es den Namen hal, vor der Sonne
19152oder in der 12. Stunde Miltags gesammelt und in der Luft ge-
191531) Wol Gemeiuholz; solche Hölzer sind eben mehr sagenbaft als andere. —
p. 540
19154140
19155dörrt wird. Man gibt es zu diesem Zwrecke klein susammenge-
19156schnitten zwischen 2 Broten ein oder bäckt es in die Viehstöri. -
1915761) Jungfrauenmánterls, ranana rep. Lin. Die
19158Wurzelbläller zeigen auf der oberen Fläche rothbraune Flecken
19159als wie von Blulstropfen. Diese rübren daber, weil u. l. Frau
19160Blut darauf fiel. -
19161Andere nennen diese Pflanze Fruohtkraut, und die Wei-
19162ber pflegen sie zu gewissen Zeiten zu essen.—
1916352) Kappis-Samen, «Gawösssame, Samen des Kopf-
19164kobles, brassic. capilal. Lin.; er soll am Karfreilag gebaut werden
19165und zwar vor der Sonne. -
1916653) Kern. Mit einem Gerstenkern umreisst man den
19167Zidárá und wendet ihn, indem man zngleich einen gewissen
19168Spruch sagt, 1) - Auch der •Alle wird auf diese Weise ge-
19169wendek —
19170Haberkerne schützen das Vieh vor Verhexung. 2) —
1917154) Klaft, rhinant. christa gall. Lin. Er spricht zu dem
19172Bauer: Verlilg mich, sonst vertilg ich dich.. —
1917355) Klee. Der 4blätlerige ist gut zu allerlei Zauberei;
19174nur darf er beim Abpflücken nicht mit blosser Hand berübrt wor-
19175den sein. — Wer solchen Klee bei sich trägt, gewinnt im Spie-
19176len. — Wenn man ihn in ein Buch legt, lernt man leicht. —
19177Wird er unter das Altartuch gelegt und mebrere Messen darüber
19178gelesen, ist er fast zu allem gul. Nur kann der Priester, wenn
19179ein soleber Klee auf dem Altare liegl, beim lesen schier nicht
19180weiter, wird völlig verwirrt. — Auch sieht, wer ihn bei sich
19181trägt, allerhand , was andere nicht sehen. —
19182Einst sclaute ein Wcib den Spektakeln zu, welche eine
19183Scillänzer - Gesellschaft auf dem Platze vor der Kirche auflührte.
19184(Andere nennen ein Mädclen, welcbes mit einem korb Klce auf
19185dem Kopfe, worin ein vierblätteriger war, vorübergieng.) Dem
19186") Die sogenannte • Wern• im Auge heisst auch »Gerslenkorn.• Hiaraus
19187erklärt sich wol die oben angeführle Anwendung. -
191881) Weileres darüber bei anderer Gelegenheit. —
p. 541
19189141
19190Weib halle nun jemand heimlich einen 4blälterigon Klee in die
19191Schuhe gelegl. Dahor sah sie auch das Blendwerk genau, wel-
19192ches die Seiltänzer den Leuten vormachten, und klärte sie auf,
19193dass diese Zauberer nicht auf einem Seile, sondern auf einem
19194•Bo'nla'n• mit der Scheibtruhe hin - und herfübren, der Wursil
19195nicht einen Wisbaum, sondern einen Strobhalm im Maul halte
19196und damit seine •Gsehwenddá• mache. Doch sie büssle es bitter.
19197Die Seiltänzer athalen's ihre, dass sie mebrere Schuh tief im Was-
19198ser zu waten vermeinte elc. etc. (Häufig.) -
1919956) "Kolmáswurzna; ") sie ist gegen Bauchweh gut. -
1920057) Kornelbaum, cornus, masc. Lin. •Dirntelbaume;
19201(der wilde oder weibliche heisst Hundsbeerstaude.) »Der ange-
19202nehm säuerliche Sait wird, Höfer I. 157, schon von alten Zeilen
19203her wider die Ruhr und den Durchfall empfohlen.e -
1920458) •Kornvatere, Höfer II. 156, ein schwarzer, krum-
19205mer Kern, welcher bei nasser Witlerung häufig an Kornäbren an-
19206getroffen wird. Man käut ihn wider den Bervater (Kolik). Den
19207Kühen wird er, wenn sie lange nicht stieren wollen, zwischen
19208Brot eingegeben. ") -
1920959) «Kranewitno, 9) juniper. commun. Lin. Die Krane-
19210witslaude ist noch jelzt beim Volke sehr geschälzt und war es
19211einst wol weit mebr; darauf lassen schon die zahlreich davon ge-
19212nommenen Orts- und Häusernamen schliessen. —
19213Das Holz und besonders diejenigen Reiser, woran viele Na-
19214deln stehen, sind das belieblesle Räucherungsmittel. Ist in einem
19215Hause ein Kranker, so wird nicht nur im Krankenzimmer, sondern
19216bäufig auch in allen Zimmern und Stuben damit geräuchert. Wü-
19217thet in der Gegend eine gefährliche Seuche, so sucht man sich
19218vor der Ansleckung dadurch zu bewabren, dass man im ganzen
19219Hause fleissig mit Kranewiten räuchert. -
192201) Wol Kolomannswurzn. Siche Gewiller 12.-
19221*) Wol, weil er Kornvater beisst
19222) Aus •grüner Wide gebildel, wie Groamát aus Grünmahd.
p. 542
19223142
19224Sogar in den Fleischselchen macht man hie und da Krane-
19225witrauch an, weil das so geselchle Fleisch besonders gut und
19226gesund ist. —
19227Die Kranewitwipferl nimmt man nicht nur zu Palm-
19228buschen, sondern auch zum »Wenden.« Man bereitet daraus auch
19229einen Absud für die Wassersucht. -
19230Noch bäufiger aber wird von den Kranewitbeeren Gebrauch
19231gemacht, von den reifen blauen ') sowobl, als auch von den un-
19232reifen grünen. Man bereitet daraus ein heilsames 0el für Bauch-
19233schmerzen, eine »Schmira für die Wassersucht, eine Salsse,
19234die für allerlei Krankheiten ganz sicher hilft, eine Essenz, in-
19235dem man sie in Branntwein anselzt; gibt sie als Raucker in die
19236Gluth und rauckt damit Stube und Stall. Herrscht irgendwo.eine
19237ansteckende Krankheit, kaut man die Beeren und isst sie, be-
19238sonders, wenn man in ein angestecktes Haus geht. Als die wirk-
19239samsten gelten Beeren, welche am Sonnenwendetag in der zwölf-
19240ten Stunde Mittags gesammelt werden. Daher auch der Brauch,
19241dass man in dieser Slunde •Kranáwölbör beitlne geht. —
19242Ueberdiess beschränken sie des Teufels Wissen, thun seiner
19243Macht Einhalt; wo Kranewiten stehen, haben er und Hexen und
19244aller Zauber weniger oder gar keinen Einfluss. —
19245Einst hatte ein Bauernbursche mit einem Teufel einen Ver-
19246trag abgeschlossen; er verschrieb ihm seine Seele, wenn er bis
19247zuın bestimmten Tage nicht wüsste, wie er heisse. Dafür erbiell
19248er Geld, so viel er wollțe. Die festgesetzte Zeit war nun um,
19249es feblten nur mehr 3 Tage, und der Bauernbursche wusste noch
19250keinen Sterbenslaut von dem verhängnissvollen Namen. Wie be-
19251greiflich, war er darüber sehr traurig. Da gab ihm ein Freund
19252zu rechter Zeit gulen Rath. Dieser wusste nämlich, dass der
19253Teufel sich häufig auf einem grossen Berg in der Umgegend
192541) Blau ist auch Blitzfarbe. Die Zusammensetzung • blitzblau• ist bekannl.
19255Von einem Kleid oder Gewand von blitzblauer Farbe hörte ich als Kind
19256öfters im Scherze sprechen. Ausdrücke wie: •Einem etwas blaues, einen
19257blauen Dunst vormachen, einen blau anlaufen lassen, das gehl ins Blite-
19258blauer dürften wol daraus erkliirt merden, dass der Blite das Auge blendet.
p. 543
19259143
19260sufhalte, wo er oft allerlei singe und jodle. Dort seien auch eine
19261Menge Kranewiten; wenn er sich darunter verstecke, so könne
19262er vielleicht den Teufel belauschen und dessen Namen erfahren.
19263Der Bedrängle folgte der Weisung und verbarg sich unter den
19264Kranewiten. Der • Ganggerl • hüpfte mit grossem Schall und
19265unler •böllischem Gelächtere hin und her, sprang und sang:
19266•Gfreut mih sist nix ás wie das, dass dá Bau'nbua nöt woass,
19267dass üh •Spitzbárll hoass.« Am dritlen Tage nun stelite sich der
19268Teufel ein, des Fanges völlig sicher. Doch zu seinem Verdruss
19269antwortete der Knecht auf die Frage: •Spitzbártl!• »Hene n de,
19270wie ein Ros, verschwand er, scheusslichen Gestank zurück-
19271lassend. -
1927260) Kren. Man hängt 9 Rädchen gegen • die •Dörre an
19273den nackten Leib an.-
19274Zu dem »Gweihten• (Ostersonntag) gehört nothwendig auch
19275der Kren. —
19276Wenn man zu Ostern 3 Rádl geweihten Kren isst, fällt
19277einen keine Ohnmacht an.
19278Redensart. Sich sán Kren göbn.e — Der ist just zum
19279Krenreibn recht. —
1928061) •Ku'lkraute, wol aus Kunigundenkraut verkürzl.
19281Nach Höfer II. 184 führen diesen Namen -thymus serpill. u. vulgar.
19282und tormentill. erecta Lin. -
19283Es gilt nach ihm als. ein vorzügliches Mutter - oder Frauen-
19284kraut. —
19285Doch auch in den Viehställen findet es häufig Anwendung.
19286Es wird am Sonnenwendetag oder zwischen den Frauentagen ge-
19287sammell und als Raucker gebraucht, oder zwischen 2 Broten ein-
19288gegeben oder in die Viehstöri gebacken. Es schützt das Vieh
19289nicht nur vor Krankhciten, sondern bewirkt auch, dass die Kühe
19290reichliche und gute Milch geben, daher wäscht man auch mit
19291einem Absud davon das Euter der Kübe und die Milchhäfen und
19292•sinnerte sie sodann; man hofft, dass die hineingegossene Milch
19293recht dick aufwirft. -
p. 544
19294144
1929562) Loberkraut, ancmon, hepal. Lin Nach Höfer Il
19296200, wird es wider die Verstopfung der Leber angerübmee -
1929763) Leinsamen. Man nimmi, Höfer IIl. 131, etmas
19298Leinsamen in die Hand, baut ihn auf einem Acker an mit dea
19299Worten: •72 Fieber seins, ei ja, das, was ih han, bau ih an,
19300Nams Valer, Nams Sohn olc, elc.e Wie der Samon aufblübl,
19301muss das Fieber binweg sein. —
19302Heirathslustige Dirnen streuen am Thomasabend •Lins &le
19303rückwärts über den Kopf. -
1930464) Linde. Lindensaft ist gut für die Wassersucht; 203
19305linárán Bast machl man allerhand gule Schmirn gegon verschie
19306dene offene Schären, indem man ihn in Rindschmalz oder in
19307frisch gerührter Buller kocht und ausbrät.
1930865) Lungenkraut, pulmon. officin Lin, Höfer IL. 22l,
19309»ist ein zusammenziebendes Wundkraut.e
1931066) »s'Mándl am Weg.• Ist gut gegen Krämpfe. -
1931167) "Manátresál, e bellis perenn. Lin., bisweilen, Höfer
19312IIl. 49, auch •Ruckerle genannl. —
19313Wenn sie ungewöhnlich lange Stiele laben, kommt eine
19314•Suchte ins Land. -
1931563) Wenn die »Moare'l• (Mairöhrlein), d. b. die Blüthen
19316von leontod, tharaxnc., hoch sind, wird auch der •Hare hoch. -
1931769) "Mundfäulkraute, nach Höfer II. 213, ein Name
19318verschiedener Kräuter, welche wider die Mundfäule und den Skor-
19319but dienen, als rumex acelos., primul. veris, chenopod. vulvar.,
19320chelidon. majus, Lin. - Siehe auch 17 und 27.
1932170) Narrenäste. Die Narrenäsle kommen vorzüglich
19322an Kirschbäumen und Weisstannen vor. Das Volk meint darunter
19323eine eigenthümlich gestaltele Ueberwucherung der Aeste, welche
19324mit einem Elsternnest Aehnlichkeit bat. -
19325Diese Aeste soll man nun nicht verbrennen, noch weniger
19326von der Fruchi, die an ihnen wächst, geniessen, wo möglich sie
19327gar nicht anrühren; mit dem, der sich davor nicht in Acht nimrt,
19328kann der •Narre, d. h. der Teufel sein Spiel treiben. — Wer
19329Kirschen isst, welche an einem Narrenast stehen, wird närrisch -
p. 545
19330145
1933171) Neidklee, trifol, melitot. caerul. Lin.; Höfer II. 282;
19332•man räuchert damit die Viehställe, dass das Vieh nicht beschrieen
19333und beneidet werde.. -
1933472) Neidkraul, 1) asarzm europ. Lin. (Siehe 41.) Es
19335wird gedörrt und als Stupp gegen den Neid dem Vieh zwischen
193362 Broten oder im »Tranko gereicht. -
1933773) «Nimm mir nichts,e (Sieh 11) herniaria glabr.
19338Lin. •Dieses heilsame Kraut, (Höfer II. 292), welches eine zu-
19339Barmenziehende, kühlendo und trocknende Kraft hat, kommt häufig
19340an den Ufern der Traun vor, und das Volk glaubt, aus einem
19341Hause, wo dies Kraut aufbewahrt wird, kann die Hezo nichts neh-
19342men oder wegtragen. Im Gebirge wird unter diesem Namen der
19343Alpen-Frauenmantel, alchemill, alpin. Lin., verslanden. -
1934474) Nussbaum. Der Nikla streut nebst Aepfeln auch
19345Nüsse aus. — Die •Nussliechtin• bestimmen die Lebensdauer. -
19346Heirathslustige Dirnen, welche Stecken werfen, wäblen hiezu den
19347Nussbaum. - Nur auf einer Nussbaumwurzel kann man, nach
19348einigen, kreisstehn. --
19349Ein Absud aus Nussbaumblätlern ist gut für die Würmer. -
19350Räthsel. Eiwenö leiechár, auswenö' Deischár und ön
19351dá Mit hülzár. — S' ist wierá Bibergall, Essens d' Herrn überall.
19352Nuss in der grünen Schale. —
1935375) Rettich. Er soll am Sonnenwendetag vor der Sonne
19354geselzt werden. -
1935576) Rosmarin ? •Rasnmari.e Wird in gar manchem
19356Bauernhaus sorgfällig gehegt und gepflegt. — Er gilt als das Ab-
19357zeichen unversehrter Jungfräulichkeit. So dürfen nur die •Engerle
19358am Frohnleichnamstag und die Jungfrauen bei Prozessionen Kränze
19359von Rosmarin auf dem Hauple tragen.
193607) Der •Neid• spielt besonders in Angelegenheit des Stalles eine grosse
19361Rolle. Doch auch Monschen, vornehmlich Kindern, kann er Schaden
19362bringen. Es gibb auch eine Menge Mittel, welche gegen den •Neide
19363schützen. —
19364") Jedenfalls mit dem Gewiltergotf in Verbindang. -
1936510
p. 546
19366146
19367Die Weiber stecken nur kleine Sträusschen an die Brust,
19368und das nur, wenn sie Hochzeiten beiwohnen. Jünglinge hinge-
19369gen tragen auf Hochzeiten 3 vergoldete Rosmarinaträusschen auf
19370dem Hute und Jungfrauen einen Kranz davon auf dem Kopfe.
19371Auch jungfräuliche Bräute tragen an dem Hochzeitstag einen Ros-
19372marinkranz auf dem Haupte, aber darnach auch niemals wieder. -
19373Er ist aber auch Todtenstrauss. Bei Leichenzügen eines Jüng-
19374lings oder einer Jungfrau tragen die an der Leichenfeier theilneh-
19375menden Jünglinge und Jungfrauen Rosmarinkränze und Sträuss-
19376chen. Jünglinge erhalten ein Büschlein Bosmarin in die Babre,
19377verstorbene Jungfrauen einen Kranz auf den Kopf, und selbst ihren
19378Särgen wirft man solcho Sträusschen ins Grab nach. Hie und da
19379macht man auch die Weihbüschel am Sarge des Todlen aus Ros-
19380marin. _
19381Rosmarin, in Branntwein angesclzl, dient als Heilmiltel gegen
19382die Auszehrung. —
1938377) Rothwurze, onosma echioid. Lin. •in den Apo-
19384theken gewöhnlich anchusa lulea; es wird in Butter zu einer rotben
19385Salbe gekocht, welche für Verrenkungen, Geschwulst, Engbrüstig-
19386keit dienlich ist. Auch die Wurzeln von echium vulgar. werden
19387zu dieser Salbe genommen.• Höfer IIl. 46. -
1938878) Ruhrkraut. Höfer II!. 50, führt als unserem Volk
19389bekannt an: das weisse, euphrus offic. Lin., das rotbe, eupalor.
19390cannabin., und das schwarze, crigan, vulgare. — Doch fübren
19391auch noch andere Pllanzen diesen Namen. -
1939279) Schafgarbe, achillea millefol. Lin. Sie heisst in
19393unserem Gebirge, Höfer 1. 65, das Bauchwehkraut, weil sie dem
19394Vieh, wenn es »den Bauchweh• hat, unter das »Tranke abge-
19395sotten wird. Auch für Menschen wird es in der Ruhr sehr an-
19396gerühmt. Von einigen wird die Schafgarbe auch •Margarethn-
19397kraute genannt, weil sie um das Fest dieser Heiligen blüht. —
19398Auch der Name •Herrgott-Ruckenkrauts kommt vor. -
1939980) Saturoi, «Zadereio, saturej. hort. Lin., Höfer III. 62,
19400sie wärmet und stärkt den Magen, führt die zähe Feuchtigkeit ab,
19401zertheilt die Geschwulsten. -
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19402147
1940381) Seidelbast, häufig »Zwülindn.« Man sucht ihn
19404wo möglich blühend zu bekommen und bindet Zweiglein in den
19405Palmbuschen, lheils um davon zu gewissen Zeiten dem Vieh ein-
19406zugeben, lbeils um insbesonders die •Harwindne zu wenden, in-
19407dem man dem Vieh damit auf den Rücken »schmeisst• und dabei
19408einen Spruch hersagt. — In Buchkirchen heisst diese Pflanze
19409«Sei'lbám.«
19410Der Seidelbast, (Weisskirchen) nur ein am Boden hinkrie-
19411chendes Sträuchlein, ist einst ein stolzer, hoch ragender Baum ge-
19412wesen. Aus seinem Holze wurde das Kreuz gezimmert, woran der
19413Gottmensch lill und starb. Da fraf ihn aber der göttliche Fluch,
19414und er schwand zu der unansehnlichen Pflanze hin, welche er
19415annoch ist.
1941682) Schelmwurze, hellebor, virid. Lin., wenn das Vieh
19417den Schelm 1) hal, •wird ihm, Höfer IIl. 71, ein kleiner Theil
19418dieser Wurze eingezogen•, besonders thut man dies den Schweinen.
1941983) •Schlaf, Schlafbozn,e Auswüchse der Hagebutte.
19420Sie verleihen, unter den Kopfpolster gelegt, vorausgesetzt dass man
19421sie nicht init der blossen Hand berührt hat, dem darauf Liegenden
19422Sehlaf. — Wenn man einen •Schlafe unterlegt, der muss so lange
19423schlafen, bis man diesen wegnimmt. -
19424Auch sollten sie den Kühen Fruchtbarkeit geben ?). -
1942584) Schmiele, aira Lin. Wenn der Teufel ausfahrt, so
19426verlangt er in ein ›ungebundenes Fass 9),« oder in einen »Schmeler
19427am Weg• fahren zu dürfen. — In den •Schmelnárne sitzt häufig
19428") Schelm, Schölm, nach Höfer allgemeiner Ausdruck einer gefäbrlichen Vieh- -
19429krankheit oder einer Viehscuche. So hat eine Kuh den Milchschelm, wenn
19430sich die Milch verzicht, den Blutschelm, wenn sich Blut verschossen hat.
19431Die Hühner haben ihn, wenn Kamm und Schnabel schwarz werden. —
194328) Ist ein Blilz- oder Donnerkraul. Siehe Luft 10. -
19433") Rüthsel. Zwei Säulen, ein Fass, eine Mühle, zwei Lichter, ein Wald.
19434Der Mensch. Der Vergleich des Leibes mit einem Fass ist urall. Man
19435hört daber auch wol sagen, dass es gut sei, einen Ring zu lragen. Fass
19436und Reif gebören zusammen. —
1943710°
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19438148
19439der Teufel. — Einst wurde einer besessen, als er Erdbeeren an
19440Schmelern wie an einer Schnur anreibte. - Im Müblviertel sagt
19441man, der Teufel, nachdem ihm der Herr Josus befoblen, in die
19442Säue zu fabren, sei, als diese in den See sprangen, in die Schme-
19443lárn gefahren. — Man hört auch nioht selten die Warnung, ja
19444nicht mit einem Schmeler sich die Zähne •auszustritn•, man könnte
19445sonst leicht besessen werden. -
19446Sind die Schmeler hoch (lang), wird auch im Winler der
19447Schnee hoch.-
1944885) Sprengwurz. (Handschriflich). •Im Frübling sien
19449auf, wo zwei Frösch aufeinander sitzen. So nimb den unteren,
19450thue in cin Glas, verbirgo dich. So kommt ein Gsell und bringt
19451ein Wurzel, hält sie vor das Glas; so zerspringt das Glas. So
19452nimb dieselbige Wurzel, so hast du Sprengwurzel ").. -
1945386) •Schrädlkraut,e ilex aquifol. Lin. Ist gut gegen
19454alle Lauberei. —
1945587) Schwarzwurz. Man legt sie gequetscht auf kranke,
19456besonders wunde Glieder. —
1945788) Schweigg, corydal. cav. Lin. Wird sebr häufig ge-
19458sammelt und gedörrt, und wenn man das Vieh für behext bält,
19459angebraucht, indem man davon in einen mit Gluth gefüllten Hafen
19460gibt und das kranke Stück räuchert. —
1946189) Teufels Abbiss. Höfer III. 227. Ein altberühmtes,
19462heilsames Kraut. Höfer führt eine Stelle aus Schönspergers Kräu-
19463terbuch an: «Oribasus, ein Meister spricht, dass mit dieser Wurzel
19464der Teufel als (also) grossen Gewalte treib (trieb), dass die Mutter
19465Goltes ein Erbärmde darin hett (halte). Und nahm dem Teufel
19466den Gewall, dass er darnaclı nit mehr mit schaffen mocht. Und
19467von grossem Griinmen, dass ihm der Gewalt entgangen was, do
19468beiss (biss) er sie unten ab. Also wächst sie noch heut des
19469Tagens. -
1947090) Wagenblume, chrysanth. leucanth. Lin.; anderswo
194711) Sie ist ein Bild des Blilzes, dor die Gewilterwolke sprengt etc.
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19472148
19473»St. Petersblumee 1) genanni, Höfer III. 265. Eben derselbe
19474deulet die in der Heimat üblichen Namen • Wagen - oder Rad-
19475blumer damit, dass man sich dabei die Gestalt eines Wagenrades
19476vorstellt 2. -
19477Man nimmt die Blume, zupft die Strablen bis auf einen aus,
19478nimmt sie dann zwischen die Hände und dreht sie unter den
19479Worlen: •Spitz, spitz, Wo mein Weib sitzte herum. Wo nach
19480geendetem Drehen der Strabl hinzeigt, aus der Gegend ist die
19481Zukünftige. —
19482Oder man nimmt die gelben Samen, legt sie auf die äussere
19483Handfläche und schwingt die Hand in die Höhe. So viele Samen
19484nun auf ihr liegen geblieben sind, mit so vielen Kindern wird die
19485künfüge Ehe gescgnet (oder auch, so viel Geld bekommt man). -
19486Die Dirnen reissen die Strablen der Reihe nach ab; mit wel-
19487chem sie beginnen, ist beliebig, und sprechen dabei: »Jungfrau,
19488Kellnerin, Köchin, Sau.• Knaben: •Edelmann, Beltelmann, Bürger,
19489Bauer, • Kinder ohne Unterschied des Geschlechtes: •Kaiser, König,
19490Amtmann, Schöri,e Das Wort nun, welches auf den lelzten Strabl
19491Infit, bestimmt die Zukunft.
19492Aehnliches thut man mit dem Manátresál in Steinerkirchen
19493und Umgegend: auch Mangáresále genannt. -
19494Um den Atter- und Mondsec bedient man sich der Wagen-
19495blume, welche hier • Wucherblume• oder auch •Bedl-
19496mándle heisst, um zu erforschen, ob man das Jahr noch am
19497Leben bleibt oder nicht. Man legt sie nämlich auf ein Brett und
19498lässt sie über Nacht im Freien. Dessen Blume des andern Mor-
19499gens verwelkt ist, der stirbt noch in dem Jahr. —
1950091) Wegerich, plantag. media. Lin. Man reisst die Blätler
19501mitten quer ab, und die Zahl der hervorstehenden Aederchen ent-
19502spricht der der begangenen schweren Sünden. Die Kinder, wenn
19503sie dieses thun, sagen dabei: »So viel Fadn, So viel Lugn.e Er
19504heisst auch das »Sündenkraut.e —
195051) Diesor Name schon weist auf Gewitter bin. -
19506") Auch Wagen und Rad deuten auf Gewitter. -
p. 550
19507150
1950892) Wegwart, cichor. inlyb. Lin. Wer an einem Apostel-
19509tag eine Wegwart ausgräbi, am besten eignet sich hiezu ein Hirsch-
19510geweih, auf keinen Fall aber darf man die blosse Hand dazu
19511gebrauchen, sichert sich die Liebe der Person, welche er mit ihr
19512berührt. — Ein Mädchen weinte unmassen um ihre Mutter '),
19513welche der Tod hinweggenommen hatle. Umsonst versucbto man
19514alles mögliche, sie zu trösten. Selbst u. liebe Frau erschien ihr
19515und tröstete sie vergeblich. Sie gab nur immer zur Antwort: »Eh
19516ih lbue's Woan áfhe'n, Wül ih liebár zará Wögwart wen!« Zur
19517Strafe wurde sie dazu verwandelt.
19518Die Wegwart wechsell, wenn sie blüht, 3mal des Tages die
19519Farbe; morgens ist sie dunkel-, Mittags licht-, Abends fast weiss-
19520blau. —
19521Pflückt man eine Wegwart in der 12. Stunde Mittags und
19522steckt sie in einen Ameishaufen, so fliessen bald Blutstropfen am
19523Stengel herab. Es ist aber ein Frevel, es zu thun. —
1952493) Weichselbaum. Weichselbäurne werden von hei-
19525rathslustigen Dirnen am Thomasabend, unter einem gewissen Spruche
19526gebeutelt. —- Mit Schiefern aus einer Weichselwurzel stöchert man
19527die Zähne aus und lisst sie (die Schiefern) sodann wieder ver-
19528wachsen. Es hilft gegen das Zalnweh. —
1952994) Weide, Fälwá, Fälhárá ?). Mancher nimmt zu
19530dem Palmbuschen auch Zweiglein von der gelben Felber, von dem
19531Volke »Felbere schılechthin genannt, von der jedoch immer die
19532•Wile, d. h. die Widlein (Bänder aus Holz) sein müssen. Von
19533der weissen Felber oder der •Palmstaude, auch Weide
19534schlechthin heisst sie das Volk, nimmt man, in der ganzen Um-
19535gegend von Kremsmünster, die Mu'l zu dem Palmbuschen, d. I.
19536die Kätzehen, welche einen Hauptbestandtheil desselben bilden. —
19537Die dünnen, biegsamen Rütlein der Felber gebraucht man, um
19538damit die Gelbsucht zu wenden. Auch zum Kreisstehen bedient
19539man sich ihrer. — Ueberhaupt bohrt und vernagelt man Krank-
195401) Versionen derselben Mythe nennen slatt der Mutter den Gelicbten. —
19541*) Würde in der Schrifsprache Felberich lauten. —
p. 551
19542151
19543heiten häufig in Felberstöcke; man •bindet, s »hengtr sie auch
19544dran. Man nimmt eine Felbergártn, macht 3 Knolen darein und
19545sagt jedesmal: » Widl dich, widl dich, Fiebá sánd 72; dös Fiebá,
19546dös ih han, dös bind ih a den Felba an.. Der Felberstock dorrt
19547ab, und das Fieber weicht. Oder man lauft 72mal um eine Felbá-
19548staudn und spricht: •Wind dich, Widl, wind dich, Fiebá sand 72;
19549dös Fiebá, dös ih han, Dös heng ih dran.• Die Felberstöcke sind
19550meist zerspalten und zerrissen und moderig und zwar, weil Judas
19551sich an einem ,Felwá» erhenkt hat. -
19552In der Regau, unweit Kremsmünster, stand einst, alte Leute
19553denken es noch, ein Felberstock, von dem die Rede gieng, man
19554könne ihn nicht aus dem Boden herausarbeiten; auf jeden Streich .
19555oder Hieb sprühe Feuer aus ihm. ') Das feuer wurde mit dem
19556Teufel in Verbindung gebracht. —
19557Redensart. Gewachsen sein, ›wierá Fälwastock.e 2)
1955895) Weinkraut, ruta graveol. Lin. Höfer IIl. 277. Das
19559Weinkräutel hat eine erwärmende, schweisstreibende Kraft, wider-
19560steht der Fäulniss, Pest und dem Gift, dienet daher wider Lungen-
19561sucht, Krebsschäden, ungesunde Ausdünstung. In dieser Absicht
19562wird es theils in den Freithöfen gepflanzt, theils Todten in den
19563Sarg gelegt und heisst desswegen auch »Todtenkräutel..
19564In Sierning und Umgegend gibt man den Leichen Kränze
19565von Weinkraut um den Hals, oder legt sie ihnen auf die Brust;
19566sic werden beim jüngsten Gericht zu lauter Goldblumen. — Aus
19567Weinkraut macht man auch die Weihbüschlein; man legt auch diese,
19568bevor der Sarg verschlagen wird, zu dem Todten in die Bahre. -
1956996) Weisswurz, convallar. polygon. «Unsere Buben,
19570Höfer Ill. 310, legen die gestossene Wurzel über, um die blauen
19571Flecke zu vertreiben, welche sie bei Raufhändeln erhalten haben.«
195721) Hier zeigt sich der Felber gar sprechend als Abbild des Gewitters, der
19573Gewitterwolke.
19574*) Scherzhafle Umschreibung eines schlechten Wuchses. — Auch der Felber
19575tritt als •Felbingere auf. —
p. 552
19576152
1957797) Widertat, Widerton.) Kriminalakten Schara-
19578slein 1648: •Eine herrliche Sach, dass man einen nicht verzau-
19579bern kann, wächst auf den böchsten Felsen und muss bei ab-
19580nehmendein Mond gegraben werden.. -
19581Im Verein mit Ku'lkraut und Ehrenpreis tritt es in einer
19582ungemein oft vorkommenden Sage auf. Der Teufel wollte cinat
19583in Gestall eines Jägers ein Mädehen verfübren. Oft war er schion
19584nachts an ihr Fensler gekommen, sie war, so zu sagen, beinabe
19585schon sein. Da ersah sie cinmal, als sich der Liebhaber nach
19586cinem nächtlichen Besuche wieder entfernte, an dem Pferdefuss,
19587dass es der Böso wäre. Sie setzte nun einen Kranz von Ku'lkraut,
19588. Ebrenpreis und Widerlat, auf den Kopf und steokte einen eben
19589solehen Strauss vors Fenster. Als nun der Böse sein Lieb wieder
19590besuchte, mussle er in der ferne bleiben, Kranz und Strauss
19591liessen ihn nicht zum Fenster, und traurig singend: «Kulkraul,
19592Ehrenpreis und Widertai, Habn miclı um mein Herzliebste bracht!e,
19593zog er ab, um sich nie mehr einzufinden. -
19594Häufig, besonders im Flachlande, hört man stalt des Wider-
19595tat das »Weinkraul« nennen. -
1959698) Wurmkraut, lanacel. vulg. Lin. Wird wider die
19597Würmer gebrauchl. Unter dem Namen « Wurinsamene sind ror-
19598züglich chenopod. anthelminl. und arlemis. judaic. bekannt. Höfer III. 308.
1959999) Zeillose, colchic. anlumn. Lin. Die Zwiebeln der
19600Herbstzeitlose, •Ruhrwurzne, Ruhräpfela, auch •Kaible
19601genannl, schützen, im Sacke getragen, vor der Rubr. Die ofl
19602schon im März oder Frühling hervorsprossenden Samenbeutel nennt
196031) Güldner Widerlon, polylrich. aur. heisst auf Island Sifshar, d. h. Hasr
19604der Güttin Sir. Bei uns soll pulytrich. commun. unler dem Volke Jung-
19605fraubärlein • heissen. Pflanzen, welche das Volk bei uus mit Frauennamen
19606nennl, sind nach Höfer ausser den bereits angeführten: briza onedia, u.
196071. Prauen Haar; diantleus pilumar., zotlichles Grell; niyolla damascen.,
19608Grell in der Staudn; galanth. niralis., Schncekatherl; yalium verum, unser
196091. Frauen Bellstroh; parnaseia palusir. Frauenblüemel; lanacel. balsamila,
19610Frauenmünze. -
p. 553
19611•
19612153
19613das Volk •Märzenkaibl.• In Buchkirchen tritt die Herbsizeitlose
19614unter dem Namen «Rockástimpll» auf. 1) —
19615Aus den Zwiebeln der Zeillosen wird eine »Lausschmire ge-
19616braten. -
19617100) Zwetschkenbaum. Man beutelt sie am Thomas-
19618abend, wie die Weichselbäume. —
19619Das Mies des Baumes ist gut gogen offene Scliäden. -
19620Am Ende sei noch einiger Heilmittel, zu deren Bereilung
19621mebrere Kräuter und Pflanzen zugleich dienen, und gewisser Tage
19622gedacht, an welche sich Bräuche knüpfen, welche mit Kräutern
19623und Pllanzen in Verbindung stehien. -
19624101) Beltlorsalbe, auch grüne Salbe, unguenl.
19625mendicor. Höfer I. 80. Man nimmt dazu Alberbrossen, Knospen
19626von Birken und Eichen, Brennesselblätler, Wachholderbeeren und
19627Abbisswurzel und koclit sie, gut zerslossen, in frischer Butler ein,
19628bis die Flüssigkeit verzehrt ist. -
19629102) In den Räthen der heilkundigen alten Weiber spielen
19630die Salssen eine wichtige Rolle. Ausser den im Verlauf be-
19631reils genanalen sei als bosonders •krällige noch der «W ein-
19632schárlinge- und der •Kreuzbeersalssne erwäbnl, so
19633wie einer Art Seimes, der aus jungem Aepfelmost durch Ab-
19634kochen bereilet wird. -
19635103) Pestessig, auch Spilzbubenessig genannt. Vor-
19636züglich ward Rosinarin, Weinkraut, ofl auch Kranewitbeeren dazu
19637yenommen; nebst diesen Salbei u. s. f. Höfer IIl. 163.
19638101) Der »Neidrauckae, womil man das Vieh öflers
19639räuchern soll, dauil ihm der Neid nicht schaden kann, besleht
19640aus folgenden 9, einst auch geweihlen Kräutern: 1) Widertat :
196412) •Nimm mir nicllss; 3) Wagenkraut, palentill. anserin. Lin.;
196424) Falsches Weinkraut, asplenium rula murar.; 5) Zögerlkraut,
19643dicran. scopar.; 6) Ku'lkraut; 7) Johanneskraul; 8) Schelmkraut;
196449) Echtes Weinkrauk. -
196451) Bei dieser Namensbildung ist wol nicht nur das Aussehon der Pflanze,
19646sondern auch die Zeit, wann sie blühl, beslimameud gewesen.
p. 554
19647154
19648Statt Widertat nimmt man auch Wermuth und statt &Nimm
19649mir nichts• Fünffingerkraut, potentilla replans. -
19650105) Palmsonntag •Palmbuschen.• In Steiner-
19651kirchen und Umgegend nimmt man zu den Palmbuschen: 1) Palm-
19652zweige (siehe Weide); 2) Felberschüss 1) (siehe Weide); 3) Hasel-
19653schüsse; 4) Segenbaum, juniper. sabin. Lin.; 5) Zwülindn; 6) Lichen-
19654zweige; 7) Schrádl, ilex aquifol.; 8) Albárázweig; 9) Kranewit-
19655wipferl; 10) Wintergrün, hedera helia; 11) Buchsbaum.
19656Zu Stäblein werden junge Haseln, zu Widlein dünne zarte
19657Felberrüthlein gebraucht. Die Mul liefert die •Weide• (siehe
19658Weide.)
19659Nicht selten bindet man auf den Palmbuschen Aepfel, welche
19660für diesen Tag eigens aufbewahrt wurden; die Zahl schwankt zwi-
19661schen 1— 5, beträgt aber kaum jemals mehr.
19662Mitunter bindet man in den Palmbuschen auch ein Päcklein
19663Wicken, um sie nach der Weihe den Tauben zu füttern, damit
19664sie »das Flöogad niclıt fahe.«
19665Auch ein rothes Seidenband sieht man öfters angebunden,
19666welches nölhigen Falls wider das •Leogföor• (Rothlauf) gebraucht
19667wird.-
19668Der Grund, warum man den Palmbuschen eben so zusam-
19669mensetzt, licgt in den Meinungen, welche man von den verschie-
19670denen Bestandtheilen desselben hat.
19671Von dem Buchsbaum heisst es zwar, er diene nur als Zier. ?)
19672Den Segenbaum nimmi man, weil auf ihm und überall, wo er
19673ist, der Segen Gottes ruht; 3) er fehlt daher auch nicht leicht in
19674dem Palmbuschen. Schrádl kommt vorzüglich in die Büschlein,
19675welche für den Stall, besonders Rossställe, bestimmt sind. Er ver-
196761) Neuc, frische Schösslinge.
196773) Scheint kaum glaublich. U'eberdies heisst es hie und da von ihm, er
19678müsse dabei sein, obwol er •keine Weihe annehme.= Auch die Eichen-
19679zweiglein nehmen diese nicht an. —
196809) Stülzt sich nur auf das aus •Seben• entstellte •Segenr; es ist mithin
19681nicht der wahre Grund. —
p. 555
19682155
19683hindert den Teufel, das Vieh, -vornehmlich die Rosse bei der
19684Nacht zu quälen, zu ›reiten.• Dasselbe gilt ron den Eichenzwei-.
19685gen, nur dass sie weit häufiger als Schrádl und besonders die
19686gebraucht werden, woran wenigstens elwas altes Laub ist. Sie
19687halten überall, in Stuben und Ställen und auch auf Feld und
19688Acker, Teufel und Hexen ab. Die Kranewiten haben diesclbe Kraft;
19689wo Kranewiten sind, da können Teufel und Hexe nicht hin. Die
19690Beziehung der Haselstaude zu Ernte und Stall wurde bereits be-
19691sprochen. Von der Zwülindn heisst es, sie hälte eine besondere
19692Kraft, weil dem Heiland, als er seinen feierlichen Einzug in Jeru-
19693salem hielt, nebst Palmen auch Zwülindn gestreut wurden; Er
19694also selbst darüber gewandelt ist. —
19695Am häufigsten jedoch, denn es findet sich vielleicht kaum
19696e in Palmbuschen, der die angefübrten Stücke sämmulich in oder
19697an sich vereinigte, nimmt man neben den Palmzweigen und Palm-
19698mu'ln Segenbaum, Zwülindn, Hasel- und Eichenzweige; ebenfalls
19699noch häufig kommen Schrádl, Kranewiten, Albárá- und Felber-
19700zweige und Wintergrün vor, am sellensten Buchsbaum u. Wicken.—
19701Von dem Gebrauche der Palmbuschen wird zu dem bereits
19702Angeführten der Vollständigkeil halber noch bemerkt, dass man
19703sie auch in die Getreidekästen steckt und bei Hochgewittern Theile
19704davon ins Feuer wirft. — Man geht nüchtern zur Palmweihe und
19705isst, heimgelangt, vor allem andern 3 Palmmu'l. -
19706Wenn der Palmbuschen bis zum Schnitt austreibt, heirathet
19707die Person, welehe ihn in das Fuld gesteckt hat. —
19708106) Gründonnerstag. Das erste junge Grünzeug
19709setzt man, wo möglich, am Gründonnerstag auf. Auch zupft,
19710wer im Hause die erste Grünspeise zuerst kostet, den Tischnach-
19711bar am Ohrläppelien, der dasselbe dem folgenden thut u. s. w.-
19712107) Ostertag, «Osterblümehen.• (Innviertl.) Der
19713• Dienstbuber muss Vormiltags nach dem Hochante Blumen oder
19714doch •Sahern•, d. h. Spitzen der jungen Saat oder des sprossen-
19715den Grases, von Feld oder Wiese holen. Zu Hause legt man sie
19716in der Mitte des Tisches, der mit einem weissen Tuche gedeckt
19717ist, im Kreise herum und setzt innerhalb desselben das Essen auf. -
p. 556
19718156
19719108) Georgitag. •Geargiwisch.. ") Für diesen Tag
19720macht man in Buchkirchen und Umgegend einen Wisch aus dem
19721• Grassate einer Rothlanne (Fichte), einer Föhre und einer Krane-
19722witn, um damit am Georgitage selbst vor der Sonne auszukebren.
19723Eine Person spritzt auf, die andere kehrt, wenigstens einen Strei-
19724fen in der Mitte bin. Das Kehricht wird auf eine Kreuzstrasse
19725getragen und 2 Besen kreuzweise darüber gestell. -—
19726109) Frohnleichnamskränze. (Innviertl). Am Vor-
19727abend bindet man kleine Kränze von Ku'lkraut und Kleeblumen
19728und wickelt einen Zeltel darum, worauf der Name des Kranzbin-
19729ders geschrieben steht. Während des Amles am Tage selbst legt
19730man sie in die Nähe des Hochaltars. Bevor die Prozession be-
19731ginnt, nimmt der Messner oder •Grabáe die sämmtliehen Kränze
19732und trägt sie während dos »Umgangese hinter dem •Himmele her.
19733Nach dem Umgang legt er sie wieder in die Nähe des Hochaltars,
19734woselbst sie dio Olitave hinrlurch liegen bleiben. Erst dann nimmt
19735man sie heim, um davon verschiedenen Gebrauch, besonders für
19736den Stall zu machen. Man gibt davon zwischen 2 Brotschnitten
19737dem Vieh ein, den Rest legt man auf ein Milchbrellel, um ihn
19738in den Rauhnächten dem Vieh einzufüttern, oder davon bereit zu
19739haben, wenn cin Stück erkrankt oder verkaußt wird. — Auch ge-
19740räuchert wird damit. —
19741Im Mühlviertl darf oder durfte in den Frohnleichnams - Krän-
19742zen vor allem das »Kulkraute nicht fehlen. —
19743Zu diesen Kränzen nimmt man (Gunskirchen) vorzüglich:
19744Steinnágl, Jungfrauhári, Jungfrauschuál, auch Taubenkröpferl go-
19745nannt, lolus cornicul.; Kornblumen und Kulkraut.-
19746110) Sonnenwendetag. Am Abend vor dem Sonnen-
19747wendelag sleckt man während des Gebelläutens Blumensträusschen
19748gegen Sonnenaufgang an die Fenster. Dessen Blumen am andern
19749Morgen noch frisch sind, der bleibe das Jahr am Leben. Sind sie
19750aber welk, so stirbl er. (Allersee.) —
197511) Ist als Abbild des bimmlischen Gewitlerbesens zu nehmen. -
p. 557
19752157
19753111) Maria Himmelfahrtstag. Kräuterweihe.
19754Dieso fand auch in Oberösterreich bis tief ins vorige Jahrhundert
19755binein stalt, und man trug die goweihten Aestlein, Zweigchen etc.
19756theils bei sich, theils bewahrto man sie im Hause; auch dem Vieh
19757gab man davon ins Futter.-
19758Die Heilkräuter soll man alle »zwischn den frau lagne
19759oder doch in »altn Man• sammeln.
19760G) Steine.
197611) Blutstein. Wer stark Nasenbluten hal, der nimmt, um
19762es zu stillen, einen Blutstein ') in die lland.
197632) Donnerstein. Die «Darástoale sind weisse, durch-
19764sichtige Steine, welche Feuer geben; mit dein kleinsten Bröcklein
19765davon kann man beim Raufen cinen erschlagen.
19766(Altmünster.) Donnersteinl werden häufig bei der
19767Feldarbeit in Aeckern gefunden und Abschabsel davon denı Vieh,
19768wenn es nicht gerne fressen will, eingegeben.
197693) Eisen. Wer Eisen findet, hat den Tag über bis zur
19770Stunde noch nicht gelogen.-
19771Hat man sich verwundel, so legt man cine Messerklinge
19772auf den verletsten Theil. Die Wunde schwärt dann nicht, voraus-
19773gesetzl, dass man dabci nicht gescholten. -
197744) Feuerstein. Man schlägt mittelst seiner Feuer über
19775Stellen des Körpers, an denen sich der Rothlauf zeigt. —
197765) Furchtstein. Das »Firöchtstoale hängt man Kindern
19777furchtsamen Naturells um den Hals oder an die Brust. —
197786) Gallstein. So nennt man Steine, welche sich in der
19779Gallenblase von Thieren finden; sic sind gut für »Gicht und Gall. e
197807) Gold. Man hängt es sich um, wenn man die Gelb-
19781sucht hat. Es bilft schon, wenn man ein Kind, weloles diese
19782Krankheit hat, in den vergoldeten Messkelch schauen lässt. —
197831) Das Volk neant den Rolheisonslein s0.-
p. 558
19784158
197858) Harnslein. ') Der Stein, der sich in der Barnblase
19786eines Ochsen findet, wird zu Gold. —
197879) Himmelsstein.?) »Ist im Lande ob der Ens un-
19788weit Traunkirchen zu finden. Der weisse dient dem weibüchen
19789Geschleehte, der rothe oder graue dem männlichen.e Nun preist
19790der Lettel die Wirkungen des Steines an und schliesst: • Wenig-
19791stens kann das Pulver hievon sicher und ohne Geiahr versucht
19792werden, welches schon vorlängst von zweien hochgelehrten Doc-
19793toren der Medizin (es werden Namen und Wohnort genannt) vor
19794gul geheissen und approbirt worden. -
1979510) Kiesel. Findet man zufällig auf einem Zaun einen
19796•Kizlingsleine, so bedient man sich seiner, um damit die
19797Hühneraugen zu wenden. Man »umreisste sie nämlich damit, in-
19798dem man dabei einen gewissen Spruch hersagt. —
1979911) Kupfer. Man hängt es sich gegen den Rothlauf an. •
19800Jedoch muss man es, soll es anders helfen, von dem Kupfer-
19801schmid erhalten, ohne darum zu bitlen; auch danken darf man
19802nicht. -
19803Für das Nasenbluten ist es gut, ein Stück Kupfergeld in
19804die Hand zu nehmen. -
1980512) Schreckstein. Man hängt ihn Kindern um, welche
19806im Schlaf öfters Zeichen von sich geben, als ob sie einen plötz-
19807lichen Schreck erführen. -
198081) Harnen und Gewillerregen sind wol einst, wenn auch später und durch
19809Verkehrung auf einander bezogen werden. - Mit einer Gewilterpflanze
19810dem Scidelbast oder • Seidelbaum• wendet man dem Vieh die Harnwinde.
19811In Wiese oder Acker harnen, wird, wenn auch nur scherzweise, für elwas
19812die Fruchtbarkeit in einem so hohen Grade beförderndes ausgegeben, dass
19813an einen andern als den nalürlichen Grund gedacht werden muss. Ich
19814crinnere auch an das einst häufig gehrauchte Wort Brunn für Harn. -
19815Was den Harnstein oben betriff, erscheint er mir also nur als das in
19816der Harnblase des Ochsen, in der Hülle der Gewitterwolke verborgene
19817Gewittergold selbst. —
198183) Von einigen andern ausländischen Steinen, von deren Heilkraft alle
19819Anschlagzellel elc. melden, bei ciner andern Gelegenheit! -.
p. 559
19820159
1982113) Stein im allgemeinen. Verwundet man sich
19822auf dem Feld oder im Walde, so nimmt man den nächst besten
19823Stein, umkreist damit dreimal die Wunde im Namen des Vaters
19824u. s. w. und legt ihn hierauf wieder genau an den Plalz, woher
19825man ihn genommen hat. — Auch •Gicht, Gall und Sehwund•
19826wendet man mit einem Feldstein und zwar dem ersten besten.
19827Doch muss man mit ilm einen Kreis um das Feld ziehen, woraus
19828man ihn eben nimmt, und dabei sagen: •Stein, ich nimm Dich
19829aus diesem Grund Und wend mit Dir Gicht, Gall und Schwund.&
19830Im Namen Goltes des Vaters etc. elc. -
1983114) Auf dem Rosskogl hinter dem Alınsee findet sich an
19832einer Stelle eine Erdart, welche eigentlich gelb gefärbt ist.
19833Man glaubt, sie wäre zum Goldmachen geeignet. -
p. 560
19834→_.
p. 561
19835161
19836Zur Seite 98.
19837Feuersegen n.
19838Von Gott und seines Gosandten,
19839unsers lieben Herrn Jesu Christi, t unsera
19840Herrn, Heilands und Seligmachers, ein gnadenreicher
19841Feuersegen,
19842so allen frommer Chrislen in grossen Feuers-Nölhen kann
19843damil yehol/en werden.
19844Er ist auch dermassen gut und nützlich in einem Haus und
19845Hof zu bewahren, wegen allem widerwärligen Unglück des Feuers,
19846auch zu allen Brunsten gut und dienlich; auch zum Gebrauch der
19847harten Kindesmülter, um sie von ibrer harlen Leibsgeburt zu
19848entledigen.
198498l.. Sl.
19850S. Malhäus S. Markus
19851* Consum t matum est
19852$. Lucas S. Juannes licho Geschilecht zu erlõ.
19853S. Michaol S. Gabriel en, und vor allem Un
19854S. Rafac! 8. Florian Ora pro nobis S. Vitus S. U'riol J. N. bobuden FA bohüthon. dosus, Maria
19855d. N. R. d. R. d. ". dosoph. I.N.R.J.
19856titt
19857Wenn man das Feuer siebl, muss man es schon von weitem
19858ansprechen und sagen: Sei mir willkommen Feueragast, greif
19859nicht weiler, ale du jelsst hast g'fasal, das gebielt ich dir
1986011
p. 562
19861162
19862Foueraglut in. Namen der allerheiligslen Dreifalligkeil, Gall.
19863des Valera t, Sohnes f und heiligen f Geistes. Amen.
198643 Mal. Hernach, wenn du beim brennenden Haus oder Gebäude
19865bist, geh rechter Hand 3 Mal berum, und bele 3 Mal folgende
198663 Geselzel, oder was im Kreis inwendig stehl. Kannst du aber
19867um das Haus oder Gebäude nicht herumgehen, so bleib' dort ste-
19868hen, wo das Feuer am gefährlichslen ist und bete:
19869O Feuer und Gluth! ich gebiethe dir durch Goll und
19870sein h. rosenfarbes Blel, t dass dus mir unlerthänig bist auf
19871diese gegenwärlige Slund und Augenblick durch den wanrer
19872urid bebendigen Sohn Golles meines himmlischen Valers. +
19873O Fever und Glutt, slehe slill, so wahr als sesus
19874Christus slunde am Stamme des h. Kreuzes. + O Feuer und
19875Gbuth, behalle deine Flammen, so wahr als Maria, die
19876Multer Jesu, behielle ihre Jungfrauschall, durch Chriali
19877Geburt und seine hl. Auferatehung und durch seine hl. Him-
19878melfahrt und durch alle Erzengelein Golles t, damil Goll
19879der Hery Jesus Chrislus den Himmel damit bexieret hal.
19880O Feuer und Gbuth, diess gebiethe ich dir bei dem
19881abrengen Gerichlslag, da Golt der Herr kommen wird und
19882ervoeckel alle die lodlen Menschen in dieser Well. 0
19883Fouer und Glulh, in Gott den himmlischen Vater gib ich
19884dich f, und in Goll den Sohn befehl ich dich t, und in Golt
19885den hl. Geisl terpflicht ich dich. t duch Golt bei seinen h6.
198865 Wunden beschurör ich dich, f dass du mir, o Feuer und
19887Gluth, in Dampf und Rauch verschwinden mussl. O Feuer
19888und Gluth, das gebiethe ich dir durch das billere Leiden und
19889Sterben unsers lieben Herrn Jesu Christ, dass du stille slehst
19890und nicht veiler gehest. Im Namen Golt des Vaters t und
19891des Sohns t und des hl. Geisles. t Amen. O Feuer und
19892Glath, dir sei gebothen bei der gölllichon und lebendigen
19893Kraft Golles †, dass du, o Feuer und Flammen, in diezcm
19894gonsten Hlauls und Elof und samont allen denen, so darin
p. 563
19895163
19896sino, bei dem hohen und theuern Namen Jesu Chriali t nichts
19897magsl thun, reder verderbon, bis dase unsere liebe lirau, dis
19898Muller Golles, einen anderen Sohn thul gebären, in Jesu
19899Chriolt f und der allerseligslen Jungfrav Maria und Muller
19900Golles Namen.
19901Unglück des Feuors. +tt ") Feuer und Gluth, Jesus Christus
19902widerwärtigen and du beschwört bei Sonn und-Mond, boi Laub Gras, bei Himmel und Erden und bei allen mit aller deiner Hitze Roth bist mij seinem
19903men Golt des Vaters t und Gott des Sohns t und Golt des hl Erzengelein und bei der allerbeiligsien Dreifaltigkeit ! Im Na- göttlichon
19904Geistes + Amen, dass du, o Fouer und Flammen, in diesem gsn-
19905жедет vio das Wassor in dem heil. Jordan still geslanden ist, da dor hoil zen Haus und Hof ohne allen Schaden und Leid stille stobost, also риттк
19906Hor, Sohn Gotles; so widerfabret deinem Haus und Hof und allen die darin Hinger Jobannes Josum Christum gelaufel, den lebendigen und wabren рязть
19907und Haus slus der Hlerr bebüthe uns vor dem Höllenfeind, er gebe uns seine göltli- che Gnad und Segen hier zeitlich und dort ewiglich. Die hohe und unzer- sind, Fried und Freud, auch gule Gesundheit bis in Ewigkeit Jesus Chri- Hand,
19908tbeillo heil. Dreifalligkeil, ewiger Gott Vater + Sohn t und heil. Geist dap
19909meinem Amon; der Priede und Segen unsers kieben Horrn Jesu Christi und die Kraft und Wirkung seines allerlieil. bitleren Leidens und Storbens seoiethe
19910und das Zoichen des beil. Kreuzes t und die unbefleckte Empring-
19911niss der glorwürdigsten Jungfrau und Muller Gottes Maria und
19912der Segen aller Heiligen und der heil. Erzengelein ein Schutz
19913Jind und Verdienst und Gebeth aller Auserwählten Gottes t, die stehen vor mich und alles, was unser ist, wo- 1an2l
19914' ag gen aller Widerwärtigkeiten und Unglücks des
19915BouNyy Feuers, jetzt und in Ewigkeit : puneg
19916Mein Goll und sukünfliger Richter Josus Chrislus t,
19917erhöre diesen chrisllichen Feuersegen um deines billeren Lei-
19918dens und Sterbens willen.
19919Dann nimm 3 bändevoll Erde, Koth oder Schnee und wirt
19920es ins Feuer rückwärts im Namen +t t. Amen.
19921118
p. 564
19922164
19923Hernach geh weg an einen einsamen Ort, dort kniee nieder
19924und bethe zu Ehren der beiligen 5 Wunden Jesu Cbristi 5 Vater un-
19925ser, Ave Marie und einen Glauben. Nun ist man fertig, alles üz-
19926rige lässt man dem allmächtigen Gotl und der Hilfe guler Nenseben
19927über, oder man kann auch im Nothfalle noch milholfen.
19928Jesus † Nazarenus † Bex † Judaeorum. I
19929Jesus, Maria und Jesef und der heilige Florian, der ist al-
19930lem Feuer ein Patron.
19931Das ist der gerechte und approbirte Feuersegen, welcher
19932durch den Zigeunerkönig aus Egypten zu Jerusalem auf dem hei-
19933ligen Grab ist erfunden worden im Jahre 1315 nach der gnaden-
19934reichen Geburt unsers Herrn, Heilands, Erlösers und Seligmachers
19935Jesu Christi. Er ist ausgewählt gut unıl nützlich in cinem Haus
19936und Hof zu behalten wegen allem Unglück des Feuers, auch zu
19937allen Brunslen gul, und dienlich zu gebrauchen den harten Kindes-
19938mültern, um sie von ihrer harten Leibs - Geburt zu entledigen.
19939Behaltet diesen Brief immer in eurem Haus und Hof. Las-
19940set ihn niemals über Nacht aus eurem Hause. Bethet alle Frei-
19941lag zu Ehren des biltern Leidens und Sterbens Jesu Christi 5
19942Vater unser, 5 Ave Maria und 1 Glauben, so könnt ihr euch
19943mit Gewisslcit auf die Kraft dieses Briefes und seiner darin ge-
19944schriebenen Worte verlassen.
19945Gelobl sei Jesus Christus in Ewigkeil, Amen.
19946U. J. O. G. D.
19947•
p. 565
19948= •_
19949165
19950Feuersegen b.
19951Ein gewisser Feuersegen, so allzeit hilfl. Das roollle (10alle)
19952das billere Leiden und Sterben unsers lieben Herrn Jesu
19953Christ: Feuer und Wind und heisse Glulh, was du in dei-
19954ner elemenlischen Gercall hast, ich gebielhe dir bei den Leh-
19955ren Jesls Chrisli, welche er gesprochen hal über den Wind
19956und das Mcer, die ihn aufs Worl gehoranm geuresen, durch
19957diene gercallige Worl, mie desus gesprochen hal, thue ich
19958dir, Feuer, befeklen, drohen und ankündigen, rass du
19959gleich flugs dich sollest legen mil deiner elemenlischen Ge-
19960roall, des Flamm und Ghrelle, das roolle (walle) das heilige
19961rosenfarbe Blul unsera lieben Herrn Jcau Chrinli! Du Feuer
19962und Kind (Wind) und heisse Gluth, ich gebiethe dir, rie
19963Goll gebolhen hat dem Feuer durch acine h. Engeb, der
19964feuerigen Glch in dem Feuerofen, als die 3 heil. Männer
19965Sadrah und seine Milyezellen, Mesach und Abed Nego durci
19966Golles Befehl dem 1. Engel befohlen (?), rass sie sollen un-
19967uerzehret hleiben, wie es auch yeschehen. Als (also) rollest
19968gleichereceis du, Feusrßlamm und heisse Glulh, dich legen,
19969da der allmächlige Goll gesprochen, als er die 4 Elemente
19970sammt Himmel and Erde erschaffen hat: Fial, fial, fal, das
19971isl, es icerdle im Namen Golles des Valers elc. Amen.
p. 566
19972166
19973F'euorsegen c.
19974..
19975Nach mehreren heiligen Worten, welche aber zum Theil
19976Entstellungen erlitten haben, ist ein Kreis (die Feuerkugel) ge-
19977zeicbnet, innerhalb dessen verschicdene beilige Namen, mancher-
19978lei Zeichen und Charaktere sich eingescbrieben befinden. Hierauf
19979folgt:
19980• Wo dieser Segen mit der Feuerkugel in einem Haus ist
19981eingemacht, da kann kein Feuer ausbrechen, und ist versichert
19982vor aller Feuersgefahr. Oder wenn man den Segen in einer
19983Brunst sprieht und ein wenig von der Feuerkugel in das Feuer
19984wirf, 30 kann es nicht weiter kommen.• Das ist der rechte,
19985approbirte F'euersegen von einem König in Egyplen, welcher in
19986Feuersnoth oft ist probirt worden.
19987Der Allmächligsle, Allervoeisisle, Allerdurchlauchligste
19988and Unüberwoindlichale Fürsl und Herr, Herr Jesus Chri-
19989alus, roahrer Goll ron Enrigkeil, Gekrönler Kaiser der
19990himmlischen Heerscharen, Errcähbler Köniy su Sion und
19991des yanzen Erdbodens, zu aller Zeit Mehrer der heil, christ-
19992lichen Kirchen, Einiger Hoherpriester und Ersbischof der
19993Seelen, Kurfürst der Wahrheil, Erzherzog der Ehren, Her-
1999450g des Lebens, Markgraf zu Jerusalem, Landgraf in Ga-
19995liläa, Hürat des Friedens, Graf zu Betlehem, Freiherr von
19996Nazarelh, Obrisler Kriegshell seiner slreilenden Kirchen,
19997Richler der höllischen Pforlen, Triumphierender Sieysherr
19998und Ueberwinder des Todt und des Teufels, Herr der Herp-
19999lichkeil, Pfeger der Willicen und Waisen, Trost der Ar-
20000men und Bedränglen, Richter der Lebendigen und Todlen,
20001und des himmlischen Valers Geheimster und Vertraulester
20002Rath, Ein Herr des Feuers und des W'assers und der gan-
20003zen Welt reyierender Herr, Herr
20004+ G. Z. M. † V.M.Z. † G.P. F. V. † I. Y. I. E. VI.P.t. +.t.
20005Feuer und Flammen, als ich dich siehe an, du solløl stible
20006ehn! Das yebiel dir der heilige Sl. Florian, dass du slil
p. 567
20007167
20008atehest! So woahr als elille alund das Waseer im Jordan,
20009da St. Johannes laufle. Fever und Flamm, du höchster
20010Gasl, Greif nil weiler, als was du hast; (es) Brenne
20011keine Flammen zu dieser Frisl bei dew süssen Namen Herrn
20012sesu Christ; Halle ein und auf mit aller Macht, So wahr
20013als Goll Himmel und Erden yeschaffen hat, dass du, Feuer
20014und Flamm, bist yebunden mil den Banden und Stricken,
20015daran unser lieber Herr Jesus Chrislus gebunden war.
20016Feuer und Flamm, Du roahres Element, dich hat Goll ge-
20017segnel, so wahr als den Kelch und den Wein und das
20018woahre Himmelsbrol, das Golt seinen heil, swölf süngern
20019gab. Fever, slehe slill und gehe nicht weiler und fehr
20020(ferre, forno), als ich N. begehr, bis Maria, Multer Gol-
20021les, ein andern Sohn gebär: das sähle ich dir, Feuor, 5265
20022Buss bei der Kraff Goltes des Vatera elc. elc. Amen.
p. 568

Provenance

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L0 witness
The text as its witness or edition has it, original spelling; its dialect is a description and is never standardized.
L0.5 transliteration
For Egyptian texts: the transliteration with the editors' marks turned into the symbols ° * < > _ ^ (ruled 2026-09-10). For papyri: the edition's Leiden marks as the same symbols, and the editors' readings beside the scribe's as ‹scribe→editors› (ruled PAP-3).
L1 Cairene
Standardized Greco-Bohairic spelling and grammar, generated by code from the layer above under the rulings of the project.
L2 Kemetic
The Kemetic alphabet, generated by code from L1.
English
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